GOA / LONDON (IT BOLTWISE) – In Indien wird derzeit über ein Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder unter 16 Jahren nachgedacht, ähnlich wie in Australien. Die Bundesstaaten Goa und Andhra Pradesh prüfen die Umsetzung solcher Maßnahmen, um die Online-Sicherheit von Kindern zu erhöhen.

Indien könnte bald zum nächsten großen Testfall für altersbasierte Social-Media-Verbote werden, da mehrere Bundesstaaten über Einschränkungen nach australischem Vorbild nachdenken. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang von Kindern zu Plattformen zu regulieren, während weltweit der Druck zur Regulierung wächst.
Der westliche Bundesstaat Goa ist der jüngste, der untersucht, ob Kinder unter 16 Jahren von Social-Media-Plattformen ausgeschlossen werden sollten. Der IT-Minister von Goa, Rohan Khaunte, erklärte, dass seine Abteilung bereits die entsprechenden Dokumente aus Australien geprüft habe, um ein ähnliches Verbot zu erwägen.
Auch der südliche Bundesstaat Andhra Pradesh zieht in Betracht, den australischen Ansatz zu übernehmen. Der IT- und Bildungsminister von Andhra Pradesh, Nara Lokesh, äußerte sich auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz zu diesem Thema und betonte die Notwendigkeit einer starken gesetzlichen Regelung.
Die Regierung von Andhra Pradesh hat bereits eine Ministergruppe eingesetzt, um die rechtliche und praktische Umsetzbarkeit solcher Einschränkungen zu prüfen. Diese Gruppe wird von Lokesh geleitet und umfasst wichtige Kabinettsminister.
Zusätzlich zu den beiden indischen Bundesstaaten hat das Thema auch die Aufmerksamkeit der Justiz auf sich gezogen. Im Dezember forderte das Madras High Court die indische Bundesregierung auf, ähnliche Beschränkungen wie in Australien zu erwägen, was zeigt, wie Bedenken hinsichtlich der Online-Sicherheit von Kindern die regulatorischen Debatten über die Parlamente hinaus beeinflussen.
Ein Verbot des Zugangs von Kindern zu sozialen Medien in Indien hätte erhebliche Auswirkungen auf globale Technologieunternehmen, für die das südasiatische Land ein wichtiger Wachstumsmarkt ist. Schätzungen der Regierung zufolge gibt es in Indien über eine Milliarde Internetnutzer, von denen viele bereits in jungen Jahren online gehen. Dies macht das Land zentral für die Nutzer- und Werbestrategien von Plattformen wie Meta, Google und X.
Ein Sprecher von Meta erklärte, dass das Unternehmen das Ziel der Gesetzgeber teile, sichere und positive Online-Erfahrungen für junge Menschen zu schaffen, jedoch argumentiere, dass Eltern – und nicht Regierungen – entscheiden sollten, welche Apps ihre Teenager nutzen. Er warnte davor, dass ein Verbot Jugendliche zu weniger sicheren, unregulierten Seiten drängen könnte.
Das australische Verbot für unter 16-Jährige, das durch das Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024 eingeführt wurde, hat bereits Herausforderungen bei der Durchsetzung für Plattformen aufgezeigt. Meta begann im letzten Jahr, australische Teenager darüber zu informieren, dass ihre Konten geschlossen würden, was die Schwierigkeit verdeutlicht, das Alter der Nutzer genau zu bestimmen.
Der Schritt Australiens wird auch außerhalb Indiens genau beobachtet, mit Regierungen in Ländern wie Dänemark, Frankreich und Spanien sowie Indonesien und Malaysia, die ähnliche Beschränkungen prüfen.
Kazim Rizvi, der Gründungsdirektor des in Neu-Delhi ansässigen Think Tanks The Dialogue, erklärte, dass es zwar einen wachsenden Druck gebe, die Nutzung sozialer Medien durch Kinder zu regulieren, die Internet-Governance jedoch unter das Bundesrecht falle. Daher könnten einige Bundesstaaten, einschließlich Andhra Pradesh, die Unterstützung der Zentralregierung suchen.
Das indische Gesetz zum Schutz digitaler persönlicher Daten, das im August 2023 verabschiedet wurde, enthält spezifische Schutzmaßnahmen für die Daten von Kindern, einschließlich der Anforderung einer überprüfbaren elterlichen Zustimmung vor der Verarbeitung personenbezogener Daten von Personen unter 18 Jahren.
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