WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz bestehender Richtlinien sind viele US-Militärbasen unzureichend gegen Drohnenangriffe geschützt. Ein Bericht des Pentagon-Wachhundes zeigt, dass bürokratische Verwirrung und unklare Zuständigkeiten zu erheblichen Sicherheitslücken führen. Dies betrifft auch bedeutende Einrichtungen wie die Luke Air Force Base, die für das Training von F-35-Piloten weltweit entscheidend ist.

Die Sicherheit von US-Militärbasen gegen Drohnenangriffe steht in der Kritik, da ein Bericht des Pentagon-Wachhundes aufzeigt, dass viele dieser Einrichtungen trotz bestehender Richtlinien ungeschützt sind. Die Ursache liegt in bürokratischer Verwirrung darüber, welche Basen abgedeckt werden sollten. Dies führt zu alarmierenden Sicherheitslücken, selbst an Standorten, die bereits mehrfach von Drohnenüberflügen betroffen waren.
Ein Beispiel ist die Luke Air Force Base in Arizona, die für das Training von 75 Prozent der F-35-Piloten weltweit verantwortlich ist. Diese Basis ist nicht als geschützte Einrichtung ausgewiesen, was bedeutet, dass dort keine Maßnahmen zur Drohnenabwehr ergriffen werden können, obwohl dies dringend erforderlich wäre. Laut dem Bericht sind Trainingsbasen generell nicht in den Schutzkategorien enthalten, die in Abschnitt 130i, Titel 10 des US-Codes festgelegt sind.
Der Bericht des Pentagon-Wachhundes untersuchte zehn Standorte des Verteidigungsministeriums, die von Drohnenüberflügen betroffen waren, darunter die Air Force Plant 42 in Kalifornien. Diese Anlage ist auf der Liste der geschützten Standorte der Air Force aufgeführt, jedoch herrscht Unklarheit darüber, ob sie tatsächlich abgedeckt ist. Diese Unsicherheiten zeigen, dass die bestehenden Richtlinien unzureichend sind und dringend überarbeitet werden müssen.
Ein weiteres Problem ist die uneinheitliche Handhabung der Drohnenabwehr durch die verschiedenen Teilstreitkräfte. Ein 2020 erlassenes DOD-Memo verlangt, dass Drohnenabwehrsysteme in einem operativen Umfeld getestet werden, bevor sie genehmigt werden. Unterschiedliche Anforderungen und Genehmigungsprozesse führen jedoch dazu, dass viele Einrichtungen keine operative Genehmigung für den Einsatz dieser Systeme haben.
Um diese Probleme zu adressieren, wurde 2025 die Joint Interagency Task Force 401 gegründet, die die Bemühungen zur Drohnenabwehr koordinieren soll. Der Bericht empfiehlt, dass diese Task Force bestehende Richtlinien überprüft und eine konsolidierte DOD-Politik entwickelt, die klare Rollen, Verantwortlichkeiten und Anforderungen für den Schutz von Einrichtungen und Vermögenswerten definiert.
Die Ergebnisse des Berichts stimmen mit den Erkenntnissen aus Wargames überein, die von der Joint Counter-Small Unmanned Aircraft Systems Office der US-Armee und der RAND Corporation durchgeführt wurden. Diese Übungen zeigten, dass es an einem einheitlichen Rahmen fehlt, um staatliche, lokale und territoriale Behörden in die Drohnenabwehr an oder in der Nähe von Militärbasen zu integrieren.
Die Verwundbarkeit der US-Basen ist besonders besorgniserregend angesichts der Operation Spiderweb im letzten Jahr, bei der ukrainische Drohnen russische Luftwaffenstützpunkte angriffen. Experten warnen, dass ähnliche Angriffe auch in den USA möglich sind, wenn Terroristen oder andere Gegner Drohnen ins Land schmuggeln und überraschend zuschlagen.
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