LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Cyber-Attacke zeigt, wie Cyberkriminelle die KI-Plattform Hugging Face missbrauchen, um den Android-Trojaner TrustBastion zu verbreiten. Diese raffinierte Kampagne zielt darauf ab, Finanzdaten zu stehlen, indem sie die Infrastruktur der Plattform nutzt, um schädliche Software zu verbreiten.

In einer alarmierenden Entwicklung haben Sicherheitsforscher eine Cyber-Attacke aufgedeckt, bei der die beliebte KI-Plattform Hugging Face zur Verbreitung des Android-Trojaners TrustBastion missbraucht wird. Diese raffinierte Kampagne zielt darauf ab, Finanzdaten zu stehlen, indem sie die Infrastruktur der Plattform nutzt, um schädliche Software zu verbreiten. Der Trojaner tarnt sich als Sicherheits-App und lockt Nutzer mit falschen Warnungen vor angeblichen Infektionen.
Der Angriff erfolgt in zwei Stufen: Zunächst wird die App TrustBastion installiert, die sich als Sicherheitswerkzeug ausgibt. Nach der Installation fordert sie ein dringendes Update an, das den eigentlichen Trojaner enthält. Statt das Update direkt zu liefern, leitet die App auf ein Repository der Hugging-Face-Plattform weiter, von wo aus die schädliche APK-Datei nachgeladen wird. Diese Tarnung hinter legitimen Datenverkehr erschwert die Erkennung durch Sicherheitssoftware erheblich.
Ein zentrales Element der Tarnung ist der Missbrauch von Hugging Face. Die Plattform genießt hohes Vertrauen, und indem die Angreifer ihr Content Delivery Network nutzen, mischen sie ihre Malware unter Millionen legitime Datei-Downloads. Um eine Entdeckung zu verhindern, setzen die Kriminellen auf serverseitigen Polymorphismus, bei dem alle 15 Minuten eine leicht veränderte Variante der Schadsoftware generiert wird. Ein einziges Repository produzierte so in 29 Tagen über 6.000 einzigartige Versionen, was herkömmliche, signaturbasierte Virenscanner nahezu wirkungslos macht.
Einmal installiert, entfaltet TrustBastion seine volle Schadwirkung als Remote Access Trojaner (RAT). Die Malware fordert aggressive Berechtigungen und kapert besonders die Android-Bedienungshilfen. Diese eigentlich für Barrierefreiheit gedachten Dienste nutzt der Trojaner für die Aufzeichnung des Bildschirminhalts, das Protokollieren aller Tastatureingaben und Overlay-Angriffe auf Banking-Apps wie Alipay oder WeChat. Bei einem Overlay-Angriff legt der Trojaner ein gefälschtes Login-Fenster über die echte App. Gibt der Nutzer dort seine Daten ein, landen sie direkt auf den Servern der Angreifer.
Der Fall zeigt einen klaren Trend: Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend vertrauenswürdige Cloud- und Entwicklerdienste. Hugging Face scannt Uploads zwar mit dem Open-Source-Tool ClamAV, doch das reichte hier nicht aus. Experten warnen seit längerem vor tausenden potenziell bösartigen Dateien auf der Plattform. Für Nutzer bleibt die wichtigste Regel: Apps nur aus dem offiziellen Google Play Store laden. Skepsis ist angebracht, wenn eine App sofort ein Update außerhalb des Stores fordert oder ungewöhnlich weitreichende Berechtigungen verlangt.
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