BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Bundeswehr plant eine umfassende Modernisierung ihrer Streitkräfte durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Drohnentechnologie. Diese strategische Neuausrichtung zielt darauf ab, Deutschlands Verteidigungsfähigkeit für die Zukunft zu sichern und umfasst sowohl kurzfristige als auch langfristige Projekte.

Die Bundeswehr hat eine strategische Neuausrichtung eingeleitet, die auf den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Drohnentechnologie abzielt. Diese Modernisierung ist Teil eines umfassenden Plans, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken und die Streitkräfte für zukünftige Herausforderungen zu rüsten. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Beschaffung Tausender bewaffneter Drohnen, die in den kommenden Jahren in die Truppe integriert werden sollen.
Die Bundesregierung hat bereits einen Teil des über 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens für diese Offensive reserviert. Die geplante Beschaffung von sogenannten Loitering Munitions, auch als „Kamikaze“-Drohnen bekannt, markiert einen fundamentalen Wandel in der deutschen Verteidigungspolitik. Diese Drohnen sind in der Lage, über dem Zielgebiet zu kreisen, bevor sie zuschlagen, und sollen ab 2027 einsatzbereit sein.
Parallel zur Drohnenbeschaffung treibt die Bundeswehr auch die Entwicklung von KI-Projekten voran. Hierbei kommen nicht nur traditionelle Rüstungskonzerne zum Zug, sondern auch junge, spezialisierte Firmen wie die Münchner KI-Softwarefirma Helsing und das Berliner Unternehmen Stark Defence. Diese Unternehmen stehen für den Technologieschub, den die Bundeswehr sucht, und sollen dazu beitragen, die Streitkräfte auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Langfristig setzt Deutschland auf das europäische Projekt FCAS (Future Combat Air System), dessen Herzstück die „Remote Carrier“ sind. Diese großen, jetgetriebenen Drohnen sollen als „Loyal Wingman“ neben bemannten Kampfflugzeugen operieren. Trotz bekannter Verzögerungen und industriepolitischer Streitigkeiten bekräftigte die Bundesregierung ihr klares Bekenntnis zu FCAS, um die europäische Verteidigungsfähigkeit zu stärken.
Die Herausforderungen des Drohnenzeitalters sind jedoch nicht zu unterschätzen. Mit der wachsenden eigenen Flotte muss auch der Schutz vor gegnerischen Drohnenschwärmen vorankommen. Fortschrittliche Abwehrsysteme wie der Skyranger 30 werden jedoch frühestens 2028 verfügbar sein. Die Bundeswehr bewegt sich damit auf zwei Zeitschienen: Die Integration Tausender Kampfdrohnen in die Truppe soll in den nächsten Jahren erfolgen, während die hochkomplexen „Loyal Wingman“-Drohnen als Teil von FCAS nicht vor 2040 einsatzbereit sein werden.
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