TORONTO / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein schwerwiegender Cyberangriff auf Canada Computers hat die Zahlungsdaten zahlreicher Kunden kompromittiert. Der Angriff, der über mehrere Wochen unentdeckt blieb, wirft erneut Fragen zur Sicherheit von E-Commerce-Plattformen auf. Betroffene Kunden werden nun mit kostenlosen Überwachungsdiensten unterstützt, während das Unternehmen an der Wiederherstellung des Kundenvertrauens arbeitet.

Ein kürzlich entdeckter Cyberangriff auf den kanadischen Elektronikhändler Canada Computers hat sensible Zahlungsdaten von Kunden kompromittiert, die als Gast auf der Website eingekauft haben. Der Angriff, der als Magecart-Angriff bekannt ist, fand zwischen Ende Dezember 2025 und Januar 2026 statt und blieb fast vier Wochen unentdeckt. Dabei wurden Kreditkartennummern, Ablaufdaten und Prüfziffern in Echtzeit abgefangen, während Kunden ihre Daten eingaben.
Der Angriff wurde durch einen digitalen Kartenleser ermöglicht, der von den Hackern in die Bezahlseite eingeschleust wurde. Diese Art von Angriff ist besonders heimtückisch, da der Kaufprozess für den Kunden normal abläuft und die Kompromittierung der Daten unbemerkt bleibt. Erst am 18. Januar wurde der schädliche Code von einem Webentwickler entdeckt, der versuchte, das Unternehmen zu warnen. Canada Computers konnte den Angriff schließlich am 22. Januar stoppen.
Die anfängliche Kommunikation des Unternehmens stieß auf Kritik, da die Anzahl der betroffenen Kunden zunächst als „einige wenige“ beschrieben wurde, was angesichts des langen Zeitraums als unzureichend empfunden wurde. In einer späteren Stellungnahme präzisierte das Unternehmen, dass nur Gast-Bestellungen betroffen seien. Als Entschädigung bietet Canada Computers den betroffenen Kunden kostenlose Kreditüberwachungs- und Identitätsschutzdienste für zwei Jahre an.
Der Vorfall verdeutlicht die anhaltende Bedrohung für den Online-Handel und die Notwendigkeit, alle Teile einer E-Commerce-Plattform gleichermaßen zu sichern. Cybersecurity-Experten weisen darauf hin, dass Gast-Checkouts oft nicht mit derselben Sicherheitsrigorosität geschützt werden wie registrierte Benutzerkonten. Für Verbraucher ist der Vorfall eine erneute Mahnung zur Wachsamkeit, und es wird empfohlen, Kontoauszüge genau zu prüfen und das angebotene Überwachungsservice zu nutzen.
Canada Computers hat eine unabhängige IT-Forensikfirma mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragt und plant, über weitere Erkenntnisse zu berichten. Der Fokus liegt nun darauf, das verlorene Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und die Cybersicherheit nachhaltig zu stärken. Der Fall zeigt, dass einfache Schutzmaßnahmen gegen Karten-Skimming oft unterschätzt werden und dass proaktive Maßnahmen zur Sicherung von Shop- und Kundendaten unerlässlich sind.
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