LONDON (IT BOLTWISE) – Die Softwarebranche steht unter Druck, da generative Künstliche Intelligenz traditionelle Geschäftsmodelle herausfordert. Doch nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen betroffen. SAP zeigt, dass es trotz der Unsicherheiten im Markt Potenzial gibt. Die Bank of America sieht in der aktuellen Bewertung von SAP eine attraktive Gelegenheit für Investoren.

Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz haben die Softwarebranche in Aufruhr versetzt. Investoren zeigen sich besorgt, dass diese Technologie das traditionelle Software-as-a-Service-Modell (SaaS) gefährden könnte. Infolgedessen haben viele Softwareunternehmen weltweit eine deutliche Neubewertung erfahren, was zu einem signifikanten Rückgang der Aktienkurse führte.
Besonders in den USA war der Rückgang der Bewertungen drastisch. Innerhalb eines halben Jahres fiel das Bewertungsmultiple von 32,3 auf 21, was einem Rückgang von 35 Prozent entspricht. Diese Entwicklung spiegelt die Unsicherheit wider, die durch die potenziellen Auswirkungen der KI auf die Branche entstanden ist. Die Bank of America hebt hervor, dass der Sektor nun bei einem operativen Ergebnis von nur noch dem 13,1-fachen handelt, verglichen mit einem Fünfjahresdurchschnitt von 21.
Dennoch gibt es Lichtblicke. Die Bank of America weist darauf hin, dass nicht alle Softwareunternehmen gleichermaßen von den Risiken betroffen sind. Besonders etablierte Anbieter wie SAP könnten von der aktuellen Marktlage profitieren. SAP wird derzeit mit einem Multiple von 20,7 für die erwarteten Gewinne im Jahr 2027 bewertet, was deutlich unter dem Vorjahreswert von 34 liegt. Diese Bewertung könnte für Investoren attraktiv sein, da sie bereits viel Pessimismus eingepreist hat.
Die Analysten der Bank of America betonen, dass die aktuelle Marktbewertung von SAP impliziert, dass der Markt ein Umsatzminus von drei Prozent pro Jahr nach 2030 erwartet. Dies würde sowohl eine steigende Abwanderung bestehender Kunden als auch ein Ende der Migration von On-Premise-Systemen in die Cloud voraussetzen. Beides halten die Experten jedoch für unwahrscheinlich, da der Wechsel in die Cloud noch nicht einmal zur Hälfte abgeschlossen ist.
Insgesamt zeigt sich, dass die generative KI zwar eine Herausforderung für die Softwarebranche darstellt, aber auch Chancen bietet. Unternehmen wie SAP, die über proprietäre Datenbestände verfügen und KI in ihre Geschäftsstrategie integrieren, könnten von dieser Entwicklung profitieren. Die Bank of America sieht in der aktuellen Bewertung von SAP eine attraktive Gelegenheit für Investoren, die bereit sind, über den kurzfristigen Pessimismus hinauszublicken.
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