SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine großzügige Spende des OpenAI-Präsidenten Greg Brockman an ein Pro-Trump-Komitee hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Enthüllung führte zu Boykottaufrufen gegen ChatGPT und einer breiten Diskussion über den politischen Einfluss von Tech-Giganten. Aktivisten und Experten fordern nun einen Wechsel zu alternativen KI-Diensten.

Die Nachricht über eine 25-Millionen-Euro-Spende des OpenAI-Präsidenten Greg Brockman an das Pro-Trump-Komitee MAGA Inc. hat in der Tech-Welt für erhebliche Aufregung gesorgt. Diese Spende, die im September 2025 getätigt wurde, wurde von der US-Wahlaufsicht FEC offengelegt und hat seitdem eine breite Diskussion über den politischen Einfluss von Tech-Unternehmen entfacht. Kritiker werfen OpenAI vor, durch diese finanzielle Unterstützung politischen Einfluss auf die Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) ausüben zu wollen.
Die Enthüllung der Spende hat eine Bewegung ins Leben gerufen, die zum Löschen von ChatGPT-Konten aufruft. Unter dem Motto „Cancel ChatGPT“ formiert sich online eine Koalition aus Influencern, Akademikern und Aktivisten, die Nutzer dazu auffordert, zu alternativen KI-Diensten wie Claude, Gemini oder Open-Source-Lösungen zu wechseln. Diese Bewegung wird durch die neue EU-KI-Verordnung verstärkt, die seit August 2024 weitreichende Pflichten für Anbieter und Nutzer von KI-Systemen mit sich bringt.
Prominente Stimmen wie der Historiker Rutger Bergman und der Marketing-Professor Scott Galloway von der New York University unterstützen den Boykottaufruf. Sie sehen im Löschen von ChatGPT-Konten eine effektive Protestaktion gegen die politische Einflussnahme von Tech-Konzernen. Die Aktivisten hoffen, durch finanziellen Druck auf OpenAI, das Unternehmen zu einem Umdenken zu bewegen, insbesondere da der Marktanteil von OpenAI bereits gesunken ist.
Die Spende erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt, nur drei Monate bevor die Trump-Administration eine Verordnung erließ, die den Einzelstaaten der USA das Recht entzieht, eigene KI-Gesetze zu erlassen. Diese „Federal Preemption“ wird von Analysten als strategischer Schachzug großer Tech-Konzerne gesehen, um regulatorische Hürden abzubauen und einen möglichst freien Rahmen für die KI-Entwicklung zu sichern. Diese Verquickung von Politik und Technologie schürt ethische Bedenken, insbesondere in Bezug auf den Einsatz von OpenAI-Technologie durch US-Behörden.
OpenAI befindet sich nun in einer schwierigen Lage. Das Unternehmen versucht, die Spende als Beleg für politische Vielfalt in der Führungsetage zu präsentieren, doch die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Die „Cancel ChatGPT“-Kampagne markiert einen Wendepunkt, da KI-Tools zunehmend politisch werden und die Verbindungen ihrer Schöpfer in den Fokus rücken. Ob der Boykott nachhaltig wirkt, bleibt abzuwarten, doch die Branche beobachtet die Entwicklung genau.
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