LONDON (IT BOLTWISE) – Die versprochenen hohen Transaktionen pro Sekunde (TPS) von Blockchain-Netzwerken klingen beeindruckend, doch in der Praxis erweisen sie sich oft als trügerisch. Die Belastung der dezentralen Netzwerke steigt mit jeder zusätzlichen Transaktion, was die Skalierbarkeit erheblich beeinträchtigen kann. Experten betonen, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Netzwerks weit über die bloßen TPS-Zahlen hinausgeht.

In der Welt der Blockchain-Technologie werden Transaktionen pro Sekunde (TPS) oft als Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines Netzwerks herangezogen. Doch diese Zahlen sind häufig irreführend, da sie nicht die gesamte Komplexität der dezentralen Verifizierung und Weiterleitung von Transaktionen widerspiegeln. Carter Feldman, Gründer von Psy Protocol, weist darauf hin, dass viele Tests, die beeindruckende TPS-Zahlen liefern, unter idealisierten Bedingungen durchgeführt werden, die in der realen Welt kaum erreicht werden.
Ein zentrales Problem besteht darin, dass die meisten Blockchains so konzipiert sind, dass sie mit zunehmender Geschwindigkeit auch die Belastung für die einzelnen Knotenpunkte erhöhen. Dies erschwert die Aufrechterhaltung der Dezentralisierung. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, die Ausführung von Transaktionen von deren Verifizierung zu trennen. Neue Projekte werben oft mit hohen TPS-Zahlen, doch die tatsächliche Nutzung im Live-Betrieb erreicht selten diese theoretischen Höchstwerte.
Ein Beispiel für die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist das EOS-Netzwerk, das ursprünglich mit einer theoretischen Kapazität von einer Million TPS beworben wurde. In der Realität erreichte es jedoch unter optimalen Bedingungen nur etwa 4.000 TPS, während unter realistischen Bedingungen die Zahl auf etwa 50 TPS fiel. Solana hingegen hat mit seinem Firedancer-Validator-Client gezeigt, dass es möglich ist, die Millionengrenze zu erreichen, wobei im Live-Betrieb jedoch meist nur 3.000 bis 4.000 TPS erreicht werden.
Die Herausforderung besteht darin, die lineare Skalierung zu durchbrechen, bei der jede zusätzliche Transaktion die Anforderungen an Bandbreite und Hardware erhöht. Zero-Knowledge-Technologien (ZK) könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie die Gültigkeit von Transaktionen nachweisen, ohne dass jeder Knoten diese erneut ausführen muss. Dies könnte die Skalierungsprobleme lindern, erfordert jedoch spezialisierte Infrastruktur und ist mit erheblichen technischen Herausforderungen verbunden.
Feldman betont, dass TPS zwar ein nützlicher Indikator sein kann, jedoch nicht der einzige Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines Blockchain-Netzwerks sein sollte. Wichtiger sind wirtschaftliche Signale wie Transaktionsgebühren, die einen klareren Hinweis auf die Gesundheit und Nachfrage eines Netzwerks geben. Die Integration von ZK-Technologien könnte die Skalierbarkeit verbessern, erfordert jedoch eine grundlegende Neugestaltung bestehender Blockchain-Architekturen.
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