KINSHASA / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Demokratische Republik Kongo hat ihre Marktmacht auf dem Kobaltmarkt neu entdeckt und nutzt sie strategisch, um die Preise des wichtigen Batteriemetalls in die Höhe zu treiben. Nach einer Phase der Überproduktion und fallender Preise hat das Land die Exporte stark eingeschränkt, was zu einem Preisanstieg von 160 Prozent führte. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die globale Industrie, die auf Kobalt angewiesen ist.

Die Demokratische Republik Kongo hat mit ihrer Entscheidung, die Kobaltexporte zu beschränken, eine bedeutende Veränderung auf dem globalen Rohstoffmarkt ausgelöst. Nachdem der Preis für Kobalt über Jahre hinweg gefallen war, hat das Land nun seine Marktmacht genutzt, um die Preise dramatisch zu erhöhen. Diese Strategie erinnert an Chinas Umgang mit seltenen Erden und zeigt, dass auch Entwicklungsländer ihre Rohstoffe als geopolitische Instrumente einsetzen können.
Mit einem Anteil von rund zwei Dritteln der weltweiten Kobaltproduktion ist der Kongo der unangefochtene Marktführer. Die Region um Kolwezi im Süden des Landes ist besonders rohstoffreich. Internationale Konzerne, insbesondere aus China und dem Westen, haben lange von diesem Reichtum profitiert. Doch nun hat die Regierung in Kinshasa die Kontrolle über den Markt übernommen und die Exporte im Februar 2025 für mehrere Monate gestoppt. Seit Oktober sind Ausfuhren nur noch im Rahmen strikter Quoten möglich.
Die Auswirkungen dieser Politik sind bereits spürbar. Der Kobaltpreis hat sich von rund 21.000 US-Dollar je Tonne Anfang 2025 auf über 55.000 US-Dollar erhöht. Diese künstliche Verknappung hat den Markt, der zuvor von Überkapazitäten geprägt war, in Richtung eines Gleichgewichts bewegt. Unternehmen wie Umicore in Europa begrüßen die Stabilisierung, da planbare Preise ihre Verhandlungsposition stärken. Allerdings werden die zusätzlichen Kosten letztlich an die Endkunden weitergegeben, was sich beispielsweise beim Kauf von Elektroautos bemerkbar macht.
Langfristig birgt die Strategie jedoch Risiken für den Kongo. Hohe Preise könnten den Innovationsdruck erhöhen und die Entwicklung kobaltfreier Alternativen beschleunigen. China investiert bereits stark in Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die ohne Kobalt auskommen, und in Feststoffbatterien. Sollte der Kongo die Quotenpolitik beibehalten, könnten Ende 2026 oder Anfang 2027 echte Lieferengpässe drohen, was zu hoher Preisvolatilität und strategischen Vorratskäufen führen könnte.
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