DAVOS / LONDON (IT BOLTWISE) – Die WHO hat in Davos einen radikalen Kurswechsel gefordert, um die kognitive Gesundheit als Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und Innovation zu etablieren. WHO-Generaldirektor Tedros betonte die Dringlichkeit, da neurologische Erkrankungen weltweit zunehmen und erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Ein neuer Global Brain Capital Index soll helfen, Investitionen in die Gehirngesundheit zu priorisieren.

In einer eindringlichen Rede in Davos hat der WHO-Generaldirektor Tedros die kognitive Gesundheit als entscheidenden Faktor für wirtschaftliche Stabilität und Innovation hervorgehoben. Er forderte einen radikalen Kurswechsel, um das menschliche Gehirn als wertvollste Ressource zu stärken. Diese Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem neurologische Erkrankungen weltweit über 40 Prozent der Bevölkerung betreffen und jährlich mehr als 11 Millionen Todesfälle verursachen.
Die WHO sieht in der kognitiven Gesundheit nicht nur eine medizinische, sondern auch eine wirtschaftliche Priorität. Tedros betonte, dass Investitionen in Bildung, gesunde Lebensumgebungen und Prävention direkt zur Innovationskraft und Widerstandsfähigkeit von Volkswirtschaften beitragen können. Um dies zu unterstützen, wurde der Global Brain Capital Index vorgestellt, der die Gehirngesundheit von Bevölkerungen messbar machen soll.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Frauen tragen ein überproportional hohes Risiko für neurologische Erkrankungen und stellen den Großteil der Pflegekräfte. Zudem sind die größten Defizite in der Versorgung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verzeichnen. Verschärfende Faktoren wie demografischer Wandel, Umweltverschmutzung und Klimakrise lassen die Probleme weiter eskalieren.
Um die Vision der WHO umzusetzen, wird eine mehrgleisige Strategie verfolgt. Neurologische Betreuung soll fester Bestandteil der primären Gesundheitsversorgung werden, um den Zugang zu Diagnose und Medikamenten zu verbessern. Zudem soll die Forschung stärker auf die dringendsten globalen Bedürfnisse ausgerichtet werden. Neue Allianzen mit dem Privatsektor sollen gemeindenahe Dienste ausbauen, wie die prominente Präsenz von Persönlichkeiten wie Bill Gates beim begleitenden Brain House zeigt.
Die Rede in Davos könnte einen nachhaltigen Wandel einleiten, indem die WHO Gehirngesundheit zur Wirtschafts- und Entwicklungsfrage erhebt. Der nächste Schritt liegt nun bei den Mitgliedsstaaten, von denen bisher nur wenige umfassende nationale Strategien für Demenz und Gehirngesundheit entwickelt haben. Die in Davos geschaffene Dynamik soll das ändern und die Botschaft ist klar: Investitionen in das Gehirn sind die entscheidende Voraussetzung für eine stabile und prosperierende Zukunft.
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