BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Christian Seifert, der frühere DFL-Chef, hat die Unternehmensstruktur von Dyn umgebaut, um der Bundesliga neue Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten. Mit der Gründung der Dyn Media GmbH als Schwestergesellschaft wird eine Plattform geschaffen, die TV-Lösungen für externe Partner bereitstellt. Diese Entwicklung könnte sowohl für die DFL als auch für die Schwarz Gruppe, die hinter Lidl steht, von Interesse sein.

Christian Seifert, der ehemalige Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), hat mit der Umstrukturierung von Dyn neue Wege für die Vermarktung der Bundesliga eröffnet. Durch die Gründung der Dyn Media GmbH als Schwestergesellschaft wird eine Plattform geschaffen, die TV-Lösungen für externe Partner bereitstellt. Diese Entwicklung könnte sowohl für die DFL als auch für die Schwarz Gruppe, die hinter Lidl steht, von Interesse sein.
Die neue Struktur von Dyn reflektiert die dynamischen Anforderungen an Sportplattformen und Technologieanbieter. Seifert betont, dass die Technologien und Produktionsstandards von Dyn mittlerweile über das eigene Plattformgeschäft hinaus nachgefragt werden. Dies eröffnet der DFL die Möglichkeit, bei Bedarf schnell auf ein eigenes Komplettangebot zurückzugreifen, sollte es an interessierten Sendern oder ausreichenden finanziellen Angeboten mangeln.
Ein eigenes TV-Angebot der Bundesliga ist nicht neu, wurde jedoch bislang nicht umgesetzt. In Frankreich hat die Ligue1 bereits einen ähnlichen Weg eingeschlagen, nachdem TV-Verträge geplatzt waren. Die DFL selbst plant keinen eigenen Sender, hat jedoch durch die Beteiligung an Dyn nun eine technische Basis, um im Notfall schnell reagieren zu können.
Die neue Dyn-Tochter könnte auch im Ausland helfen, wo der Verkauf der Medienrechte hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Liga produziert das TV-Signal bereits selbst über die Tochtergesellschaft Sportcast, was die Umsetzung eines eigenen Angebots erleichtert. National könnte die DFL ein fertiges Produkt für Topspiele anbieten, das sich an Unternehmen richtet, die bisher nicht im Mediengeschäft tätig sind.
Das Geschäftsmodell von Dyn Media ist nicht nur für die DFL interessant. Es bietet redaktionelle und technologische Lösungen für Ligen, Verbände, Rechtehalter und Medienmarken. Die Schwarz Gruppe, die wie das Medienhaus Springer 42,5 Prozent an Dyn hält, könnte von dieser Entwicklung profitieren. Denkbar wären Sportinhalte für eigene Apps oder ein Lidl-TV.
Für die Kunden von Dyn ändert sich durch die Umstrukturierung nichts. Das Leistungsangebot bleibt unverändert, und der Sender zeigt weiterhin Sportarten wie Handball, Basketball und Volleyball. Fußball bleibt jedoch vorerst außen vor.
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