DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Mordfall, der seit über vier Jahrzehnten ungelöst blieb, wird nun vor Gericht neu aufgerollt. Ein 62-jähriger Mann steht im Verdacht, 1984 einen Psychologie-Professor ermordet zu haben. Neue DNA-Beweise könnten den Fall endlich klären, doch die Verteidigung zweifelt an der Schuld des Angeklagten.

Ein Mordfall, der seit 1984 ungelöst blieb, wird nun in Düsseldorf vor Gericht neu aufgerollt. Ein 62-jähriger Mann, der zur Tatzeit 21 Jahre alt war, steht im Verdacht, einen angesehenen Psychologie-Professor in dessen Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen zu haben. Der Fall erregt Aufsehen, da er nach über 40 Jahren durch neue DNA-Beweise wieder ins Rampenlicht gerückt ist.
Der Hochschullehrer wurde damals mit 24 Messerstichen in Rücken, Nacken und Brustbereich tot aufgefunden. Die Ermittler der sogenannten „Cold Case“-Einheit sind überzeugt, den Fall nun endlich aufklären zu können. In den Asservaten fanden sie DNA-Spuren, die damals noch nicht ausgewertet werden konnten. Diese Spuren führten sie zu dem heute 62-jährigen Angeklagten, dessen Fingerabdruck bereits 1984 an einem Teller in der Küche des Opfers entdeckt worden war.
Die Verteidigung des Angeklagten, vertreten durch Anwältin Hannah Piel, bestreitet die Vorwürfe vehement. Sie kritisiert die damaligen Ermittlungen als einseitig und überstürzt. Ihr Mandant habe sich in der Stricher-Szene prostituiert und könnte einer der Freier des Professors gewesen sein. An der Leiche des Opfers seien DNA-Spuren von vier verschiedenen Männern gefunden worden, was die Verteidigung als Beweis für das ausschweifende Sexualleben des Professors anführt.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Ermittlungspraktiken der 1980er Jahre und die Herausforderungen, die mit der Aufklärung von „Cold Cases“ verbunden sind. Die Verteidigung argumentiert, dass der Professor möglicherweise im Vollrausch die Terrassentür offen gelassen habe, was einem Täter den Zugang erleichtert haben könnte. Die Ermittler hatten damals 17 männliche Prostituierte identifiziert, die nachweislich mit dem Professor Kontakt hatten, von denen einige als gewalttätig bekannt waren.
Der Prozess wird zeigen, ob die neuen DNA-Beweise ausreichen, um den Angeklagten zu verurteilen, oder ob die Zweifel der Verteidigung berechtigt sind. Die drei Kinder des Professors, die durch die Tat zu Vollwaisen wurden, hoffen auf eine späte Gerechtigkeit. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung moderner forensischer Methoden und die Notwendigkeit, auch Jahrzehnte alte Fälle nicht ruhen zu lassen.
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