LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungen legen nahe, dass turbulentes Weltraumwetter um ferne Sterne die Suche nach außerirdischen Signalen erschweren könnte. Diese Störungen könnten die Radioübertragungen potenzieller Zivilisationen so verzerren, dass sie für Astronomen auf der Erde schwerer zu erkennen sind.

Die Suche nach außerirdischen Signalen ist seit Jahrzehnten ein faszinierendes Feld der Astronomie. Doch trotz intensiver Bemühungen und technologischer Fortschritte bleiben bestätigte Signale von außerirdischen Zivilisationen aus. Eine neue Studie des SETI-Instituts könnte nun einen entscheidenden Hinweis liefern, warum dies so ist. Forscher haben herausgefunden, dass das sogenannte Weltraumwetter, also die turbulente Aktivität um ferne Sterne, die Radioübertragungen von potenziellen außerirdischen Zivilisationen verzerren könnte.
Diese Verzerrungen entstehen durch die Interaktion der Radioübertragungen mit dem Plasma, das von stellaren Winden und koronalen Massenauswürfen erzeugt wird. Diese Phänomene können die Eigenschaften der Radiowellen verändern und die Energie des Signals über ein breiteres Frequenzspektrum verteilen. Dadurch wird die Signalstärke an einer einzelnen Frequenz reduziert, was dazu führen kann, dass das Signal unterhalb der Detektionsschwellen bleibt, die in vielen SETI-Suchen verwendet werden.
Traditionelle SETI-Strategien konzentrieren sich auf extrem schmale Frequenzspitzen im Radiospektrum, da diese als vielversprechende technologische Signaturen gelten. Doch die neue Forschung legt nahe, dass ein ursprünglich präzises Signal durch die turbulente Umgebung seines Heimatsterns erheblich verbreitert werden kann. Dies bedeutet, dass selbst wenn ein Signal vorhanden ist, es möglicherweise übersehen wird, weil es nicht mehr die erwartete Form hat.
Besonders herausfordernd könnten Sterne vom Typ M sein, die etwa drei Viertel der Sternenpopulation der Milchstraße ausmachen. Diese Sterne sind bekannt für ihre intensive magnetische Aktivität und häufigen stellaren Eruptionen, die starkes Weltraumwetter erzeugen können. Wenn Zivilisationen um diese häufigen Sterne existieren, könnten ihre Radiosignale bereits stark verzerrt und abgeschwächt sein, bevor sie die Erde erreichen. Dies deutet darauf hin, dass zukünftige SETI-Bemühungen ihre Suchtechniken anpassen müssen, um Signale zu identifizieren, die über ein breiteres Frequenzspektrum verteilt sind.
Um die Auswirkungen des Weltraumwetters auf Radioübertragungen besser zu verstehen, haben die Forscher Signale von Raumsonden innerhalb unseres eigenen Sonnensystems als Referenz verwendet. Diese Signale, die durch den Sonnenwind reisen, erfahren ähnliche Plasmaturbulenzen. Die Messungen dieser Übertragungen bieten empirische Daten darüber, wie sich Radiowellen beim Durchgang durch magnetisiertes Plasma verändern. Diese Erkenntnisse wurden genutzt, um Modelle zu kalibrieren, die beschreiben, wie turbulentes Plasma Radiosignale verbreitert. Diese Modelle wurden dann auf Bedingungen um verschiedene Sternentypen und über verschiedene Beobachtungsfrequenzen hinweg erweitert.
Die Studie fügt der jahrzehntelangen Suche nach außerirdischen Signalen eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Anstatt davon auszugehen, dass Übertragungen unversehrt ihr Heimatsystem verlassen, müssen Astronomen die chaotischen Umgebungen vieler Sterne berücksichtigen. In praktischen Begriffen bedeutet dies, Suchstrategien zu entwickeln, die empfindlich auf Signale reagieren, die nicht perfekt schmal sind. Durch die Berücksichtigung des Einflusses von Weltraumwetter in der Nähe entfernter Sender hoffen Forscher, zukünftige SETI-Beobachtungen zu verfeinern und sicherzustellen, dass potenziell bedeutende Signale nicht einfach übersehen werden, weil sie in einer leicht anderen Form ankommen als erwartet.
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