MAINZ / LONDON (IT BOLTWISE) – Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci haben ihren Rückzug aus dem Unternehmen bis 2026 angekündigt, um ein neues Biotech-Startup zu gründen. Diese Nachricht hat die Aktie auf ein 52-Wochen-Tief fallen lassen, während das Unternehmen seine Bemühungen in der Krebsforschung intensiviert.

Die Ankündigung des Rückzugs der BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hat die Biotechnologiebranche aufgerüttelt. Bis Ende 2026 planen die beiden, das Unternehmen zu verlassen, um ein neues Biotech-Startup zu gründen, das sich auf Künstliche Intelligenz und die nächste Generation von mRNA-Technologien konzentriert. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Wendepunkt für BioNTech, das sich nun ohne seine visionären Gründer neu orientieren muss.
Die Reaktion der Börse auf diese Nachricht war prompt und heftig. Die BioNTech-Aktie fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief von 72,50 Euro, was einem Verlust von fast 19 Prozent innerhalb einer Woche entspricht. Dieser Kursrutsch wurde durch die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2025 verstärkt, die einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 2,87 Milliarden Euro auswiesen. Trotz dieser Herausforderungen verfügt das Unternehmen über ein erhebliches Liquiditätspolster von 17,2 Milliarden Euro.
Strategisch gesehen könnte der Weggang der Gründer sowohl Risiken als auch Chancen für BioNTech mit sich bringen. Während das neue Startup potenziell als Konkurrent auftreten könnte, könnte der Verlust der Gründerstruktur BioNTech für andere Pharmakonzerne als Übernahmeziel attraktiver machen. Die Gründer behalten jedoch einen Anteil von rund 15 Prozent an BioNTech und das Unternehmen lizenziert bestimmte mRNA-Rechte an das neue Startup, was zukünftige Meilensteinzahlungen verspricht.
Operativ richtet BioNTech seinen Fokus verstärkt auf die Krebsforschung. Bis Ende 2026 sollen 15 Phase-3-Studien laufen. Die klinische Entwicklung zeigt gemischte Ergebnisse: Eine Studie zu Blasenkrebs wird nach einer Sicherheitsprüfung fortgesetzt, während sich die Datenauswertung zur Darmkrebs-Forschung verzögert. Ein positiver Aspekt ist der Fast-Track-Status der FDA für einen Kandidaten gegen Kopf-Hals-Tumore. Für 2026 erwartet BioNTech einen Umsatz zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro, wobei die Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterhin hoch bleiben, um den Übergang zu einem Onkologie-Konzern voranzutreiben.
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