FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Aktien von Thyssenkrupp stehen unter erheblichem Druck, da Zweifel an einem wichtigen Stahl-Deal mit dem indischen Unternehmen Jindal Steel & Power aufkommen. Der Aktienkurs fiel um rund 10 Prozent, was die Unsicherheiten über die Zukunft der Stahlsparte des Unternehmens widerspiegelt. Analysten und Gewerkschaften äußern Bedenken über die möglichen Auswirkungen eines Scheiterns der Verhandlungen.

Die Aktien von Thyssenkrupp gerieten am Donnerstag stark unter Druck, nachdem Zweifel an einem möglichen Deal mit Jindal Steel & Power aufkamen. Der Kurs fiel um etwa 10 Prozent auf 8,11 Euro, den tiefsten Stand seit Mitte September 2025. Diese Entwicklung spiegelt die Unsicherheiten wider, die den Markt in Bezug auf die Zukunft der Stahlsparte von Thyssenkrupp beschäftigen.
Der geplante Einstieg von Jindal Steel bei Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) wird von vielen als potenzieller Wendepunkt für das Unternehmen gesehen. Die Stahlsparte gilt seit langem als Belastung für Thyssenkrupp, und die Hoffnung auf eine Lösung durch den Deal war groß. Doch nun mehren sich die Zweifel, ob die Transaktion tatsächlich zustande kommt.
Analysten äußerten bereits bei Bekanntwerden der Verhandlungen im vergangenen Jahr Bedenken. So wies Dominic O’Kane von JPMorgan darauf hin, dass es keine Belege dafür gebe, dass das Übernahmeangebot von Jindal wertsteigernd sei. Auch die hohen Pensionsverpflichtungen von Thyssenkrupp wurden als potenzielles Hindernis genannt.
Die IG Metall, eine der größten Gewerkschaften Deutschlands, hat zudem klargestellt, dass sie einem Verkauf nur zustimmen wird, wenn die Arbeitnehmerinteressen gewahrt bleiben. Diese Bedingungen könnten die Verhandlungen zusätzlich erschweren. Thyssenkrupp-Chef Miguel López hielt sich zuletzt bedeckt und sprach lediglich von einem “konstruktiven Austausch” mit Jindal.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp ist Deutschlands größter Stahlhersteller, doch das Unternehmen kämpft mit den Herausforderungen der Konjunkturschwäche, hohen Energiepreisen und Billigimporten aus Asien. Die laufende Sanierung wird im Geschäftsjahr 2025/26 voraussichtlich zu millionenschweren Verlusten führen, was den Druck auf das Unternehmen weiter erhöht.
Jindal Steel & Power, ein familiengeführter indischer Stahlkonzern, hat im Zuge der Übernahmeverhandlungen zusätzliche Kostensenkungen gefordert. Diese Forderungen könnten die Verhandlungen weiter verzögern oder gar zum Scheitern bringen. Der Ausgang der Verhandlungen bleibt ungewiss, und die Unsicherheit belastet den Aktienkurs von Thyssenkrupp erheblich.
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