SYDNEY / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Studien aus Australien und den USA zeigen, dass Cannabis nicht zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Angstzuständen, Depressionen oder PTSD geeignet ist. Trotz der wachsenden Nutzung von medizinischem und freizeitlichem Cannabis gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für seine Wirksamkeit bei diesen Erkrankungen. Experten warnen vor den Risiken, insbesondere bei jungen Menschen und Schwangeren.

Die jüngsten Forschungsergebnisse aus Australien und den USA werfen ein kritisches Licht auf die weit verbreitete Annahme, dass Cannabis bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen hilfreich sein könnte. Zwei umfassende Analysen von Goldstandard-Studien zeigen, dass weder medizinisches noch freizeitliches Cannabis bei der Linderung von Symptomen wie Angstzuständen, Depressionen oder posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) wirksam ist. Diese Erkenntnisse stehen im Widerspruch zur gängigen Praxis, Cannabis für diese Zwecke zu verschreiben.
Jack Wilson, ein führender Forscher an der Universität von Sydney, betont, dass die untersuchten Cannabisprodukte hauptsächlich in oraler Form verabreicht wurden, während in der Realität oft gerauchtes Cannabis verwendet wird. Dies könnte die Diskrepanz zwischen den Studienergebnissen und der öffentlichen Wahrnehmung erklären. Dennoch bleibt die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabis bei psychischen Erkrankungen schwach.
Die Risiken des Cannabiskonsums, insbesondere bei jungen Menschen und Schwangeren, sind nicht zu unterschätzen. Experten warnen, dass der Konsum von starkem Cannabis während der Schwangerschaft oder in der Jugend die Gehirnentwicklung beeinträchtigen kann. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für psychotische Störungen bei Menschen mit einer familiären Vorbelastung. Diese Gefahren werden oft unterschätzt, da der gesellschaftliche Trend zur Legalisierung von Cannabis anhält.
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist der steigende THC-Gehalt in modernen Cannabisprodukten. Während der THC-Gehalt in den 1970er Jahren bei etwa 4% lag, liegt er heute durchschnittlich bei 18% bis 20%, mit einigen Produkten, die sogar 35% erreichen. Diese hohe Potenz trägt zu einer Zunahme von Cannabisabhängigkeit bei, die als Cannabis Use Disorder bekannt ist. Etwa 30% der Cannabisnutzer in den USA sind davon betroffen.
Für die Behandlung von psychischen Erkrankungen gibt es bewährte Alternativen zu Cannabis. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und kognitive Verhaltenstherapie (CBT) sind etablierte Methoden, die nachweislich wirksam sind. Experten raten, auf diese bewährten Therapien zurückzugreifen, anstatt auf Cannabis zu setzen, dessen Nutzen nicht belegt ist.
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