BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Künstliche Intelligenz zunehmend im Alltag von Kindern und Jugendlichen verankert ist. Während KI-Programme wie ChatGPT und Gemini als Lernwerkzeuge dienen, bergen sie auch Risiken für problematische Nutzungsmuster. Die Diskussion um gesetzliche Altersgrenzen gewinnt an Bedeutung.

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Alltags vieler Kinder und Jugendlicher. Eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass Programme wie ChatGPT und Gemini von 20,8 Prozent der 10- bis 17-Jährigen mehrmals pro Woche genutzt werden. Diese Anwendungen dienen nicht nur als Lern- und Informationswerkzeuge, sondern erfüllen auch sozial-emotionale Funktionen.
Besonders bemerkenswert ist, dass einige Kinder und Jugendliche Chatbots persönliche Dinge anvertrauen, die sie sonst nur engen Freunden oder niemandem mitteilen würden. Dies zeigt, dass KI-Anwendungen nicht nur als technische Hilfsmittel, sondern auch als emotionale Begleiter wahrgenommen werden. Die Studie, die in Berlin vorgestellt wurde, hebt hervor, dass 7 Prozent der Befragten manchmal und 3,4 Prozent oft oder sehr oft solche Interaktionen mit Chatbots haben.
Während die Nutzung von KI-Anwendungen zunimmt, bleibt die problematische Mediennutzung unter Kindern und Jugendlichen ein großes Thema. Trotz eines leichten Rückgangs der Nutzungszeiten ist die Zahl derer mit riskantem Medienverhalten weiterhin hoch. Besonders die Nutzung von Online-Videos auf Plattformen wie TikTok und YouTube hat stark zugenommen, was neue Herausforderungen für die Suchtprävention mit sich bringt.
Die Studie zeigt auch, dass Social-Media-Angebote wie Messenger und Streamingdienste von fast 89 Prozent der Mädchen und 86 Prozent der Jungen regelmäßig genutzt werden. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt werktags bei 146 Minuten und an Wochenenden bei 201 Minuten pro Tag. Diese intensive Nutzung führt bei 21,5 Prozent der Kinder zu riskanten Nutzungsmustern, was auf Kontrollverluste und Vernachlässigung anderer Aktivitäten hinweist.
Angesichts dieser Entwicklungen fordert DAK-Chef Andreas Storm eine rasche gesetzliche Regelung zur Altersregulierung von Social Media. Er betont die Notwendigkeit, Maßnahmen bis zur Sommerpause zu ergreifen, um im kommenden Schuljahr erste Effekte zu erzielen. In der politischen Diskussion haben sich CDU und SPD bereits für ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige ausgesprochen.
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