LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Bedrohung für E-Commerce-Websites ist aufgetaucht: Ein WebRTC-basierter Skimmer umgeht Sicherheitsrichtlinien und stiehlt Zahlungsdaten. Diese innovative Angriffsmethode nutzt Schwachstellen in Magento und Adobe Commerce aus, um unbemerkt Daten zu exfiltrieren.

Eine neue Bedrohung für E-Commerce-Websites hat die Aufmerksamkeit der Cybersicherheitsbranche erregt. Forscher haben einen innovativen Zahlungsskimmer entdeckt, der WebRTC-Datenkanäle nutzt, um Sicherheitsrichtlinien zu umgehen und Zahlungsdaten zu stehlen. Diese Methode stellt eine erhebliche Weiterentwicklung in der Welt der Skimmer-Angriffe dar, da sie die üblichen Sicherheitsmaßnahmen wie die Content Security Policy (CSP) umgeht.
Der Angriff zielte auf die E-Commerce-Website eines Automobilherstellers ab und wurde durch eine neue Schwachstelle namens PolyShell ermöglicht. Diese Schwachstelle betrifft Magento Open Source und Adobe Commerce und erlaubt es Angreifern, ohne Authentifizierung beliebige ausführbare Dateien über die REST-API hochzuladen und Code auszuführen. Seit dem 19. März 2026 ist diese Schwachstelle massenhaft ausgenutzt worden, wobei über 50 IP-Adressen an den Scanaktivitäten beteiligt sind.
Der Skimmer ist als selbst ausführendes Skript konzipiert, das eine WebRTC-Peer-Verbindung zu einer fest codierten IP-Adresse herstellt und JavaScript-Code abruft, der dann in die Webseite injiziert wird, um Zahlungsinformationen zu stehlen. Die Verwendung von WebRTC stellt eine bedeutende Entwicklung dar, da es CSP-Direktiven umgeht und der Datenverkehr schwerer zu erkennen ist. WebRTC-Datenkanäle laufen über DTLS-verschlüsseltes UDP, nicht über HTTP, was es Netzwerksicherheitswerkzeugen erschwert, den Datenabfluss zu erkennen.
Adobe hat am 10. März 2026 einen Fix für PolyShell in der Version 2.4.9-beta1 veröffentlicht, doch hat dieser Patch noch nicht die Produktionsversionen erreicht. Als Gegenmaßnahmen wird den Website-Betreibern empfohlen, den Zugriff auf das Verzeichnis “pub/media/custom_options/” zu blockieren und die Stores auf Web-Shells, Hintertüren und andere Malware zu scannen.
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