LONDON (IT BOLTWISE) – Unternehmen weltweit stehen vor der Herausforderung, Künstliche Intelligenz nicht nur zu testen, sondern sie in großem Umfang in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Die Automatisierung von Routineaufgaben und die Stärkung der Kundeninteraktion sind dabei Schlüsselfaktoren. Experten diskutieren, wie Unternehmen KI-Lösungen implementieren können, ohne ihre bestehende IT-Infrastruktur zu verkomplizieren.

Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in den letzten Jahren von bloßem Hype zu einer realen Implementierung in der Geschäftswelt entwickelt. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, KI nicht nur zu testen, sondern sie in großem Umfang in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Die Automatisierung von Routineaufgaben und die Stärkung der Kundeninteraktion sind dabei Schlüsselfaktoren, um von isolierten Anwendungsfällen zu einer umfassenden Einbettung von KI in die gesamte Unternehmensstruktur zu gelangen.
Ein zentraler Punkt bei der Integration von KI ist die Frage, wie Unternehmen KI-Lösungen implementieren können, ohne ihre bestehende IT-Infrastruktur zu verkomplizieren. Diese Frage stand im Mittelpunkt einer jüngsten Diskussion bei einem Sifted Talks Panel, bei dem Experten darüber sprachen, wie man mit KI zusammenarbeiten, Kunden- und Teamverbindungen stärken und die Technologie mit Zuversicht skalieren kann.
Monique Koster von Zoom betont, dass KI-First-Unternehmen nicht unbedingt die auffälligsten Tools haben. Vielmehr sind es die Unternehmen, die die KI-Integration am besten gemeistert haben. Bei Zoom ist KI in die Arbeitsweise integriert, anstatt als zusätzliches Tool aufgesetzt zu werden. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass ein KI-Assistent bereits vor einem Meeting Kontextinformationen bereitstellt und die wichtigsten Punkte festhält.
Ein weiterer Aspekt der Diskussion war die Bedeutung von Daten. Emma Burrows von Portia AI hebt hervor, dass klare Richtlinien helfen können, den Zugang zu falschen oder sensiblen Daten zu vermeiden. Gleichzeitig können zu strenge Richtlinien die Akzeptanz von KI verlangsamen. Ein besserer Ansatz ist es, informelle Wege zu finden, wie Mitarbeiter bewährte Praktiken innerhalb des Unternehmens teilen können.
James Mulligan von PhysicsX erklärt, dass große Sprachmodelle, wie sie von OpenAI oder Anthropic entwickelt werden, auf Millionen von Datenpunkten aus dem Internet trainiert werden. PhysicsX hingegen trainiert Modelle ausschließlich auf Basis von physikalischen Daten. Dies erfordert die Erstellung eigener Daten, um die Ergebnisse numerischer Simulationen vorherzusagen.
Ein weiteres Thema war die Überwindung von Skepsis gegenüber KI. Bei PhysicsX nutzen Mitarbeiter KI ohne formale Genehmigung der IT-Abteilung, was Mulligan als “Shadow AI” bezeichnet. Diese informelle Nutzung von KI zeigt den Wert der Technologie und kann als Vorbild für andere Organisationen dienen, die KI in großem Umfang einführen möchten.
Harriet Allardyce von Sellmyride hebt hervor, dass KI auch im Kundenkontakt wertvolle Dienste leisten kann. Durch die Analyse von Kundengesprächen mit KI können Verkaufsmitarbeiter besser verstehen, wie sie ihre Beziehungen zu Kunden verbessern können. Dies hilft nicht nur bei der Vorhersage von Kundenbedürfnissen, sondern auch bei der Schulung neuer Mitarbeiter.
Abschließend betont Koster, dass der Wert einer KI-Lösung oft erst dann sichtbar wird, wenn sie mit einem konkreten Schmerzpunkt im Unternehmen verbunden wird. Gerade in kleinen Unternehmen gibt es viele Herausforderungen in Bezug auf Zeit- und Ressourceneinsparungen. Die Verbindung von KI mit diesen Herausforderungen macht die Technologie wertvoll und hilft, ihren Nutzen intern zu erklären.
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