HELSINKI / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der Universität Helsinki hat einen Zusammenhang zwischen schweren Infektionen und einem erhöhten Risiko für Demenz im Alter aufgezeigt. Die Forscher analysierten Daten von über 65.000 Patienten und identifizierten Infektionen wie Zystitis als potenzielle Risikofaktoren. Diese Entdeckungen könnten neue Ansätze zur Prävention von Demenz eröffnen.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Helsinki hat einen potenziellen Zusammenhang zwischen schweren Infektionen und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Demenz im Alter aufgezeigt. Die Forscher untersuchten Daten von über 65.000 Patienten, die im Alter von 65 Jahren oder älter an Demenz erkrankten. Dabei wurden 170 häufige, im Krankenhaus behandelte Krankheiten analysiert, die ein bis 21 Jahre vor der Diagnose auftraten.
Besonders auffällig war der Zusammenhang zwischen bestimmten Infektionen und dem Demenzrisiko. Zwei der 29 Krankheiten, die am stärksten mit Demenz in Verbindung gebracht wurden, waren Infektionen: Zystitis, eine bakterielle Harnwegsinfektion, und allgemeine bakterielle Infektionen. Diese Infektionen traten typischerweise fünf bis sechseinhalb Jahre vor der Demenzdiagnose auf.
Die Studie legt nahe, dass schwere Infektionen möglicherweise den kognitiven Abbau beschleunigen könnten, der der Entwicklung von Demenz vorausgeht. Obwohl die Forscher betonen, dass die Studie nur einen beobachtenden Charakter hat und keine kausalen Zusammenhänge beweisen kann, unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen gegen Infektionen im Alter.
Dr. Joel Salinas, ein Verhaltensneurologe aus New York, der nicht an der Studie beteiligt war, betont, dass Infektionen möglicherweise eine unabhängige Rolle bei der Entwicklung von Demenz spielen könnten. Er weist darauf hin, dass Entzündungen oder Immunreaktionen, die durch Infektionen ausgelöst werden, das Gehirn beeinflussen könnten. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, das Verständnis von Demenz als eine Krankheit mit vielen interagierenden Faktoren zu vertiefen.
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