LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Europa bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz deutlich hinter den USA zurückliegt. Diese Diskrepanz könnte zu einer weiteren Öffnung der Produktivitätslücke führen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz variiert stark zwischen den USA und Europa, wie eine aktuelle Studie zeigt. Während in den USA Anfang 2026 bereits 43 Prozent der Beschäftigten KI einsetzen, sind es in Europa nur 32 Prozent. Diese Unterschiede haben sich über die Jahre vergrößert und beeinflussen die Produktivität der Arbeitnehmer erheblich. Besonders auffällig ist, dass die USA nicht nur in der Breite, sondern auch in der Intensität der KI-Nutzung führend sind.
Die Studie, die von Nicola Fuchs-Schündeln und Jonas Jessen vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Forschern durchgeführt wurde, hebt hervor, dass die geringere Nutzung von KI ein wesentlicher Faktor für das schwächere Produktivitätswachstum in Europa zwischen 2019 und 2024 ist. In Deutschland nutzen 32 Prozent der Beschäftigten KI, was dem europäischen Durchschnitt entspricht, während Italien mit 26 Prozent das Schlusslicht bildet.
Ein entscheidender Faktor für die Unterschiede in der KI-Nutzung ist die Qualität des Managements. In den USA wird die Nutzung von KI-Tools aktiv gefördert, was zu einer höheren Akzeptanz und Anwendung führt. In Europa hingegen fehlt oft die explizite Aufforderung des Managements, KI am Arbeitsplatz zu nutzen. Dies zeigt, dass Unternehmen in Europa noch erhebliches Potenzial haben, ihre Produktivität durch gezielte Förderung der KI-Nutzung zu steigern.
Die Auswirkungen der KI-Nutzung auf die Produktivität sind signifikant. Beschäftigte, die KI einsetzen, sparen im Durchschnitt 5 bis 6 Prozent ihrer Arbeitszeit. Auf makroökonomischer Ebene korreliert eine stärkere Nutzung von KI mit einem höheren Produktivitätswachstum. Wenn der Anteil der KI-nutzenden Unternehmen in einem Sektor um 10 Prozentpunkte steigt, erhöht sich das sektorale Produktivitätswachstum um 2 bis 5 Prozentpunkte.
Bereits seit den 1990er Jahren wächst die Produktivität in den USA stärker als in Europa, was auf die schnellere und intensivere Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zurückgeführt wird. Mit dem bestehenden Abstand in der KI-Nutzung ist zu erwarten, dass sich die Produktivitätslücke weiter vergrößert, wenn Europa nicht gegensteuert. Angesichts der demografischen Entwicklung wird es entscheidend sein, das Produktivitätswachstum in den nächsten Jahren zu erhöhen.
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