BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Zahl der Essstörungen bei Jugendlichen hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Experten machen soziale Medien und Künstliche Intelligenz für diese Entwicklung verantwortlich. Während die Digitalisierung der Hilfsangebote voranschreitet, bleibt die Herausforderung, effektive Unterstützung zu bieten.

Die Zahl der Essstörungen bei Jugendlichen hat seit 2019 um 40 Prozent zugenommen, was Experten auf den Einfluss sozialer Medien und Künstlicher Intelligenz zurückführen. Laut aktuellen Daten der Krankenkasse DAK erhielten 2024 rund 23.000 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren eine entsprechende Diagnose. Diese alarmierende Entwicklung wird durch die Verdopplung der Klinikeinweisungen in dieser Altersgruppe innerhalb von zwei Jahrzehnten unterstrichen.
Soziale Medien wie TikTok und Instagram verbreiten oft verzerrte Schlankheitsideale, die Jugendliche in destruktive Verhaltensmuster treiben können. Gefährliche Trends wie Abnehmspritzen finden dort schnelle Verbreitung, während die Qualität der Informationen häufig mangelhaft ist. Nur jedes fünfte Video zum Thema mentale Gesundheit in sozialen Medien enthält fachlich korrekte Inhalte, was die Gefahr von Fehlinformationen erhöht.
Um auf diese Herausforderungen zu reagieren, werden klassische Beratungsangebote zunehmend digitalisiert. Projekte wie digitale Streetworker, die in Foren nach Hinweisen auf Essstörungen suchen, bieten niederschwellige Hilfe an und bauen Brücken in das reale Versorgungssystem. Diese Initiativen sind notwendig, da sich das Leben Jugendlicher immer mehr online abspielt und traditionelle Hilfsangebote an ihre Grenzen stoßen.
Ein weiteres Risiko stellt die Nutzung von KI-Sprachassistenten dar. Der Psychiater Marc Augustin warnte vor den emotional ansprechenden Interaktionen mit Sprach-Chatbots, die zu längeren Nutzungszeiten führen können. Daten von OpenAI zeigen, dass ein kleiner Prozentsatz der wöchentlichen ChatGPT-Nutzer Anzeichen von Psychosen oder Suizidabsichten aufweist, was bei der großen Nutzerzahl weltweit zu erheblichen Fallzahlen führen kann.
International reagieren Staaten unterschiedlich auf diese Entwicklungen. Während Australien soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren verboten hat, wird in Kalifornien eine verpflichtende digitale Gesundheitserziehung im Lehrplan diskutiert. In Deutschland wird die Debatte von finanziellen Engpässen überschattet, da Psychotherapeuten gegen Honorarkürzungen protestieren, obwohl der Bedarf an Therapieplätzen für Jugendliche weiter steigt.
Die wirtschaftliche Lage verschärft die Situation zusätzlich. Führende Institute haben ihre Wachstumsprognose für 2026 gesenkt, und viele Beschäftigte fühlen sich mental erschöpft. Experten raten Arbeitnehmern, ihre Fähigkeiten breit aufzustellen und KI-Tools offen zu begegnen, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Über steuerfreie Entlastungsprämien wird derzeit politisch gestritten.
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