BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt alarmierende Zahlen: 45 Prozent der Erwerbstätigen sehen hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck als Hauptursachen für Unfälle am Arbeitsplatz. Die digitale Transformation und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen Abhilfe schaffen.

Die psychische Belastung am Arbeitsplatz hat in den letzten Jahren neue Höchstwerte erreicht, wie eine aktuelle Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt. Besonders alarmierend ist, dass 45 Prozent der Befragten hohe Arbeitsbelastung und ständigen Zeitdruck als Hauptursachen für Unfälle am Arbeitsplatz identifizieren. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und zu dokumentieren, um die Gesundheit der Belegschaft zu sichern.
Die digitale Transformation verschärft die Situation zusätzlich, da sie oft mit einer erhöhten Arbeitsverdichtung einhergeht. Dies zeigt sich auch in den makroökonomischen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die einen Anstieg des gesamten Arbeitsvolumens in Deutschland auf 61,36 Milliarden Stunden im Jahr 2024 verzeichnen. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf um etwa 14 Prozent, was zu einer höheren Belastung der Arbeitnehmer führt.
Besonders betroffen von dieser Entwicklung ist die junge Generation. Die Fallzahlen für Angststörungen bei 15- bis 29-Jährigen haben sich zwischen 2013 und 2023 verdoppelt, wie eine Untersuchung der KKH zeigt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Unternehmen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und bessere Organisation. Google und Microsoft haben kürzlich neue Plattformen vorgestellt, die Routineaufgaben automatisieren und so die Arbeitsbelastung reduzieren sollen.
Doch Technologie allein wird das Problem nicht lösen können. Eine Studie von Coface warnt davor, dass KI primär ergänzend zum Menschen wirkt und die Anforderungen an die Beschäftigten verändert. Psychologin Eva Asselmann betont die Bedeutung der Selbstwirksamkeit, also der Überzeugung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Positive Erfahrungen und das Aufteilen großer Aufgaben in kleine Schritte fördern diese Selbstwirksamkeit.
Regelmäßige Regenerationsphasen sind ebenfalls entscheidend, um das Stresslevel zu senken. Das DRAMMA-Modell dient als wissenschaftlicher Leitfaden für die betriebliche Gesundheitsförderung und zeigt, dass bereits kurze Auszeiten von vier Tagen das Stresslevel signifikant senken können. Unternehmen müssen daher Arbeitsbedingungen schaffen, die die Arbeitsfähigkeit bis zum Renteneintritt erhalten.
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