BREMEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bremen wird zum Vorreiter in der Wärmewende. Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie die Bürger aktiv in die kommunale Wärmeplanung eingebunden werden können. Ziel ist es, eine praxistaugliche und sozial verträgliche Wärmeversorgung zu schaffen, die als Modell für andere Städte dienen kann.

Bremen hat sich als Modellstadt für die Wärmewende positioniert. Ein innovatives Forschungsprojekt, das von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens und der Hochschule Bremen durchgeführt wird, untersucht, wie die Bürger in die kommunale Wärmeplanung eingebunden werden können. Dieses Projekt, das auch von adelphi research aus Berlin und dem Ecolog-Institut aus Lüneburg unterstützt wird, zielt darauf ab, eine praxistaugliche und sozial tragfähige Wärmeversorgung zu entwickeln.
Am 7. April 2026 hat der Bremer Senat den kommunalen Wärmeplan beschlossen, der als Vorbild für andere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern dienen soll. Diese Pläne sind entscheidend, um Deutschlands Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen stellt jedoch eine große Herausforderung dar, die das Forschungsprojekt in Bremen adressiert.
In ausgewählten Bremer Stadtteilen werden neue Ansätze zur zielgruppenspezifischen Ansprache und Beteiligung erprobt. Die Projektpartner entwickeln praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Initiierung und Umsetzung erneuerbarer Energiegemeinschaften. Diese Ergebnisse sollen anderen Kommunen, Planern und Initiativen als Orientierung für eine erfolgreiche Umstellung der Wärmeversorgung in urbanen Räumen dienen.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft in Bremen, betont die Bedeutung der Wärmewende für den Klimaschutz und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Sie unterstreicht, dass die Expertise und Tatkraft der Menschen vor Ort unverzichtbar sind, ebenso wie verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Haushalte und Unternehmen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms gefördert.
Die soziale Verträglichkeit der Maßnahmen ist ein zentrales Anliegen des Projekts. Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens, weist darauf hin, dass etwa zwei Drittel der Gebäude in Bremen und Bremerhaven noch mit Öl und Gas beheizt werden. Dies verstärkt die Klimakrise und führt zu höheren Kosten angesichts steigender CO2-Preise. Professor Dr. Jürgen Knies von der Hochschule Bremen betont, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Unterschiedliche Lebenslagen erfordern maßgeschneiderte Informationen und sinnvolle Handlungsoptionen.
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