NEW MEXICO / LONDON (IT BOLTWISE) – Oracle plant einen revolutionären KI-Campus in New Mexico, der durch ein autarkes Mikronetz betrieben wird. Diese innovative Infrastruktur soll die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung bedienen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Trotz beeindruckender Auftragszahlen steht Oracle vor Herausforderungen durch hohe Schulden und Risiken im Zusammenhang mit OpenAI.

Oracle hat sich mit Bloom Energy zusammengetan, um ein innovatives Mikronetz für seinen neuen KI-Campus in New Mexico zu entwickeln. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt weg von traditionellen Stromnetzen, die den Ausbau von Rechenzentren oft behindern. Stattdessen setzt Oracle auf Brennstoffzellen, die die ursprünglich geplanten Gasturbinen ersetzen. Diese autarke Energieversorgung soll eine Leistung von bis zu 2,45 Gigawatt erreichen und somit die notwendige Energie für moderne KI-Anwendungen bereitstellen, während der ökologische Fußabdruck im Vergleich zu Dieselgeneratoren deutlich reduziert wird.
Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das Angebot bei weitem, was sich in Oracles beeindruckenden Auftragsbüchern widerspiegelt. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Auftragsbestand auf 553 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 325 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Großteil dieser Aufträge stammt aus langfristigen Cloud-Verträgen, wobei allein 300 Milliarden US-Dollar an Zusagen für OpenAI gebunden sind. Um das Klumpenrisiko zu minimieren, erweitert Oracle seine Partnerschaften mit AWS und Google Cloud.
Operativ verzeichnet Oracle ein rasantes Wachstum. Der Gesamtumsatz stieg im März-Quartal um 22 Prozent auf 17,19 Milliarden US-Dollar, wobei das Cloud-Geschäft mittlerweile mehr als die Hälfte der Erlöse ausmacht. Besonders hervorzuheben ist der Umsatzanstieg im Bereich Infrastruktur (IaaS), der um 84 Prozent auf 4,89 Milliarden US-Dollar kletterte. Auch die Erlöse aus Multicloud-Datenbanken stiegen um beeindruckende 531 Prozent. Trotz hoher Ausgaben blieb die Nettomarge stabil bei 25,3 Prozent.
Die hohen Investitionen, die Oracle tätigt, um das Wachstum zu unterstützen, belasten jedoch den Aktienkurs. Die Investitionsausgaben für das laufende Geschäftsjahr sollen 50 Milliarden US-Dollar erreichen, was die langfristigen Schulden auf rund 125 Milliarden US-Dollar ansteigen lässt. An der Börse sorgt der hohe Kapitalbedarf zusammen mit den OpenAI-Sorgen für Druck, und die Aktie hat seit ihrem Hoch im vergangenen September knapp 51 Prozent an Wert verloren. Marktbeobachter halten den jüngsten Kursrutsch jedoch für übertrieben und sehen Potenzial für eine Erholung.
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