LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues KI-Startup, unterstützt von Milliardären wie Peter Thiel, zielt darauf ab, Journalisten durch sogenannte ‘AI-Jurys’ zur Rechenschaft zu ziehen. Kritiker warnen vor einer potenziellen Bedrohung der Pressefreiheit, während das Unternehmen behauptet, die journalistische Integrität zu verbessern.

Ein neues KI-Startup, das von Milliardären wie Peter Thiel unterstützt wird, hat das Potenzial, die Medienlandschaft grundlegend zu verändern. Das Unternehmen namens Objection nutzt sogenannte ‘AI-Jurys’, um Journalisten zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie angeblich unfair berichten. Kritiker sehen darin eine Bedrohung der Pressefreiheit, während die Gründer behaupten, die journalistische Integrität zu stärken.
Die Idee hinter Objection entstand aus dem berüchtigten Fall gegen die US-amerikanische Klatsch-Website Gawker, die 2016 nach einer Klage von Hulk Hogan, finanziert von Thiel, in den Bankrott getrieben wurde. Aron D’Souza, der Gründer von Objection, war maßgeblich an dieser Kampagne beteiligt und sieht in der Plattform eine Möglichkeit, die Medien für ihre Berichterstattung zur Verantwortung zu ziehen.
Objection bietet eine Plattform, auf der Personen, die sich durch Berichterstattung unfair behandelt fühlen, eine Beschwerde einreichen können. Diese wird von einem Team von Ermittlern geprüft und anschließend einer ‘AI-Jury’ vorgelegt. Diese Jury besteht aus großen Sprachmodellen von Unternehmen wie OpenAI und Google. Journalisten können ihre Berichterstattung verteidigen, doch selbst wenn sie dies nicht tun, wird das Urteil veröffentlicht.
Die Plattform stößt auf Kritik von Pressefreiheitsgruppen, die befürchten, dass sie als Werkzeug zur Zensur missbraucht werden könnte. Fiona O’Brien von der Committee to Protect Journalists bezeichnet die Plattform als ‘tief beunruhigend’, da sie in einer Zeit kommt, in der die Pressefreiheit bereits unter Druck steht. Die Plattform könnte es wohlhabenden Einzelpersonen ermöglichen, Journalisten zu diskreditieren und zu zensieren.
Obwohl Objection keine rechtliche Autorität besitzt, könnte es durch die Verbreitung seiner Urteile in sozialen Medien und PR-Kampagnen erheblichen Einfluss gewinnen. D’Souza argumentiert, dass die Plattform dazu beitragen könnte, das Vertrauen in die Medien wiederherzustellen, indem sie höhere Standards für die Berichterstattung erzwingt. Doch viele sehen darin eher eine Bedrohung als eine Lösung.
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