TEHERAN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die iranische Hackergruppe MuddyWater hat erneut zugeschlagen. In einem ausgeklügelten Angriff, der als Ransomware-Angriff getarnt war, nutzten die Angreifer Microsoft Teams, um Zugang zu sensiblen Daten zu erlangen. Dabei setzten sie auf soziale Manipulation und umgingen herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen.

Die iranische Hackergruppe MuddyWater, auch bekannt als Mango Sandstorm, Seedworm und Static Kitten, hat sich erneut in den Fokus der Cybersicherheitswelt gerückt. In einem als “False Flag” bezeichneten Angriff nutzten die Angreifer Microsoft Teams, um sich Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen. Der Angriff, der von Rapid7 im Jahr 2026 beobachtet wurde, zeigt, wie geschickt staatlich geförderte Hackergruppen soziale Manipulationstechniken einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.
Der Angriff begann mit einer ausgeklügelten Phase der sozialen Manipulation über Microsoft Teams. Die Angreifer nutzten interaktive Bildschirmfreigaben, um Anmeldedaten zu stehlen und die Multi-Faktor-Authentifizierung zu manipulieren. Anstatt jedoch Dateien zu verschlüsseln, wie es bei herkömmlichen Ransomware-Angriffen üblich ist, konzentrierten sich die Hacker auf die Exfiltration von Daten und die langfristige Aufrechterhaltung des Zugangs über Fernverwaltungstools wie DWAgent.
Interessanterweise versuchten die Angreifer, die Zuordnung ihrer Aktivitäten zu verschleiern, indem sie vermehrt auf im Cybercrime-Untergrund verfügbare Standardtools zurückgriffen. Diese Taktik wurde auch von anderen Sicherheitsunternehmen wie Ctrl-Alt-Intel, Broadcom und Check Point beobachtet. Die Verwendung von Tools wie CastleRAT und Tsundere zeigt, wie sich MuddyWater an die sich ständig ändernde Bedrohungslandschaft anpasst.
Bereits in der Vergangenheit war MuddyWater für ähnliche Angriffe bekannt. Im Jahr 2020 wurde die Gruppe mit einem Angriff auf israelische Organisationen in Verbindung gebracht, bei dem ein Loader namens PowGoop eingesetzt wurde, um eine Variante der Thanos-Ransomware zu verbreiten. Auch in den folgenden Jahren blieb die Gruppe aktiv und nutzte unter anderem die Qilin-Ransomware, um gezielt israelische Einrichtungen anzugreifen.
Die jüngsten Aktivitäten von MuddyWater verdeutlichen die zunehmende Konvergenz von staatlich geförderten Angriffen und kriminellen Cyberaktivitäten. Durch die Nutzung von Ransomware-as-a-Service-Frameworks versuchen die Angreifer, die Grenzen zwischen staatlich geförderten Aktivitäten und finanziell motivierter Cyberkriminalität zu verwischen. Dies erschwert die Zuordnung und verzögert die angemessene Reaktion auf solche Bedrohungen.
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