LONDON (IT BOLTWISE) – Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Rund 40 Prozent aller Android-Geräte erhalten keine regelmäßigen Sicherheitsupdates mehr. Besonders betroffen sind Geräte mit Qualcomm-Chips, die kritische Hardware-Schwachstellen aufweisen. Diese Sicherheitslücken erhöhen das Risiko von Datenverlust und Hackerangriffen erheblich.

Die Sicherheitslage für Android-Geräte hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Rund 40 Prozent aller aktiven Android-Geräte erhalten keine regelmäßigen Sicherheitsupdates mehr, was sie anfällig für Angriffe macht. Besonders besorgniserregend sind die Schwachstellen in Qualcomm-Chips, die in vielen dieser Geräte verbaut sind. Diese Hardware-Lücken können nicht durch Software-Updates geschlossen werden, was das Risiko für die Nutzer erheblich erhöht.
Die Schwachstelle CVE-2026-25262, die im BootROM zahlreicher Qualcomm-Snapdragon-Prozessoren entdeckt wurde, ist besonders gefährlich. Da der fehlerhafte Code im schreibgeschützten Speicher des Chips liegt, können nachträgliche Updates das Problem nicht beheben. Experten warnen, dass Angreifer mit physischem Zugriff betroffene Geräte innerhalb weniger Minuten komplett übernehmen können, was den Zugriff auf Kamera, Mikrofon und sämtliche Daten ermöglicht.
Die indische Cybersicherheitsbehörde CERT-In hat die Warnung auf zahlreiche Snapdragon-Prozessoren der 8er-, 7er-, 6er- und 4er-Serie ausgeweitet. Ursachen sind Speicherfehler, unzureichende Autorisierungsprozesse und Pufferüberläufe. Besonders gefährlich sind Manipulationen am Bootloader, die als Einfallstor für Malware dienen können. Kriminelle bieten manipulierte Tools und gefälschte Anleitungen zur angeblichen „Sekunden-Entsperrung“ des Bootloaders an, die in Wirklichkeit Hintertüren für Malware öffnen.
Während aktuelle Modelle wie das Samsung Galaxy Tab A9 Plus noch Updates erhalten, fallen ältere Geräte sukzessive aus dem Wartungszyklus. Über eine Milliarde Android-Nutzer erhalten keine Patches mehr und sind damit schutzlos gegen Exploits wie CVE-2026-0073, der Fernzugriffe auf Android 14 bis 16 ermöglicht. Ein aktueller Marktvergleich zeigt, dass das Google Pixel 10 Pro als sicherstes Smartphone bewertet wurde, gefolgt von Samsung und Motorola. Xiaomi-Geräte bilden das Schlusslicht in Sachen Sicherheit.
Die Bedrohung durch Schadsoftware nimmt ebenfalls zu. Sicherheitsforscher haben kürzlich vier neue Android-Trojaner identifiziert, die auf über 800 Apps aus den Bereichen Finanzen, Kryptowährungen und soziale Medien abzielen. Besonders perfide ist der Trojaner Arsink RAT, der bereits über 45.000 Geräte infiziert hat. Diese Schadsoftware stiehlt nicht nur Daten, sondern kann auch physische Schäden verursachen, indem sie gezielte Überhitzung herbeiführt.
Die technologische Entwicklung verschärft die Sicherheitslage weiter. KI-gestützte Angriffe, die zur existenziellen Bedrohung für den Telekommunikationssektor werden, sind auf dem Vormarsch. Angreifer klonen Stimmen für Betruganrufe oder fahren personalisierte Phishing-Kampagnen im großen Stil. Die Hacker-Gruppe SilverFox nutzt gezielt Phishing-Mails im Namen von Steuerbehörden, um den Python-Backdoor „ABCDoor“ zu verbreiten.
Für Besitzer älterer Hardware bleibt die Empfehlung der Sicherheitsbehörden eindeutig: Offizielle Kanäle nutzen, Bootloader nicht entsperren und erhöhte Skepsis gegenüber unaufgeforderten Kontaktanfragen. Diese Maßnahmen sind derzeit die einzig wirksamen Schutzmaßnahmen gegen eine zunehmend professionalisierte Cyberkriminalität.
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