SAN JOSE / LONDON (IT BOLTWISE) – PayPal hat einen bedeutenden Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium beigelegt, der sich um Förderprogramme für Minderheiten drehte. Im Rahmen der Einigung wird PayPal auf Bearbeitungsgebühren in Höhe von 30 Millionen US-Dollar verzichten. Gleichzeitig plant das Unternehmen eine globale Expansion, um bis 2030 weltweit 25 Millionen Menschen zu unterstützen.

PayPal hat kürzlich einen bedeutenden Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium beigelegt, der sich um umstrittene Förderprogramme für Minderheiten drehte. Im Zentrum des Konflikts stand ein 530 Millionen US-Dollar schwerer Fonds aus dem Jahr 2020, der speziell Unternehmen von schwarzen und Minderheiten-Unternehmern unterstützen sollte. Die Behörde untersuchte, ob die Förderkriterien gegen das US-Gleichbehandlungsgesetz bei Kreditvergaben verstoßen.
Im Rahmen der Einigung verzichtet PayPal auf 30 Millionen US-Dollar an Bearbeitungsgebühren für kleine Unternehmen, was einem Transaktionsvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar entspricht. Begünstigt werden Betriebe aus den Bereichen Produktion, Technologie und Landwirtschaft sowie Unternehmen von Veteranen. Eine Schuldanerkenntnis leistete PayPal nicht, da die Behörde keine endgültige Rechtsverletzung feststellte.
Parallel zur rechtlichen Einigung hat PayPal ein ehrgeiziges globales Ziel verkündet: Bis 2030 will das Unternehmen 25 Millionen Menschen und kleine Unternehmen weltweit unterstützen. Dies geht aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht hervor. Bislang hat PayPal über seine Programme rund 30 Milliarden US-Dollar an Kapital vermittelt und 1,4 Millionen Kredite an etwa 420.000 Unternehmen vergeben.
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die langjährige Partnerschaft mit der Mikrokredit-Plattform Kiva.org, die bereits 2,4 Milliarden US-Dollar an Kleinstkrediten vermittelt hat. Mit der Beilegung des Rechtsstreits schließt PayPal seine früheren, auf Minderheiten fokussierten Darlehensprogramme und öffnet die Förderung für eine breitere Gruppe von Kleinunternehmen.
Bereits einen Tag vor der Einigung startete PayPal eine umfassende Neugestaltung der beliebten App Venmo. Alexis Sowa, Chefin der Verbraucherfinanzdienste, betonte die neuen Schwerpunkte: Personalisierung, soziale Funktionen wie Emojis sowie finanzielle Anreize durch Cashback und Prämien. CEO Enrique Lores sieht Venmo als entscheidenden Baustein für das künftige Wachstum hin zu einem vollumfänglichen Finanz-Ökosystem.
Um dieses Wachstum zu finanzieren, reichte PayPal am 12. Mai eine Anleiheemission bei der US-Börsenaufsicht ein. Das Unternehmen plant, bis zu zwei Milliarden US-Dollar über drei Anleihetranchen aufzunehmen. Dies ist ein klarer Schritt zur Stabilisierung nach dem juristischen und strategischen Umbruch.
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