POTSDAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Extremismusforscher beschreibt eine deutlich steigende Bereitschaft, eine rechtspopulistische Partei zu wählen, während sich diese zugleich weiter radikalisiere. In Umfragen sieht er zeitweise sehr hohe Werte, verbunden mit einem schmelzenden sozialen Stigma. Als Treiber nennt er auch parteipolitische Strategien in der Migrationsdebatte sowie die Repositionierung anderer Parteien aus der Fläche. Zudem warnt er vor der zunehmenden Offenheit für extremistische Narrative bis hinein in kommunale Ämter.

In der brandenburgischen Politikverdichtung verdichtet sich aktuell ein widersprüchlich wirkender Befund: Während ein Extremismusforscher eine weitere Rechtsverschiebung und Radikalisierung einer rechten Partei konstatiert, wächst parallel die Offenheit vieler Wählerinnen und Wähler. Gideon Botsch, Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam, argumentiert, das Wahlstigma werde weniger wirksam, obwohl die Partei nach seiner Einschätzung ideologisch härter werde. Für das Umfeld ist das vor allem deshalb relevant, weil Einstellungen offenbar nicht nur von Programmen abhängen, sondern auch von wahrgenommenen Risiken und vom öffentlichen Ton.
Technisch betrachtet zeigt der Fall, wie wichtig Methodik und Unsicherheiten bei der politischen Vermessung sind. Wahlumfragen liefern zwar Indikationen, bleiben aber fehleranfällig: Stichproben, Fragemodell, nicht repräsentative Antwortmuster und zeitliche Effekte können Resultate verschieben. Botsch nennt in diesem Kontext Umfragewerte, die bundesweit zeitweise bis in Richtung 29 Prozent reichen. Entscheidend ist jedoch die Interpretation der Entwicklung: Wenn sich die Bereitschaft zur Stimmabgabe erhöht und das wahrgenommene soziale Kosten-Nutzen-Kalkül sinkt, kann sich eine Partei auch dann stabil ausbreiten, wenn zugleich ihre Radikalität im Diskurs zunimmt.
Als Erklärung verweist Botsch auf ein Zusammenspiel aus Themenagenden und Mobilisierung. Er macht geltend, eine schärfere Migrationspolitik habe der Partei zusätzlich Anhänger verschafft, und verweist auf eine bereits länger bestehende Stammwählerschaft, die in Brandenburg bis zu einem Viertel der Bevölkerung umfasst haben soll. Besonders seit etwa 2023 habe sich die „Klientel“ deutlich ausweiten lassen, so Botsch. Der Hintergrund sei aus seiner Sicht die Bundespolitik: Ein Versuch, die Partei „rechts zu überflügeln“, etwa durch Positionierungen konkurrierender Kräfte, könne bei manchen Wählergruppen gerade die Anziehung erhöhen. Das ist ein klassischer Effekt, der auch in anderen Politikfeldern beobachtet wird.
Hier entsteht der eigentliche Markt- und Wettbewerbsvergleich: Andere Parteien agieren in der Fläche zurückhaltender, während die rechte Konkurrenz nach Botsch an Präsenz gewinnt. Er illustriert dies an kommunalen Machtpositionen, etwa bei Bürgermeisterwahlen, und argumentiert, dass die Partei dort gute Chancen habe, weitere Spitzenämter zu erlangen. Als unmittelbares Beispiel nennt er den erstmaligen Gewinn eines hauptamtlichen Bürgermeisters im Land durch einen AfD-Kandidaten. Für die CDU/Union, SPD und andere demokratische Akteure bedeutet das: Wenn man sich personell und strategisch aus bestimmten Regionen zurückzieht, sinkt die wahrgenommene Angebotsdichte für alternative Narrative, und die rechte Konkurrenz kann über relativ kleine organisatorische Lücken hinweg entscheidend sein.
Experteneinschätzungen stützen dabei den Sicherheitsrahmen der Debatte: Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft die Partei als rechtsextremistisch ein; die Partei bestreitet diese Einordnung und geht dagegen vor. Gleichzeitig berichten Behörden und Fachöffentlichkeit von einer ideologischen Annäherung an neonazistische Elemente, insbesondere im genannten Bundesland. Botsch beschreibt das als einen Prozess, der nach seiner Sicht immer offener und unverhohlener werde, und verweist auf einen öffentlichkeitswirksamen Beitrag eines Landtagsabgeordneten, in dem zentrale historische Bezüge abgewertet worden seien. Der Kern ist weniger die einzelne Formulierung, sondern das Muster: Wenn extremistische Frames normalisiert werden, können sie sozial leichter akzeptiert werden—und das kann mit der von Botsch beobachteten „Stigma-Schmelze“ zusammenfallen.
Auch aus regulatorischer Perspektive ist der Fall relevant, weil sich Sicherheitsbewertung, gerichtliche Kontrolle und Öffentlichkeitswirkung überlagern. In dem Zusammenhang wird erwähnt, dass Einstufungen im Eilverfahren nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln vorübergehend ausgesetzt sein können, während über die Hauptsache noch zu entscheiden ist. Für Unternehmen, Verwaltungen und Mediendienste folgt daraus eine praktische Konsequenz: Inhalte und Einstufungen müssen mit Vorsicht und Aktualität behandelt werden, insbesondere wenn sie in Kommunikationssysteme, Recruiting-Prozesse oder Sicherheits-Workflows einfließen. Datenschutzrechtliche wie auch informationsrechtliche Leitplanken gewinnen hier an Bedeutung, weil politische Extremismus-Erkennung oft auf Auswertung öffentlicher Daten, Social-Media-Spuren und Kontextsignal basiert—und damit schnell in Grauzonen geraten kann.
Blickt man auf die historische Entwicklung, wird verständlich, warum das Thema so dynamisch ist. Rechtsextremistische Akteure haben in der Vergangenheit wiederholt versucht, die Schwelle zur gesellschaftlichen Normalität zu senken: durch Sprachverschiebungen, selektive Bezugnahmen auf historische Narrative und die strategische Besetzung kommunaler Ebenen. Neu ist weniger das Ziel als die Beschleunigung durch digitale Öffentlichkeit. Botsch argumentiert, die Partei agiere „ganz offen“, und verweist auf Social-Media-Plattformen als Verstärker. Diese Mechanik erinnert an frühere Wellen, als Extremismusforscher bereits beobachteten, dass Radikalisierung und Wahlerfolg nicht zwingend gegeneinander laufen, sondern sich zeitlich überlappen können.
Für die Zukunft ergeben sich mehrere Implikationen. Erstens wird es für demokratische Parteien schwieriger, Radikalisierung nur über symbolische Distanzierung zu steuern, wenn zugleich die Angebotslogik in Umfragen und lokalen Wahlen greift. Zweitens müssen kommunale Wahlstrategien neu gedacht werden: Wer nicht aufstellt, überlässt Deutungs- und Vertrauensräume. Drittens lohnt sich eine datengetriebene Transparenzoffensive—nicht im Sinne manipulativer Optimierung, sondern um Unsicherheiten in Umfragen, Median-verschiebende Effekte und demografische Effekte besser zu erklären. Wenn Wahlkreise künftig stärker von digitalen Kampagnen und kurzfristigen Narrativen dominiert werden, könnten sich Radikalisierung und Akzeptanz schneller voneinander entkoppeln.
Schließlich stellt sich eine Frage, die weit über Brandenburg hinausreicht: Wie stabil ist die beobachtete Offenheit, und wie schnell reagieren soziale Normen? Botsch deutet an, dass die Entwicklung seit 2023 an Fahrt gewonnen habe. Ob dies zu einer dauerhaften Verstetigung führt, hängt auch davon ab, wie konkurrierende Parteien Themen setzen, wie Gerichte Einstufungen überprüfen und wie Behörden sowie Medien Kontextinformationen bereitstellen. Für Entscheiderinnen und Entscheider bleibt die zentrale Lehre: Sicherheits- und Integritätsfragen sind nicht nur juristische Kategorien, sondern beeinflussen direkt die gesellschaftliche Akzeptanz. In einer digitalen Öffentlichkeit kann dieser Zusammenhang schneller sichtbar werden als in klassischen politischen Zyklen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Offenheit für rechte AfD-Wahl steigt trotz weiterer Radikalisierung" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Offenheit für rechte AfD-Wahl steigt trotz weiterer Radikalisierung" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Offenheit für rechte AfD-Wahl steigt trotz weiterer Radikalisierung« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!