LONDON (IT BOLTWISE) – Das Software-Update 5.0 für den digitalen Gesichtsbogen von zebris erweitert Funktionsdiagnostik und Okklusionsanalyse deutlich. Neue Section-Cut-Ansichten, speicherbare therapeutische Positionen und ein integrierter Single Calibration Mode machen die Datenerfassung praxisnäher. Besonders wichtig: Das Matching von Scandaten wurde überarbeitet und erstmals auch mit Impressionen auf der Bissgabel möglich. Zusätzlich modernisiert zebris die Benutzeroberfläche inkl. Notification Center und führt eine Fernbedienung als Hardware-Upgrade ein.

Zebris Digitaler Gesichtsbogen: Software-Update 5.0 verbessert Okklusion, Matching und UI
Zebris Digitaler Gesichtsbogen: Software-Update 5.0 verbessert Okklusion, Matching und UI (Foto: IT BOLTWISE)
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zebris Medical setzt mit dem Software-Update 5.0 für den digitalen Gesichtsbogen eine klare Agenda: Funktionsdiagnostik und digitale Okklusionsanalyse sollen in der täglichen Arbeit von Praxis und Labor weniger Reibungsverluste verursachen und schneller in belastbare Workflows münden. Während bisherige Updates vor allem die Erfassung von Bewegungsdaten und die 3D-Visualisierung im Fokus hatten, legt Version 5.0 nach und rückt die „Funktion“ stärker in den Vordergrund. Das zeigt sich an erweiterten Darstellungen für funktionelle Bewegungsabläufe, an präziseren Kalibrierungs- und Referenzfunktionen sowie an einer Reihe von Automatisierungen, die Datentransfer und Ausrichtung vereinfachen sollen.

Technisch beginnt das Update mit Verbesserungen rund um die 3D-Ansicht und die digitale Okklusion: Zahnärzte erhalten künftig eine optimierte 3D-Darstellung, neue Section-Cut-Funktionen sowie erweiterte Möglichkeiten, funktionelle Bewegungsabläufe abzubilden. Besonders praxisrelevant ist, dass mehrere manuelle therapeutische Positionen künftig gespeichert werden können. Damit sinkt der Aufwand, identische Ausgangssituationen mehrfach zu rekonstruieren – ein wichtiger Hebel für Konsistenz in der Therapiedokumentation und für reproduzierbare Laboraufträge. Ergänzend lässt sich der gotische Bogen ebenso wie die Posselt-Sagittalbewegung direkt im „Single Calibration Mode“ integrieren und weiterverarbeiten.

Im Kern zielt zebris damit auf eine saubere Kopplung von Erfassung, Referenzierung und Weiterverarbeitung. Die Exportoptionen sowie der Attachment-Designer wurden erweitert, und Stege können nun als Supportstruktur genutzt werden. Gerade in digitalen Workflows ist diese Art von „Modellierhilfe“ entscheidend, weil sie die Pipeline zwischen dem Scannen, dem Matching und der finalen Verarbeitung robuster macht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem CEREC-Modul: Individuelle Attachments lassen sich künftig als Matching-Methode einsetzen, während der Inzisalpunkt zur Bestimmung der Referenzebene von Ausrichtlöffel, Bissgabel oder individuellem Attachment verwendet wird. Das soll eine präzisere Zuordnung der Datensätze ermöglichen und die Übergabe zwischen Praxis und Labor beschleunigen.

Dass solche Verbesserungen nicht im luftleeren Raum entstehen, zeigt der Wettbewerb um integrierte digitale Okklusions- und Funktionsworkflows. Andere Anbieter aus dem Umfeld digitaler Abformung und intraoraler Systeme, etwa 3Shape mit seiner TRIOS-Ökosystem-Logik oder Plattformen aus dem Dentsply-Sirona-Umfeld, drängen seit Jahren auf durchgängige Ketten von Datenerfassung über Design bis Fertigung. Auch wenn deren Schwerpunkt oft stärker bei Intraoral-Scans und CAD-Schritten liegt, ist das Ziel vergleichbar: weniger manuelles „Übersetzen“ von Daten zwischen Tools. Branchenexperten betonen dabei regelmäßig, dass die Qualität des Matchings und die Stabilität der Referenzebenen häufig über die tatsächliche Zeiteinsparung entscheiden – nicht allein über die Anzahl neuer Visualisierungsfunktionen.

Genau dort setzt Version 5.0 besonders an: Das Matching von Scandaten mittels Bissgabel oder zusätzlichen Scans wurde grundlegend überarbeitet. Erstmals ist außerdem ein Matching mit Impressionen auf der Bissgabel möglich. In der Praxis bedeutet das, dass unterschiedliche Datentypen – etwa Scans und physisch abformungsnahe Informationen – zuverlässiger zusammengeführt werden können. Für Unternehmen in der Dentalbranche ist das relevant, weil Labore und Praxen oft nicht identische Startbedingungen haben: Manche Fälle laufen über standardisierte Datensätze, andere müssen historisch gewachsene Abform- und Montagekonventionen weiterführen. Ein verbesserter Matching-Algorithmus reduziert hier Nacharbeit, erhöht die Vorhersagbarkeit und senkt damit indirekt Fehlerkosten.

Neben der fachlichen Logik modernisiert zebris auch die Benutzeroberfläche spürbar. Neue Ansichtsmodi, individuell ein- und ausblendbare Elemente sowie ein integriertes Notification Center sollen die Übersichtlichkeit erhöhen und den Anwenderkomfort verbessern. Informationen zu Updates oder inkompatiblen Datensätzen werden künftig direkt über Pop-up-Benachrichtigungen angezeigt – ein Detail, das im Alltag oft unterschätzt wird, aber für die Betriebssicherheit entscheidend ist. Wenn Software und Datensatzgenerationen kollidieren, entstehen schnell Verzögerungen in der Bearbeitung. Durch unmittelbare Rückmeldungen kann das Update- und Datenmanagement strukturierter stattfinden, was gerade in Fertigungs- und SLA-getriebenen Laborprozessen zählt.

Historisch betrachtet markiert die Entwicklung hin zu digitalen Okklusionsanalysen einen Wandel von mechanischen Hilfsmitteln wie Artikulatoren, Facebows und handgeführten Registrierungen hin zu datenbasierten Modellen. Frühere digitale Ansätze litten häufig unter Inkonsistenzen bei Referenzierung, Kalibrierung oder der Überführung von Bewegungsdaten in CAD-Modelle. Mit der Verbreitung leistungsfähigerer 3D-Visualisierungen, verbesserten Sensorik-Workflows und leistungsfähigerem Matching ist die technische Machbarkeit zwar gewachsen, die entscheidende Frage blieb jedoch die Integration in echte Praxisabläufe. Version 5.0 wirkt wie ein Schritt in Richtung „Workflow-Fitness“: Speicherung manueller Positionen, ein Single Calibration Mode und eine präzisere Referenzlogik sollen den Transfer von „klinischer Beobachtung“ zu „digitaler Modellierung“ enger verzahnen.

Aus Markt- und Zukunftssicht dürfte das Update vor allem zwei Dinge beschleunigen: erstens die Standardisierung von Datensätzen zwischen Praxis und Labor und zweitens die Fähigkeit, hybride Fälle (verschiedene Aufnahme- und Abformwege) effizienter zu verarbeiten. Wenn das Matching tatsächlich robuster wird und Impressionen auf der Bissgabel stärker mit Scandaten harmoniert, können Teams schneller iterieren, ohne dass jede Abweichung eine komplette Neuberechnung auslöst. Für Entwickler und IT-Verantwortliche in Zahnarztketten und Laborverbünden bedeutet das außerdem: Schnittstellen, Exportlogik und Updates sollten künftig stärker als Teil der „Betriebssicherheit“ betrachtet werden, etwa über Rollen- und Freigabekonzepte. Ergänzend bleibt die regulatorische und datenschutzbezogene Dimension relevant, denn Funktionsdiagnostik erzeugt medizinisch sensible Datensätze; eine stabile Versionierung, klare Inkompatibilitätswarnungen und kontrollierte Datenflüsse helfen indirekt, Risiken zu reduzieren.

Schließlich setzt zebris mit einer Hardware-Neuerung auf Komfort und Bedienkonsistenz: Statt eines Fußschalters ermöglicht eine neue Fernbedienung die komfortable Steuerung während der Messung. Das klingt pragmatisch, kann aber in überfüllten Sprechstunden oder bei längeren Registrierungssequenzen spürbare Entlastung bringen. In Sumenschau stärkt Version 5.0 den Eindruck, dass der digitale Gesichtsbogen nicht nur ein Messgerät, sondern ein integraler Bestandteil eines Ende-zu-Ende-Workflows werden soll. Wenn zebris die UI-Verbesserungen und die Matching-Strategie fortsetzt, ist mittelfristig zu erwarten, dass Anwender weniger Zeit in „Fehlersuche im Prozess“ investieren müssen und mehr Zeit in die klinische Beurteilung – mit potenziell positiven Effekten für Qualität, Nachvollziehbarkeit und Skalierbarkeit im Labor.


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