KÖLN / LONDON (IT BOLTWISE) – Panattoni treibt auf dem ehemaligen Stollwerck-Areal in Porz den Aufbau des „Panattoni Campus Köln Ost“ an: Mit dem Spatenstich für das City Dock® startet zunächst ein Gebäude für Logistik, Light Industrial und Gewerbe. Der zweite Teil, der Panattoni Park Köln Ost, folgt im Spätsommer 2026; die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen. Der Standort verbindet flexible Mietflächen für KMU, Startups und Industrie mit einer klaren Nachhaltigkeitsstrategie bis zur angestrebten DGNB-Platin-Zertifizierung. Damit rückt das rechtsrheinische Köln näher an multimodale Logistikrouten an A4 sowie kurze Verbindungen zu A3, A59 und A559.

Panattoni nutzt das historische Stollwerck-Gelände im rechtsrheinischen Kölner Stadtbezirk Porz, um aus einem ehemaligen Produktionsareal einen modernen Gewerbe- und Logistikcampus zu formen. Der „Panattoni Campus Köln Ost“ entsteht auf rund 69.400 m² Grundstücksfläche und kombiniert zwei unterschiedliche Gebäudetypen, die verschiedene Nutzergruppen adressieren sollen. Den Auftakt bildet der Bau des City Dock® Köln Ost mit dem offiziellen Spatenstich am 9. Juni; anschließend folgt der Panattoni Park Köln Ost im Spätsommer 2026. Bis 2027 sollen beide Komplexe fertig werden, wodurch der Standort mittelfristig in die Wachstumsdynamik der Metropolregion einrückt.
Technisch und funktional ist das Konzept bewusst „geteilt“: City Dock® wird als Gewerbepark mit kleineren Einheiten geplant, während der Panattoni Park vor allem Logistik und größere Flächen für Industrie- und Produktionsunternehmen abbilden soll. Insgesamt umfasst der Logistikteil rund 33.200 m², aufgeteilt in 29.750 m² Hallen-, 1.490 m² Büro- und 1.990 m² Mezzaninfläche. Die geplante lichte Gebäudehöhe liegt bei 12,20 m. Beim Gewerbepark sind 10 Units mit zusammen 12.450 m² vorgesehen, inklusive einer lichten Gebäudehöhe von 8 m. Diese Aufteilung unterstützt unterschiedliche Lastprofile, Umbauzyklen und Anforderungen an Warenfluss, Kommissionierung und Büroarbeitsplätze.
Besonders relevant ist dabei die gemeinsame Logik hinter dem Campus: Beide Immobilienkomplexe teilen sich einen innenliegenden Tiefhof. Für Nutzer heißt das vor allem effizientere Außenflächen, weil Wege- und Verkehrsströme gebündelt werden können. Gleichzeitig soll die Geräuschbelastung nach außen abgeschirmt werden, was in städtischen Lagen ein typischer Engpass ist, wenn Logistik, Produktion und Gewerbe koexistieren. Für Unternehmen bedeutet das eine bessere Planbarkeit bei Betriebszeiten, Anlieferfenstern und Schichtmodellen, ohne die Nachbarschaft zu stark zu belasten. Im Vergleich zu rein „separierten“ Gewerbegebieten, in denen jedes Gebäude eigene Verkehrsflächen benötigt, verfolgt der Campus damit einen eher integrierten Ansatz.
Der Zeitplan und die Flächendimensionen ordnen sich in einen Markt ein, der in Deutschland seit Jahren nach skalierbaren Logistik- und Gewerbeimmobilien sucht. Wettbewerber wie Prologis oder SEGRO verfolgen ähnliche Strategien, indem sie neue Build-to-suit- und Multi-Tenant-Ansätze mit Standardisierung im Bau verbinden. Branchenbeobachter argumentieren dabei, dass gerade Standorte mit guter Autobahnanbindung und Nähe zu Güterverkehrszentren die Resilienz der Lieferketten erhöhen. In Kölner Fachkreisen wird zudem betont, dass die rechtsrheinische Lage als Ergänzung zu klassischen Korridoren wahrgenommen wird, weil sie zusätzliche Flächen in einer Region mit hoher Nachfrage erschließt. Aus Expertensicht ist City Dock® besonders interessant, weil es KMU, Gewerbetreibende und Startups gezielt mit kleineren, schneller skalierbaren Einheiten anspricht.
Ein weiterer Treiber ist Nachhaltigkeit, nicht nur als Marketing, sondern als betriebliche Kosten- und Compliance-Frage. Das Projekt soll nach hohen Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt werden und strebt eine DGNB-Platin-Zertifizierung an. Praktisch wird das unter anderem über eine Dachfläche mit PV-Anlage unterstützt; zudem soll das Regenwasser wiederverwendet und gespeichert werden. Solche Maßnahmen wirken sich auf den Energie- und Wasserfußabdruck aus und können die Betriebskosten stabilisieren, gerade wenn Energiepreise und regulatorische Anforderungen weiter steigen. In vielen Neubauprojekten setzen Marktteilnehmer zunehmend auf nachweisbare ESG-Kennzahlen, weil Mietverträge, Ausschreibungen und Finanzierung zunehmend an überprüfbaren Kriterien hängen.
Für die Marktlogik spielt die Lage rund um Porz eine zentrale Rolle: Die Metropolregion Köln und die rechtsrheinische Region werden über die direkte Nähe zur A4 sowie kurze Wege zur A3, A59 und A559 als gut angebunden beschrieben. Der Flughafen Köln/Bonn liegt in 9 km Entfernung, und auch das für den Logistikstandort Deutschland besonders relevante Güterverkehrszentrum Köln-Eifeltor befindet sich in wenigen Kilometern Entfernung. Dadurch kann der Standort in multimodale Logistikprozesse eingebunden werden, etwa wenn Luft- und Schienenelemente mit dem Straßentransport kombiniert werden. Diese Kombination verschiebt den Nutzen von „nur Autobahnnähe“ hin zu einer flexibleren Transportstrategie, die in der Praxis die Lieferzeiten und das Risiko von Engpässen reduziert.
Politisch und wirtschaftsfördernd wird das Vorhaben von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH begleitet. Dr. Manfred Janssen, Geschäftsführer der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH, ordnet die Entwicklung in eine längerfristige Industriegeschichte ein: „Köln gehört mit rund 4.600 Logistik- und Handelsunternehmen und fast 80.000 Beschäftigten zu den bedeutendsten Logistikstandorten Deutschlands. Mit dem Campus Köln Ost investiert Panattoni erneut in unserer Stadt.“ Ergänzend beschreibt Fred-Markus Bohne, Managing Partner Panattoni DACH & Nordics, das Ziel eines Nutzungsmix aus Gewerbe, Light Industrial und Logistik für das Stollwerck-Gelände und die rechtsrheinische Region. Solche Aussagen sind mehr als Standortwerbung: Sie signalisieren, dass der Projektträger nicht nur Flächen verkauft, sondern auch den Betriebsalltag unterschiedlicher Industrien zusammenbringen will.
Historisch ist der Campus besonders spannend, weil Stollwerck die Region seit den 1830er Jahren wirtschaftlich geprägt hat. Produziert wurde dort bereits linksrheinisch und später auch rechtsrheinisch; ab den 1970er Jahren bis 2005 entstand die Schokolade im Stadtteil Westhoven im Bezirk Porz. Bis etwa 2015 waren Produktentwicklung und Verwaltung noch vor Ort, danach wurden größere Teile der Büroflächen vermietet. Zudem diente das Areal als Drehkulisse, während einzelne Gebäude neue Rollen übernahmen. Im Rahmen der Bauvorbereitung wurden bestehende Gewerbehallen und Bürogebäude zurückgebaut, um Platz für den Neubau zu schaffen. Für Unternehmen entsteht dadurch mittelfristig ein Schnittpunkt aus urbaner Industriebiografie und aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz, Sicherheitsstandards und Betriebsflexibilität.
Blickt man nach vorn, dürfte der Campus vor allem dort Wirkung entfalten, wo Lieferketten und Flottenplanung kurzfristig angepasst werden müssen. Die Einheiten im City Dock® können als Einstieg dienen, während der Panattoni Park als „Skalierungsanker“ für Wachstum in Logistik, Industrie und Produktion fungiert. Im Enterprise-Umfeld gewinnt dabei die Frage an Gewicht, wie sich Betriebssysteme, Gebäudetechnik und Energieflüsse in den Alltag integrieren lassen: von der Flächenbelegung bis zur Mess- und Steuerlogik für PV und Wasserwiederverwendung. Wer als Entwickler oder Nutzer die Schnittstellen früh plant, kann Umbaukosten reduzieren und Betriebsprozesse standardisieren. Für den Markt in Köln Ost ist die nächste Stufe dann klar: 2026/27 entsteht ein neuer Benchmark, an dem sich Mietpreise, Flächenqualität und Nachhaltigkeitsnachweise im Wettbewerb messen lassen.
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