LONDON (IT BOLTWISE) – Peter Schiff, der den Crash von 2008 vorausgesagt hatte, signalisiert in aktuellen Interviews eine bemerkenswerte Relativierung: Bitcoin werde nicht auf null fallen. Gleichzeitig richtet er seine Kritik nun scharf auf MicroStrategy-Modelle, bei denen das Unternehmen über Aktienemissionen oder Debt in Bitcoin umschichtet. Aus seiner Sicht passt die mathematische Logik dann nicht mehr, wenn Aktien nicht länger mit Aufschlag, sondern mit Abschlag zum Bitcoin-Nettovermögen gehandelt werden. Damit rückt eine konkrete Frage in den Fokus: Wie stabil ist die Finanzierung der Corporate-Bitcoin-Strategie in schwankenden Märkten?

Peter Schiff, EuroPac.com Chief Economist und Global Strategist, sorgt in der Krypto-Community erneut für Gesprächsstoff, weil er seine Positionen in derselben Woche in zwei Richtungen öffnet: Zum einen gesteht er öffentlich ein, dass Bitcoin nicht „auf null“ gehen werde. Zum anderen argumentiert er, dass die weit verbreitete Corporate-Bitcoin-Strategie von MicroStrategy inzwischen nicht mehr aufgeht. Gerade diese Kombination ist für Marktbeobachter spannend, weil sie zeigt, wie sich ein vermeintlich klarer „Bear-Case“ zu einer stärker differenzierten Bewertung von Mechanik und Finanzierung entwickelt. Für viele Unternehmen ist das weniger eine Debatte um Ideologie als eine Frage nach Kalkulation, Kapitalkosten und Timing.
In einem viel beachteten Fernsehformat wurde Schiff von Anthony Pompliano zu einer Art Wette gedrängt, ob Bitcoin in zehn Jahren noch existieren werde. Schiff stoppte die Debatte durch eine vorsichtige, aber klare Formulierung: Bitcoin sei nicht dazu verurteilt, auf null zu fallen. Sprachlich ist das ein Bruch mit der Rhetorik, die Schiff lange geprägt hat. Dass Kritiker ihre Aussagen im Ton verändern, passiert in Märkten häufig erst dann, wenn die beobachtete Realität die Extremprognosen überholt. In der Krypto-Welt gilt das besonders für längere Zeiträume, weil Liquidität, Börsendynamik und institutionelle Beteiligung historische „Monokausal“-Thesen schnell entkräften.
Schiffs zweite Stoßrichtung richtet sich jedoch nicht gegen Bitcoin selbst, sondern gegen die Logik der MicroStrategy-Strategie, wie sie von Michael Saylor popularisiert wurde. Die Grundidee: MicroStrategy emittiert neue Anteile oder nimmt Wandel- bzw. konvertierbare Verbindlichkeiten auf, wenn die Aktie mit einem Aufschlag auf den Bitcoin-Nettovermögenswert (Net Asset Value) gehandelt wird. Dann fließen Kapital und die Erlöse werden in zusätzliche Bitcoin investiert; mit jedem neuen Anteil steigt der Bitcoin-Bestand relativ zum bestehenden Anteilsschein. Schiff argumentiert nun, dass dieses „Flywheel“ strukturell bricht, sobald der Markt die Aktie nicht mehr mit Aufschlag, sondern mit Abschlag bewertet. In diesem Fall erzeugen neue Emissionen wirtschaftlich eine Verwässerung der bestehenden Aktionäre.
Technisch betrachtet ist das zwar keine Blockchain-Mechanik, sondern Kapitalmarkt-Mechanik – aber sie hat eine direkte Entsprechung in den Kennzahlen, die man auch im Unternehmenscontrolling verfolgt: Verhältnis von Unternehmenswert zu zugrunde liegendem Asset, Emissionspreis, Umwandlungsbedingungen und der Effekt auf Kennzahlen pro Aktie. Schiff verweist genau auf dieses Verhältnis und macht deutlich, warum frühere Verkäufe nicht einfach „das Gleiche“ seien. Seine Argumentation lautet: Vergangenheitsdaten waren bei „Premium“-Phasen anders als aktuelle Transaktionen, bei denen der Abschlag dominiert. Für CIOs, CFOs und Investor-Relations-Teams ist das relevant, weil es die zentrale Annahme der strategischen Finanzierung betrifft.
Ein konkretes Beispiel ist die jüngst gemeldete Anschaffung von 1.550 BTC für 101 Millionen US-Dollar. Schiff betont, dass dafür Anteile zu einem „discounted price“ ausgegeben werden mussten – und genau diese Kombination, so seine Sicht, führt zu einem ungünstigeren Anteilseffekt als zuvor. Die Reaktion in den Märkten, einschließlich unmittelbarer Rückgänge bei den Wertpapieren rund um den Kauf, wird dabei als Indikator für die instabile Bewertungslogik gelesen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Vergleich zu anderen Corporate-Treasury-Ansätzen: Während MicroStrategy als klarer „Leveraged-Bitcoin-Proxy“ wahrgenommen wird, haben andere Unternehmen wie Tesla oder auch Trading-nahe Player ihren Zugang zu Bitcoin eher über andere Finanzierungs- und Bilanzmodelle strukturiert. Dadurch verändert sich der Hebel, aber auch die Art des Marktrisikos.
Der Markt kontert solche Aussagen häufig mit dem Hinweis, dass Bitcoin selbst als langfristiger Vermögensspeicher bewertet wird und Unternehmensaktien nur den Vehikelcharakter darstellen. Schiff bleibt allerdings skeptisch und stellt die These auf, dass das Halten von MicroStrategy-Aktien der „schlechteste“ Weg sei, bullish zu sein. Diese Perspektive folgt dem typischen Risiko-Narrativ, das in Bärenphasen vor allem dann wirkt, wenn die Kapitalbeschaffung teurer wird. In einem Umfeld, in dem die Aktie nicht mehr „billig“ Kapital anziehen kann, steigen die Anforderungen an die Performance. Marktkommentatoren berichten zudem, dass viele Investoren die Bilanz-Story inzwischen stärker auf Cashflow- und Refinanzierungsrisiken abklopfen, statt nur auf die Bitcoin-Exposure zu schauen.
Zusätzlich verschärft Schiff die Diskussion, indem er auf das bevorzugte Wertpapier STRC eingeht. Er argumentiert, dass STRC bereits bei rund 93,5 gehandelt habe und damit Anleger, die zum 100-Dollar-Emissionspreis eingestiegen sind, in eine Verlustposition gerieten. Gleichzeitig steigt für ihn die wirtschaftliche Spannung, weil die aktuelle Rendite bei etwa 12,3% liege – über der von ihm genannten Schwelle von 11,5%, ab der MicroStrategy stärker nachjustern müsse, um weitere Emissionen überhaupt attraktiv oder durchsetzbar zu machen. Seine Kernaussage ist, dass sich die Kosten der „Fundraising-Maschine“ erhöhen, während gleichzeitig der Bewertungsaufschlag schrumpft. Das ist eine klassische Reibung zwischen Finanzierungskosten und Bewertungslogik, die in jeder fremdfinanzierten Strategie zum Engpass werden kann.
Aus Sicht der Marktstruktur lohnt hier der historische Vergleich: In früheren Krypto-Wellen sah man ähnliche „Refinanzierungs-Loop“-Konzepte, etwa bei Projekten, die Wachstum an Token-Emissionen oder an kontinuierliche Neuemissionen koppeln. Sobald Liquidität austrocknete oder Bewertungsannahmen kippten, entfalteten sich Verstärkereffekte in die falsche Richtung. Corporate-Strategien wirken zwar „solider“ als reine Token-Modelle, aber sie teilen ein Grundproblem: Wenn sich das Preisverhältnis zum Emissionsvehikel verschiebt, kann aus einem scheinbaren Selbstläufer ein Bewertungs- und Verwässerungsrisiko werden. Genau darauf zielt Schiff in seinen aktuellen Kommentaren ab – weniger auf die Frage „existiert Bitcoin“, sondern auf „trägt die Finanzierungsarchitektur in diesem Zyklus“.
Auf das Zukunftsbild übertragen, verschiebt sich damit die Frage für die nächsten Quartale: Wird sich MicroStrategy in Phasen niedriger Aufschläge anders finanzieren – etwa durch andere Laufzeiten, Zinsstrukturen, Sicherheiten oder stärker aktienähnliche Alternativen? Marktbeobachter erwarten, dass solche Unternehmen ihre Kapitalstrategie enger an die Marktbewertung koppeln müssen, um nicht permanent in einer mathematisch negativen Umwälzungslogik zu landen. Für die Krypto-Ökonomie ist zudem relevant, wie schnell Analysten und institutionelle Portfolios die Risikoexponierung nach oben ziehen, wenn Prämien schrumpfen und Emissionsrenditen steigen. Wer als Investor die Corporate-Story als Hebel betrachtet, muss die Kapitalseite so genau lesen wie die Asset-Seite.
Regulatorisch und datenschutzbezogen bleiben indirekte Effekte wichtig, auch wenn die Diskussion primär kapitalmarktgetrieben ist. Unternehmen, die über Emissionen und Sonderprodukte wie bevorzugte Wertpapiere agieren, bewegen sich in einer Umgebung, in der Offenlegung, Prospectus-Anforderungen und Marktmissbrauchsprävention eine zentrale Rolle spielen. Für IT- und Compliance-Abteilungen bedeutet das: Transparenzprozesse, Datenqualität und nachvollziehbare Reporting-Pipelines müssen so ausgelegt sein, dass Aussagen zu Beständen, Bewertungslogiken und Kapitaltransaktionen prüfbar sind. In der Praxis entscheidet das über Vertrauen bei institutionellen Investoren, insbesondere in volatilen Phasen, in denen sich Narrative in Stunden statt Monaten drehen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Schiff zweifelt an MicroStrategy-Strategie: Bitcoin-Longs unter Druck" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Schiff zweifelt an MicroStrategy-Strategie: Bitcoin-Longs unter Druck" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Schiff zweifelt an MicroStrategy-Strategie: Bitcoin-Longs unter Druck« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!