NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Epson platziert mit der WorkForce Pro WF-C5890 einen kompakten Business-Inkjet als Alternative zu monochromen Laserdruckflotten. Im Fokus stehen hohe Druckgeschwindigkeit (bis zu 25 ISO-Seiten/Minute in Schwarz und Farbe), ein Wechsel-Ink-Packs-System sowie eine im Vergleich zu bestimmten Color-Lasern niedrigere Energieaufnahme. Für kleine bis mittlere Büros wird damit vor allem die Frage nach TCO, Betriebsruhe und Workflows über mehrere Geräteklassen adressiert. Dazu kommt der praktische Mix aus ADF-Scannen, Ethernet/Wi‑Fi und gängigen Mobile-Print-Standards.

In vielen US-Büros ist Druck nicht mehr die Hauptaufgabe, aber er bleibt eine Engstelle: Rechnungen, Angebote, juristische Unterlagen und Versicherungsdokumente landen in kurzen Spitzen direkt am Nachmittag. Genau für solche Workgroup-Szenarien positioniert Epson die WorkForce Pro WF-C5890 als Midrange-Business-Inkjet. Die Idee dahinter: Inkjet soll in der Praxis weniger „Sonderbehandlung“ brauchen als klassische Patronenlösungen, dafür aber planbare Seitenkosten und eine ruhige Bedienbarkeit bieten. Der Hersteller zielt damit weniger auf Technikfreaks, sondern auf IT-Leiter und Office-Manager, die Farbe brauchen, ohne ständig Warteschlangen am Shared-Printer zu riskieren.
Technisch setzt Epson auf die Kombination aus hoher Durchsatzleistung und einem Tinten-Ökosystem, das mit Ink-Packs arbeitet. Laut US-Spezifikationsangaben erreicht die WF-C5890 bis zu 25 ISO-Seiten pro Minute sowohl in Schwarz als auch in Farbe. Entscheidend ist weniger die Maximalzahl als die erwartbare Stabilität bei Standarddokumenten im Tagesgeschäft. Hinzu kommt das in der Serie übliche Wechsel-Ink-Packs-Design, das gegenüber klassischen Kartuschen weniger „Feinwechsel“ im Betrieb nahelegt. Das Gerät ist für einen empfohlenen Duty-Cycle bis zu 5.000 Seiten pro Monat ausgelegt, während ein maximaler Duty-Cycle bis 45.000 Seiten angegeben wird.
Für die Anschluss- und Workflow-Seite liefert die WF-C5890 ein Setup, das in heterogenen Umgebungen typischerweise sofort greift. Das Papierkonzept umfasst ein 250-Blatt-Hauptfach, ein 80-Blatt-Backfeed und einen 50-Blatt-Automatic Document Feeder (ADF) für Scans und Kopien. Bei der Netzwerkanbindung nennt Epson Ethernet sowie USB, ergänzt um Dualband-WLAN und Wi‑Fi Direct. Im Alltag bedeutet das: Ein Team kann schnell zwischen stationären Arbeitsplätzen und mobilen Endgeräten wechseln, ohne dass die IT jedes Mal neue Routing-Regeln definieren muss. Für die Mobil-Print-Seite werden u. a. Apple AirPrint und Mopria genannt, was gerade bei gemischten Windows-Notebooks und iOS-Geräten reibungsärmer wirkt.
Im Marktkontext ist das Timing nicht zufällig. Brother und HP treiben seit Jahren Business-Inkjet- und Inkjet-unterstützende Linien als Gegenentwurf zu Laser-Fuhrparks, insbesondere dort, wo Farbe regelmäßig gebraucht wird, aber keine massiven Seitenvolumina dauerhaft anfallen. Gleichzeitig hat Laser weiterhin Vorteile bei sehr kurzen Wartezeiten einzelner Ausdrucke und bei bestimmten Workflows mit hoher Verarbeitungspriorität. Epsons Ansatz versucht dagegen, die betriebliche „Lernkurve“ zu senken: weniger Eingriffe, planbarere Nachschublogistik durch Ink-Packs und ein Energieprofil, das laut Hersteller im Vergleich zu bestimmten Color-Lasern bis zu 45 Prozent weniger Energie erreichen kann. Das kann in Unternehmen relevant sein, die ESG-Ziele monatlich konsolidieren und Stromverbräuche pro Arbeitsplatz und Gerätetyp ablegen.
Über die reinen Leistungsdaten hinaus ist die TCO-Debatte der Knackpunkt. Zwar liegt die WorkForce Pro WF-C5890 in US-Shops meist im Bereich von etwa 450 bis 500 US-Dollar, doch im Alltag zählen Folgekosten: Nachkaufpreise der Ink-Packs, die tatsächliche Seitenausbeute und die Frage, wie häufig das Team Dokumente erneut druckt, weil Toner-/Tinteinstellungen nicht sauber sind. In dem beschriebenen Büro-Setting wirkt zudem die Betriebsakustik als „Soft KPI“: Wenn der Druckkopf ohne das charakteristische Fuser-Klacken älterer Lasersysteme gleitet, bleibt der Backoffice-Bereich ruhiger. Gerade in Steuer- oder Abrechnungsphasen, in denen viele Dokumente am Stück verarbeitet werden, kann diese Wahrnehmung die Akzeptanz bei nicht-technischen Stakeholdern spürbar erhöhen.
Aus IT- und Compliance-Sicht sollte man Drucker jedoch weiterhin als Teil der Unternehmensangriffsfläche betrachten. Netzwerkgesteuerte Drucksysteme bringen Risiken wie ungesicherte Admin-Zugänge, falsche WLAN-Passwörter oder das versehentliche Freigeben von Scans in Cloud-/E-Mail-Ziele mit. Für die WF-C5890 heißt das praktisch: WLAN nur im vorgesehenen Unternehmens-VLAN, Druckdienste restriktiv konfigurieren, Firmware-Updates einplanen und bei ADF-Workflows sicherstellen, dass Scan-Ziele auf regelkonformen Ablagen landen. Außerdem lohnt es sich, die Mobil-Print-Freigaben so zu begrenzen, dass nicht jedes eingeloggte Gerät automatisch „drucken darf“, sondern über Rollen und Policy gesteuert wird. So wird aus einem Bürogerät kein „Nebenweg“ für Datenschutzpannen.
Für die Zukunft dürfte Epson vor allem daran arbeiten, Inkjet-Workgroup-Systeme mit besserer Softwareintegration und stärkerer Flottensteuerung konkurrenzfähig zu halten. Im Wettbewerb mit Brother und HP wird sich zeigen, ob Hersteller die Lücke zwischen TCO-Versprechen und messbarer Betriebssicherheit weiter schließen können: saubere Treiberverläufe, zuverlässige Zählerstände für Abrechnung und ein besserer Support für Standard-IT-Stacks. Eine realistische Entwicklungslinie sind außerdem feinere Energie- und Sleep-/Wake-Profile, die in hybrid genutzten Büros den Leerlauf senken. Für Entwickler und IT-Administratoren bleibt die Chance, Druck-Workflows über Policies, Audit-Logs und sichere Scan-Routen zu automatisieren – und damit den Druck nicht nur schneller, sondern auch kontrollierbarer zu machen.
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