LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – Samsung stellt mit Galaxy Watch 9 und Galaxy Watch Ultra 2 zwei neue Smartwatches vor, die vor allem bei Rechenleistung und Akkulaufzeit zulegen. Herzstück ist der Wechsel auf Qualcomm Snapdragon Wear Elite mit 3-nm-Fertigung und schnellerer GPU. Bei der Navigation setzt das Ultra-2-Modell zusätzlich auf Dual-GPS (L1+L5). Für Sport und Outdoor kommen neue Funktionen wie Trail-Tracking sowie eine Diving-App in Kooperation mit Mares hinzu.

Mit dem Galaxy Unpacked in London hat Samsung erneut den Fokus auf zwei Stellschrauben gelegt, die im Alltag über „läuft“ oder „macht frustriert“ entscheiden: Rechenleistung und Energieverbrauch. Die neue Generation Galaxy Watch 9 und Galaxy Watch Ultra 2 startet nicht als kosmetisches Update, sondern mit einem Wechsel der Plattform. Gleichzeitig schraubt Samsung die Akkukapazitäten nach oben und ergänzt Funktionen, die sowohl Sportler als auch Outdoor- und Gesundheitsnutzer direkt ansprechen sollen.
Technisch betrachtet verlässt Samsung bei den neuen Smartwatches die bisherige Exynos-Strategie und setzt stattdessen auf Qualcomm Snapdragon Wear Elite. Laut Hersteller erfolgt die Fertigung ebenfalls in 3 nm und kombiniert einen Cortex-A78 mit vier Cortex-A55. Entscheidend ist dabei weniger allein die Architektur, sondern die Auslegung: Samsung spricht von höheren Taktraten sowie einer schnelleren GPU, also einem Ansatz, der für flüssige Animationen, schnellere App-Wechsel und insgesamt bessere Echtzeit-Reaktion im Wearables-Alltag relevant ist. Bei der Positionsbestimmung knüpft das Modell an „bessere GPS-Ortung“ an: Das Ultra-2-Modell unterstützt Dual-GPS (L1+L5) und deckt zusätzlich GLONASS, BeiDou und Galileo ab, was insbesondere in schwierigeren Empfangssituationen (z. B. zwischen hohen Gebäuden oder im Trail-Gelände) helfen kann.
Auch die Energieplanung macht der Wechsel zur neuen Generation spürbar. Samsung nennt für die Galaxy Watch 9 Laufzeiten von bis zu 40 Stunden, für die Ultra 2 bis zu 80 Stunden. Dafür verbaut das Unternehmen in der Watch 9 Batterien mit 390 mAh (40 mm) und 445 mAh (44 mm) statt zuvor 325 mAh und 435 mAh. Bei der Ultra 2 springt die Kapazität von 590 mAh auf 800 mAh. Auffällig ist dabei, dass Samsung trotz größerem Akku das Gehäuse der Ultra 2 beim Höhenmaß reduziert: von 12,1 mm auf 10,7 mm. Genau diese Kombination aus mehr Kapazität und weniger Bauhöhe ist ein Signal, dass Samsung auch mechanisch und thermisch optimiert hat, um die zusätzliche Last nicht als Performance- oder Laufzeitbremse auszutragen.
Das Display bleibt bei beiden Modellen ein rundes Super-AMOLED-Panel, aber die Ultra 2 hebt die Sichtbarkeit besonders deutlich an. Samsung nennt für die Ultra 2 eine maximale Helligkeit von bis zu 5.000 cd/m², während die Galaxy Watch 9 bei 3.000 cd/m² bleibt. Zusätzlich platziert Samsung Bedienelemente so, dass sie im Alltag satter „greifen“: Die Tasten an der rechten Seite sind bei der Ultra 2 stärker eingefasst, um versehentliches Drücken bei stark angewinkeltem Handgelenk zu verhindern. Gestalterisch verzichtet Samsung bei der Ultra 2 außerdem auf die bisher farblich markierten Tasten; sichtbar bleibt nur die „Krone“, die weiterhin orange hervorgehoben wird. Damit setzt Samsung ein klares Outdoor-Designzeichen: weniger auffällige Details, mehr funktionale Robustheit.
Auf der Funktionsseite zieht die Ultra 2 die deutlichste Linie. Sie kommt mit einer exklusiven Trail-Funktion, die unter anderem detaillierte Höhendaten, den Aufstiegsfortschritt und die Belastung beim Laufen erfassen kann. Für Läufer und Wanderer ist das vor allem deshalb relevant, weil Steigung und Tempo selten sauber korrelieren: Eine Maschine, die Belastung und Höhenprofil zusammenführt, kann daraus plausiblere Hinweise ableiten, etwa um Tempo-Entscheidungen im Gelände besser abzustimmen. Dazu ergänzt Samsung einen Trinkalarm als Erweiterung einer bestehenden Funktion zur Schätzung des Flüssigkeitsverlusts. Aus dem geschätzten Flüssigkeitsverlust im Verhältnis zum Körpergewicht sollen dann Hinweise zur Flüssigkeitszufuhr entstehen, konkret also eine Empfehlung, die während des Trainings aktiver wird statt nur nachträglich zu informieren.
Daneben erweitert Samsung das Ökosystem der Watch Ultra 2 spürbar in Richtung spezialisierter Sportarten. Die exklusive Diving-App wird in Kooperation mit dem Tauchausrüstungs-Anbieter Mares entwickelt und soll die Uhr als Tauchcomputer nutzbar machen. Genannt werden Messwerte wie Auf- und Abstiegsgeschwindigkeit sowie Hinweise zur Tauchzeit. Für die meisten Nutzer ist dabei weniger die App-Idee selbst interessant als die technische Konsequenz: Gerade in sensorintensiven Szenarien müssen Display, Sensorik und Rechenlogik stabil zusammenarbeiten, damit Messwerte ohne „Nachdenken“ im Hintergrund bereitstehen. Gleichzeitig zielt Samsung bei beiden Modellen mit BioActive-Sensoren auf kontinuierliche biometrische Daten: Aktivitität, Erholung und persönliche Routinen sollen fortlaufend erfasst werden, sodass Nutzer Hinweise zu Bereichen wie Schlaf, Herz-Kreislauf-Belastung und Erholung erhalten.
Innerhalb dieser BioActive-Auswertung nennt Samsung mehrere konkrete Bausteine. Dazu gehören Aussagen zu Schlafapnoe auf Grundlage KI-gestützter Algorithmen, eine Einordnung von Vitalwerten im Schlaf sowie Hinweise bei signifikanten Abweichungen. Außerdem soll die Uhr den Überblick über die Herzgesundheit vereinfachen, tägliche Ausdauerbelastung stützen und mit einem Fitnessindex eine ganzheitliche Leistungsbetrachtung liefern. Selbst in die Richtung „Alltag statt nur Workout“ führt Samsung weitere Funktionen: Unter anderem kann die Uhr bei hoher Umgebungslautstärke Hinweise geben und detaillierte Auswertungen bereitstellen. Beim Marktstart zeigt sich außerdem die strategische Staffelung: Galaxy Watch 9 gibt es wieder als Basislinie (40 und 44 mm) und ergänzt optional LTE gegen 50 Euro Aufpreis, während die Galaxy Watch Ultra 2 ausschließlich in 47 mm erscheint und Mobilfunk via eSIM durchgehend mitbringt.
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