LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – Samsung deutet mit einem Wechsel im Chip-Design für die Galaxy Watch 9 und die Galaxy Watch Ultra 2 einen größeren Performance-Sprung an. Laut Leaks soll erstmals ein Qualcomm Snapdragon Wear Elite zum Einsatz kommen, der KI-Funktionen stärker direkt auf der Uhr ermöglichen kann. Damit rücken schnellere Sprachverarbeitung und potenziell bessere Akkulaufzeiten in den Mittelpunkt. Am 22. Juli in London sollen die neuen Modelle offiziell vorgestellt werden.

Samsung steht bei Smartwatches vor einem spürbaren Traditionsbruch: Bisher setzten die Galaxy-Uhren überwiegend auf eigene Exynos-Prozessoren, nun verdichten sich Hinweise auf einen Wechsel zu Qualcomm. Für die kommende Generation rund um die Galaxy Watch 9 und die Watch Ultra 2 könnte das nicht nur Rechenleistung liefern, sondern vor allem die Basis für KI-Funktionen schaffen, die auch ohne ständige Handy- oder Online-Verbindung funktionieren. Am 22. Juli will Samsung in London mehrere Geräte zeigen; neben neuen Faltmodellen stehen dabei voraussichtlich auch zwei neue Smartwatches im Fokus.
Im Kern geht es um den neuen Snapdragon Wear Elite, der Berichten zufolge bereits beim Mobile World Congress 2026 in Barcelona angekündigt wurde. Laut WinFuture sollen sowohl die Galaxy Watch 9 als auch die Galaxy Watch Ultra 2 mit diesem Chip ausgestattet werden. Entscheidend ist die Architektur dahinter: Der Snapdragon Wear Elite ist auf Wear OS und KI-Features zugeschnitten, arbeitet laut Angaben im 3-Nanometer-Fertigungsverfahren und kombiniert einen leistungsstarken Kern mit bis zu 2,1 GHz sowie weitere energieeffiziente Kerne für Hintergrundaufgaben. Das schafft die Voraussetzung, dass die Uhr komplexere Workloads lokal abarbeiten kann.
Historisch betrachtet ist der Schritt nachvollziehbar, weil Wearable-Software lange Zeit stark vom „Always-on“-Konzept und damit von Kommunikationslatenz geprägt war: Sprachbefehle, Zusammenfassungen oder Vorschläge liefen häufig über das Smartphone oder über Cloud-Dienste. Mit deutlich mehr CPU- und KI-Ressourcen „auf dem Gerät“ verschiebt sich das Verhältnis zugunsten geringerer Latenz und stabilerer Erkennung, selbst wenn das Netzwerk schwankt. Technisch ist das auch ein Vergleich zwischen Plattformlogik: Während Samsung bisher viel über Exynos-basiertes Timing und Tuning gelöst hat, setzt Qualcomm hier stärker auf ein SoC-Design, das für Wear-OS-spezifische Beschleuniger und Tensor-/KI-Pfade optimiert sein soll.
Für den Markt bedeutet der mögliche Chipwechsel zudem mehr Wettbewerb auf Augenhöhe: Apple dominiert mit der Apple Watch durch integrierte System-on-Chip-Designs und ein eng abgestimmtes Zusammenspiel aus Sensorik, Betriebssystem und On-Device-Verarbeitung. Garmin punktet dagegen eher über spezialisierte Workflows und ausdauerorientierte Hardware-Profile. Wenn Samsung mit dem Snapdragon Wear Elite wirklich KI-Aufgaben direkt auf der Uhr ausführen kann, steigt der Druck, nicht nur Funktionen anzukündigen, sondern sie auch in Performance und Energieprofil messbar auszuliefern. Analystisch ist damit zu rechnen, dass künftige Watch-Generationen stärker über „KI pro Watt“ differenziert werden.
Konkrete KI-Anwendungen lassen sich in Samsungs Fall gut an Gesundheits- und Lifestyle-Daten koppeln. Im Artikelkontext wird eine KI-gestützte Samsung-Health-Plattform angesprochen, bei der Nutzer offenbar der Nutzung von Gesundheitsdaten für das KI-Training zustimmen können; bei Ablehnung sollen Daten sogar gelöscht werden. Genau hier greifen regulatorische und datenschutzrechtliche Aspekte: In der EU ist das Thema Einwilligung, Zweckbindung und Datenminimierung eng mit der DSGVO verknüpft. Für Unternehmen ist die Umsetzung deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine Compliance-Aufgabe, inklusive Protokollierung der Einwilligungen, Löschkonzepten und klarer Transparenz.
Auch abseits der KI soll es spürbare Hardware-Updates geben. Für die Galaxy Watch 9 wird berichtet, dass die kleineren 40 Millimeter weiterhin einen 325-mAh-Akku tragen, während das 44-mm-Modell voraussichtlich auf 445 mAh kommt. Die Galaxy Watch Ultra 2 legt dabei deutlich stärker zu: Von bislang 590 mAh soll es auf 800 mAh gehen, was im Alltag mehrere Reserve-Tage bedeuten könnte – vorausgesetzt, die KI-Nutzung bleibt effizient. Daneben wird ein besonders helles Display für die Ultra 2 erwartet, was speziell bei Outdoor-Nutzung die Bedienbarkeit verbessert.
Kommunikation und Konnektivität sollen ebenfalls modernisiert werden: Alle Modelle sollen laut Leaks Bluetooth 6.0, Dual-Band-WLAN und NFC unterstützen. Das ist wichtig, weil KI-Anwendungen im Alltag oft mit Kontextdaten starten – zum Beispiel über Sensorfusion, Wearables-Ökosysteme oder schnelle Zahlungs- und Verbindungsabläufe. Bluetooth 6.0 verspricht zudem bessere Effizienz und potenziell geringere Latenzen, während Dual-Band-WLAN für bandbreitige Updates oder Assistenzfunktionen relevant bleibt. NFC wiederum reduziert Reibung bei kontaktlosem Bezahlen, gerade wenn die Uhr als primäres Gerät agiert.
Preislich bleibt das Ganze ein Spannungsfeld: Die Europa-Preise sollen dem Leak zufolge steigen. Für die Galaxy Watch 9 wird eine Einstiegspreis-Spanne ab 409 Euro für die kleinere Variante genannt, für das 44-mm-Modell mindestens 439 Euro. Die Galaxy Watch Ultra 2 soll bei 749 Euro starten. Ob diese Zahlen wirklich stimmen, zeigt sich am 22. Juli. Für die nächsten Monate ist dann auch entscheidend, wie Samsungs Software-Team das neue KI-Potenzial in echte, reproduzierbare Use-Cases übersetzt – und wie gut die Energiekennzahlen im Zusammenspiel aus Wear OS, Funkprofilen und lokalen Inferenzpfaden ausfallen.
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