ELLWANGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Gläubiger von Varta wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen. Damit soll eine neue Eigentümerstruktur die Finanzierungslücke schließen und Teile des Unternehmens retten. Als Begründung nennt die Gläubigergruppe einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich sowie fehlendes frisches Kapital. Gleichzeitig verschärft der Wegfall eines Großkunden die Lage, während Arbeitsplätze in mehreren Werken betroffen wären.

Die Krise um den Batteriehersteller Varta nimmt eine neue, deutlich härtere Richtung: Nach der Restrukturierung unter dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) drängen zentrale Gläubiger erneut darauf, Teile des Konzerns zu trennen. Im Kern geht es darum, das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus der bestehenden Unternehmensstruktur herauszulösen und auf eine neue Eigentümerkonstellation zu übertragen. Aus Sicht der Geldgeber ist das nicht nur ein Sanierungsbaustein, sondern der derzeit wahrscheinlichste Weg, um zumindest einzelne Linien des Unternehmens weiterzuführen.
Zu dieser sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe zählen die Deutsche Bank sowie mehrere Finanzinvestoren, darunter RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox. Die Entscheidung folgt einer Einschätzung zur angespannten Finanzlage, die nach Angaben der Gruppe trotz intensiver Gespräche nicht durch zusätzliche Investitionen zu schließen sei. Konkret verweist eine unabhängige Analyse der Unternehmensberatung FTI auf einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dazu komme ein weiterer Kapitalbedarf, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Damit wird sichtbar, warum sich die Diskussion von der klassischen Sanierungslogik hin zur strukturierenden Maßnahme verschiebt. Varta war bereits 2024 in eine existenzbedrohende Lage geraten und hatte im Juli des Vorjahres ein Sanierungsverfahren nach StaRUG eingeleitet, um eine Insolvenz abzuwenden. Im Zuge dieser Restrukturierung schieden die bisherigen Aktionäre aus dem Unternehmen aus; Anfang April erklärte Varta anschließend, die Neuaufstellung sei abgeschlossen. Die nun bekannt gewordenen Pläne der Gläubiger legen jedoch nahe, dass die damaligen Maßnahmen offenbar nicht ausgereicht haben, um die benötigten Finanzierungspuffer nachhaltig zu bilden.
Ein zentraler Akteur bei der Frage, was nach einer möglichen Zerschlagung weiterlebt, ist der österreichische Unternehmer Michael Tojner, Mitgesellschafter bei Varta. Er erklärt, er wolle Teile des Unternehmens weiterführen, sieht das aber nur mit einem weiteren Sanierungsverfahren und „harten Einschnitten“ als realistisch an. Zugleich übt Tojner Kritik an dem Vorgehen der finanzierenden Banken. Seine Argumentation: Durch den Wegfall des Großkunden Apple sei vorhersehbar gewesen, dass Varta in der damaligen Form nicht fortgeführt werden könne und ein weiterer Sanierungsschritt nötig sei.
Die Verschärfung durch den Großkunden kommt nicht überraschend, aber sie wirkt operativ unmittelbar. Apple hatte im Mai den Liefervertrag für Knopfzellenbatterien für AirPods gekündigt; die Batterien sollen künftig in China gefertigt werden. Infolge dessen steht laut Bericht die Schließung des Varta-Werks in Nördlingen bevor, wo rund 350 Beschäftigte betroffen sind. Für die Unternehmenslage bedeutet das nicht nur Umsatz- und Kapazitätsverluste, sondern auch die Frage, wie sich Volumenabfälle in einer Industrie abfedern lassen, die stark von Auslastung, langfristigen Abnahmeverträgen und integrierten Wertschöpfungsketten lebt.
Tojner verweist zudem auf strukturelle Probleme der Batterieproduktion in Europa, die für ein industriepolitisches und betriebswirtschaftliches Spannungsfeld sorgen. Hohe Energiepreise und hohe Lohnkosten sowie weitere Standortnachteile machten die Entwicklung des Batteriegeschäfts in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung. Diese Gegenüberstellung ist aus Unternehmenssicht wichtig, weil Batterieproduktion häufig dort skaliert, wo Strom- und Fertigungskosten über Jahre planbar sind und wo Hersteller Zugang zu kostengünstigeren Zulieferstrukturen haben. Für Varta wird damit die strategische Frage drängend, welche Geschäftsfelder sich ohne zusätzliche externe Finanzierung und ohne neue Skaleneffekte stabilisieren lassen.
Der mögliche nächste Schritt der Gläubiger trifft nicht nur Aktionäre und Finanziers, sondern unmittelbar die Beschäftigten. Die Gewerkschaft IG Metall warnt mit Blick auf eine drohende Zerschlagung vor massiven Folgen: „Das ist eine riesige Katastrophe“, sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd. Er betont außerdem, dass Arbeitsplätze und Existenzen auf dem Spiel stünden, auch für viele Familien. In der Konsequenz fordert Fink vom Unternehmen schnelle Transparenz sowie Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen, damit Beschäftigte so rasch wie möglich erfahren, wie es für sie konkret weitergehen soll.
Unterm Strich zeigt die Entwicklung bei Varta, wie fragil die Balance zwischen Restrukturierung, Finanzierung und operativer Stabilisierung in der Batterieindustrie sein kann. Selbst eine nach StaRUG aufgesetzte Neuaufstellung kann nicht verhindern, dass zusätzliche Schocks wie der Verlust eines Großkunden oder eine anhaltende Finanzierungslücke die nächste Eskalationsstufe auslösen. Für Beobachter bleibt entscheidend, ob die geplante Trennung des Haushaltsbatteriegeschäfts neue Investorenstrukturen schafft und ob die verbleibenden Sparten – etwa Microbattery und Solutions, die Tojner ausdrücklich als Fortführungsbereiche nennt – unter verschärften Kosten- und Marktbedingungen ausreichend Kapazitäten und Nachfrage finden.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Varta in der Krise: Gläubiger drängen auf Zerschlagung der Haushaltsbatterien" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Varta in der Krise: Gläubiger drängen auf Zerschlagung der Haushaltsbatterien" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Varta in der Krise: Gläubiger drängen auf Zerschlagung der Haushaltsbatterien« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!