VERMONT / QUEBEC / LONDON (IT BOLTWISE) – Forschende haben in einem grenzüberschreitenden See in den USA und Kanada einen bisher einzigartigen Krebsfall bei Welsen beschrieben: ein übertragbares Melanom, das sich offenbar zwischen Individuen weitergeben kann. Entscheidend ist der genetische Befund, denn die Tumorzellen stammen aus einer gemeinsamen „Klon“-Identität und zeigen Muster, die bei spontan entstehenden Krebsen in der Regel nicht so zusammenfallen. Damit rückt die Frage nach der Übertragungsroute in den Fokus, während Umweltfaktoren wie Arsen zunächst nur als mögliche Mitursache diskutiert werden. Für die Krebsforschung eröffnet der Fund neue Perspektiven darauf, wie Tumorzellen außerhalb ihres ursprünglichen Wirts überleben und sich etablieren.

Die Meldung wirkt auf den ersten Blick fast wie Science-Fiction: Krebs als etwas, das sich wie ein Erreger von einem Tier auf das nächste „weiterverbreitet“. In Menschen ist eine solche Transmission ausgeschlossen – Krebszellen gelten grundsätzlich als nicht übertragbar. Die Biologie kennt jedoch Ausnahmen, und genau diese Systematik macht den aktuellen Befund so relevant: Forschende beschreiben erstmals einen übertragbaren Krebs in einem Süßwasser-Fisch, genauer im braunen Wels (Ameiurus nebulosus). Gleichzeitig liefert das Ergebnis einen klaren genetischen Fingerabdruck, der das Phänomen nicht nur „beobachtet“, sondern biologisch einordnet.
Ausgangspunkt war der See Lake Memphremagog, der sich über Vermont und Quebec erstreckt. Dort hatten Fischer und Biologen seit 2012 auffällig viele Welse mit schwarzen Läsionen gemeldet – und spätere Untersuchungen ordneten die Flecken als maligne Melanome ein. Besonders bemerkenswert war die Häufigkeit: In den ausgewerteten Proben lag der Anteil der betroffenen Tiere bei etwa 23 bis 37 Prozent. Für eine Art, bei der Melanome typischerweise nicht in dieser Dichte auftreten, wirkt das wie ein epidemiologischer „Hotspot“. Zunächst standen Umweltursachen im Raum – zum Beispiel toxische Stoffe oder ein Zusammenhang mit der Wasserqualität nach Starkregenereignissen wie der Flut durch den Hurrikan-Typ Tropical Storm Irene im Jahr 2011. Die Sorge um die Trinkwasserversorgung, die der See für mehr als 175.000 Menschen bereitstellt, verstärkte das Interesse zusätzlich.
Der entscheidende Richtungswechsel kam durch Genomdaten. Statt nur Krankheitsmerkmale zu vergleichen, sequenzierten die Forschenden vollständige Genome aus Tumorgewebe und gesunden Körperanteilen betroffener Welse und stellten diese Daten anschließend gegen Material aus gesunden Tieren anderer Populationen. Das Muster, das dabei zutage trat, ist der Kern der Aussage: Tumorzellen aus verschiedenen Fischen erwiesen sich als viel näher verwandt untereinander als mit den jeweiligen Wirten, in denen die Tumoren wuchsen. Anders gesagt: Die Tumoren trugen eine gemeinsame genetische Identität, die nicht einfach aus jedem einzelnen Individuum „neu“ entstanden sein kann. Zusätzlich tauchten in den Tumoren zahlreiche hunderttausend genetische Varianten wiederholt auf, die im gesunden Gewebe derselben Fische fehlten. Genau solch ein Wiederholungsmuster ist ein Hinweis auf einen durch Klonalität stabilen Ursprung – und damit auf ein verteiltes Krebsereignis, nicht auf isolierte Zufallsmutationen in jedem Körper.
Um die plausibelste Alternative – dass jedes Tier einen eigenen, zufälligen Melanom-Entstehungsweg beschreitet – abzuschätzen, nutzten die Forschenden eine Vergleichsfolie aus der Humanmedizin. Bei Menschen zeigen Melanome in der Regel weitgehend patientenspezifische Mutationen; nahezu alle Veränderungen sind individuell. In den Wels-Tumoren dagegen waren viele Mutationen zwischen verschiedenen Individuen geteilt. Das passt besser zu der Vorstellung einer transmissiblen, klonalen Krebsform. Daneben prüften die Autorinnen und Autoren, ob ein Virus oder eine Bakterie als Auslöser fungieren könnte. Nach der Analyse der genetischen Information fanden sich jedoch keine spezifischen Viren oder Bakterien, die eindeutig mit den Tumoren verknüpft wären. Ganz ausschließen können Forschende zwar nicht, dass ein Pathogen die Entstehung begünstigt oder die Übertragung erleichtert, aber die Datenlage stützt vor allem die These, dass die Krebszellen selbst die transmissible Einheit sind.
Offen bleibt damit allerdings das „Wie“ der Übertragung – also der Mechanismus, durch den Tumorzellen zwischen Fischen gelangen. Die Autorinnen und Autoren diskutieren mehrere Wege, die zur Lebensweise des Welses passen. Während der Fortpflanzung drängen sich Fische in räumlich engen Bereichen zusammen und haben dabei offenbar engen körperlichen Kontakt; das könnte den Zelltransfer erleichtern. Alternativ könnten Tumorzellen zeitweise im Wasser oder in Sedimenten überleben und später über Eintrittspforten wie Haut, Kiemen oder Maul wieder in andere Tiere gelangen. Eine weitere Hypothese knüpft an reproduktionsbedingte hormonelle Veränderungen an: Wenn sich das Immunsystem während der Laichzeit anders reguliert, könnten Tumorzellen leichter Fuß fassen und sich etablieren, obwohl der Wirt ansonsten eine Immunbarriere aufbauen würde.
Dass das Melanom nicht gleichmäßig auftritt, unterstützt diese zeitliche Einordnung. Biologe Mark Henderson, Mitautor der Studie, weist darauf hin, dass es offenbar vor allem in größeren, laichreifen Fischen auftritt, während jüngere Tiere ohne solche Befunde bleiben. Er deutet an, dass Teile des Laichverhaltens zur Ausbreitung beitragen könnten. Parallel dazu taucht in den Diskussionen auch ein Umweltfaktor auf, der in einem bestimmten Punkt messbar wurde: In einer Erklärung der beteiligten Institution wurde berichtet, dass die Tumorzellen erhöhte Arsenwerte enthalten und dass sich die geografische Verteilung des Krebses mit Bereichen mit natürlicherweise hohen Arsenkonzentrationen korreliert. Wichtig ist hier die saubere Trennlinie: Eine Korrelation beweist keine Kausalität. Arsen könnte demnach entweder die Entstehung fördern, die Barriere im Gewebe verändern oder indirekt die Ökologie beeinflussen – die Studie legt jedoch nahe, dass die transmissible Komponente nicht einfach „nur“ ein Umweltgift ist, sondern in der biologischen Einheit der Tumorzellen liegt.
Für die Krebsforschung ist der Fund vor allem deshalb spannend, weil er ein ungewöhnliches Modell liefert, um Grenzen zu untersuchen: Wie überleben Tumorzellen außerhalb ihres ursprünglichen Wirts, wie finden sie eine neue Nische im Gewebe und wie werden sie vom Immunsystem entweder abgewehrt oder zugelassen? Julie Dragon, ebenfalls Mitautorin, hebt genau diese Perspektive hervor: Indem man beobachtet, wie Krebszellen ihre Kontrolle verlieren oder sich außerhalb ihres Ursprungs etablieren, lässt sich besser verstehen, warum sie normalerweise eingedämmt werden – und was passiert, wenn diese Schranken brechen. Gerade für Unternehmen im Bereich Life-Science- und KI-gestützter Analytik kann ein solcher Datensatz auch indirekt relevant sein: Genomische Muster, die klonale Herkunft und gemeinsame Mutationen sichtbar machen, sind Trainingsmaterial für Methoden der molekularen Diagnostik und für die Zuordnung von Tumorclustern. Zugleich zeigt die Arbeit, wie wichtig vollständige Genomvergleiche sind, wenn reine Epidemiologie zu kurz greift. Ungeklärt bleibt schließlich auch, welche Rahmenbedingungen in natürlichen Gewässern die Übertragbarkeit begünstigen und ob sich der Mechanismus mit weiteren Arten oder Regionen verallgemeinern lässt – erst wenn Übertragungsszenarien experimentell abgesichert werden, wird aus einer starken genetischen Evidenz eine belastbare Ursache-Wirkungs-Kette.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Übertragbares Krebsleiden bei Wels: Forscher finden ersten Fall in Süßwasserfischen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Übertragbares Krebsleiden bei Wels: Forscher finden ersten Fall in Süßwasserfischen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Übertragbares Krebsleiden bei Wels: Forscher finden ersten Fall in Süßwasserfischen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!