HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Aqua free unterstützt mit dem Safe Water Project Tanzania den Ausbau von sicherem Trinkwasser in Lower Moshi südlich des Kilimandscharo. In fünf Gemeinden werden insgesamt 50 mobile BAR-Wasserfiltersysteme installiert, die ohne Stromanschluss arbeiten. Die mehrstufige Aufbereitung kombiniert Vorfilter, Aktivkohle und eine Aqua-free-Membran. Damit sollen Bakterien, Parasiten und Schwermetalle reduziert sowie Fluoridbelastungen gesenkt werden.

Der Mangel an sicherem Trinkwasser ist in vielen Regionen weiterhin ein Nadelöhr für Gesundheit und Entwicklung. In Lower Moshi, einer Region südlich des Kilimandscharo in Tansania, berichten die beteiligten Projektpartner von zwei besonders problematischen Belastungen: verunreinigtes Wasser, in dem Bakterien Durchfallerkrankungen begünstigen können, sowie erhöhte Fluoridkonzentrationen, die langfristig unter anderem Dentalfluorose fördern. Genau an diesem Punkt setzt das Safe Water Project Tanzania an und verknüpft lokale Betriebspartner mit einer technischen Lösung, die explizit für den Betrieb ohne Stromanschluss ausgelegt ist.
Technisch steht dabei das BAR-Filtrationssystem im Zentrum. Es ist als mobiles Wasseraufbereitungssystem konzipiert und lässt sich in einem Koffer transportieren, was den Einsatz auch dort praktikabel macht, wo Infrastruktur fehlt. Die Aufbereitung arbeitet mehrstufig: Ein Vorfilter bereitet das Rohwasser auf, anschließend folgt Aktivkohle zur weiteren Reduktion unerwünschter Stoffe. Den Kern bildet eine Aqua-free-Membran, die in der Beschreibung als Hollow-Fibre-Ansatz eingeordnet wird. Für den Praxisbetrieb kann das System entweder an eine vorhandene Wasserquelle angeschlossen werden oder über eine Fuβpumpe beziehungsweise eine solarbetriebene Bewässerungspumpe laufen, sodass auch abgelegenere Standorte eingebunden werden können.
Damit verschiebt sich die Frage vom reinen Filtern hin zur Umsetzbarkeit im Alltag: Wie wird ein System in Gemeinden so betrieben, dass es nicht nur technisch funktioniert, sondern auch dauerhaft verfügbar bleibt? Laut Projektkonzept werden in fünf Gemeinden insgesamt 50 BAR-Wasserfiltersysteme installiert. Die mobilen Einheiten sollen dabei täglich mehr als 9.000 Menschen mit sicherem Trinkwasser versorgen. Zusätzlich wird der Nutzen über typische Wasserparameter hinaus begründet: Die Filterung zielt darauf ab, Bakterien, Viren, Parasiten und Schwermetalle zu entfernen; für Fluorid ist ein spezieller Knochenkohlefilter vorgesehen. Als zentrale Leistungsgröße wird genannt, dass bis zu 2.000 Liter sicheres Wasser pro Stunde aufbereitet werden können, während die Energieversorgung unabhängig ohne Netzstrom bleibt.
Die Herkunft der Projektidee wird im Text ebenfalls als Folge eines konkreten Bedarfs beschrieben. Die Zusammenarbeit mit Element15 begann, als dessen Gründer Ingmar nach einer geeigneten Filtrationslösung gesucht hat und dabei auf Aqua free aufmerksam wurde. Nach einem ersten Austausch sei klar geworden, dass das Vorhaben eine gute Chance bietet, eine nachhaltige Lösung für die sichere Trinkwasserversorgung zu entwickeln. Gemeinsam wurde demnach der Filter so angepasst, dass die Anforderungen vor Ort erfüllt werden, bevor die ersten speziell entwickelten Geräte nach Tansania geliefert und installiert wurden. Nach dem ersten Erfolg folgt in der Projektlogik die Skalierung: Das System wurde im Rahmen eines langfristigen Projekts anschließend auch in Ghana eingesetzt, wo lokale Partner von Element15 Betrieb und Wartung übernehmen.
Für Sicherheits- und Qualitätsfragen ist entscheidend, ob ein Filtersystem nicht nur in der Laborumgebung überzeugt, sondern auch im Feld nachweisbar wirkt. Im Projekttext wird auf Laborergebnisse aus Afrika verwiesen, die die hohe Leistungsfähigkeit des Filters bestätigen sollen: Bakterien würden wirksam aus dem gefilterten Wasser entfernt. Ebenso werden Rückmeldungen der Nutzenden hervorgehoben: Die Menschen vor Ort seien zufrieden, weil sie das Wasser nun „ohne Bedenken“ trinken können. Ein weiterer Indikator ist die Nachfrage, die über den ursprünglichen Einsatzraum hinausgeht: Der Filter werde demnach nicht nur in Tansania, sondern auch in Ghana erfolgreich betrieben, wobei sichergestellt wird, dass den Menschen über den gesamten Tag hinweg Wasser in ausreichender Qualität zur Verfügung steht.
Für Unternehmen und Technikverantwortliche ist an der Initiative vor allem die Schnittstelle aus Produktdesign und Betriebsmodell interessant. Ein mobiles System, das ohne Stromanschluss auskommt, reduziert Abhängigkeiten von instabiler Netzinfrastruktur und macht die Implementierung in vielen Einsatzszenarien planbarer. Gleichzeitig bleibt der technische Nutzen ohne Wartungs- und Trainingskonzept unvollständig, weshalb die Rolle lokaler Partner für Betrieb und Wartung explizit adressiert wird. Die Spezifikation, dass das System entweder an bestehende Wasserquellen angebunden oder per Fuβpumpe sowie solarbasierter Pumpe betrieben werden kann, zeigt zudem, dass Energiezugang als Variablen im Feld bewusst mitgedacht wurde.
Auch die Unternehmensperspektive ordnet die Initiative in ein breiteres Portfolio ein: Aqua free beschreibt sich als Hersteller im Bereich Wasserhygiene mit Fokus auf Filtration und Desinfektion und nennt Zertifizierungen nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 13485. Der Text verweist außerdem darauf, dass die Unternehmensgruppe über Aqua free Industries auf Membranfilter und kundenspezifische OEM-Lösungen spezialisiert ist. Für die weitere Projektentwicklung wird berichtet, dass Ingmar und das Element15-Team derzeit weitere Filter installieren und Gespräche mit Regierungsvertretern führen, um das Vorhaben auszubauen. Wer das technische Konzept und die Projektumsetzung vertiefen möchte, findet im Umfeld der Initiative sowohl Projekt- als auch Magazinmaterial: etwa Projekt-Referenzen und Magazinbeiträge.
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