BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Brera Serviced Apartments erweitert sein Angebot nach Berlin: Für das Midstad-Projekt in der Schloßstraße 123 übernimmt die PKF hospitality group die Betreibergewinnung. Geplant sind 56 Serviced Apartments auf rund 1.800 Quadratmetern in der dritten und vierten Etage. Die Wohnungen sind um einen zentralen Innenhof angeordnet, während im Erdgeschoss und in den oberen Ebenen Handelsnutzung bleibt. Zielgruppe sind vor allem Geschäftsreisende, aber auch Leisure-Gäste mit längeren Aufenthalten.

Wer in Berlin kurzfristig eine „home away from home“-Option sucht, bekommt absehbar mehr Auswahl: Brera Serviced Apartments etabliert seinen ersten Standort in der deutschen Hauptstadt. Aus Sicht des Betreibers geht es dabei nicht nur um zusätzliche Zimmer, sondern um ein Stück Standortstrategie. Laut Projektangaben wurde für das Midstad Berlin Schloßstraße Projekt Brera Serviced Apartments als Betreiber für 56 Einheiten gewonnen. Entstehen sollen die Serviced Apartments in der Schloßstraße 123 im Stadtteil Steglitz – an einem Standort, der vor allem durch Alltagsnähe und die Verbindung in Richtung der Berliner Innenstadt interessant ist.
Der Grundriss folgt einem Konzept, das in urbanen Häusern oft auf Balance abzielt: Die 56 Apartments verteilen sich auf etwa 1.800 Quadratmeter und liegen in der dritten und vierten Etage. Die Anordnung ist um einen zentralen Innenhof organisiert. Damit entsteht im Gebäudeinneren ein ruhigerer Bezugspunkt, während die äußere Struktur den Charakter eines „Stadthauses“ behält. Besonders relevant für die Wahrnehmung im Viertel ist dabei die Mischnutzung: Unterhalb der Apartmentflächen bleiben weiterhin Einzelhandelsgeschäfte aktiv, wodurch die Immobilie nicht zum reinen Wohn- oder Hospitality-Körper wird.
Konkrete Bestandsmieter zeigen, wie stark die Nutzung im Erdgeschoss und in den ersten Obergeschossen bereits auf Frequenz ausgelegt ist. Zu den dortigen Mietern zählen ein Geschäft von Peek & Cloppenburg sowie ein Fitnessstudio mit Wellnessbereich von FITSEVENELEVEN. Für Serviced Apartments ist genau diese Mischung praktisch, weil sie Gästen vom Check-in bis zur täglichen Routine Wege verkürzt: Einkaufen, Training und Entspannung liegen im selben Haus oder zumindest unmittelbar im gleichen Nutzungskontext. Gleichzeitig wirkt die Handelsnutzung als „Puffer“ gegen reines Tagesgeschäft, denn sie stabilisiert die Nutzung der Immobilie über unterschiedliche Uhrzeiten und Gästetypen hinweg.
Für Brera stellt Berlin im Rahmen des Unternehmenswachstums einen „wesentlichen“ Standort dar. Matteo Ghedini, Gründer und CEO von Brera Serviced Apartments, ordnet die Expansion der Aussage nach als konsequente Fortführung der Expansionsstrategie ein. Seine Begründung: Berlin zähle zu den führenden Wirtschafts- und Innovationszentren Europas, was besonders für Zielgruppen aus der projekt- und geschäftsgetriebenen Nachfrage relevant ist. Auch Stefan Catic, Head of Operator Search bei der PKF hospitality group, bringt den Betreiber-Entscheidungsprozess auf den Punkt: Serviced Apartments seien ein wachsendes Segment mit hohem Potenzial in urbanen Gebieten, und Brera passe sowohl zum Nutzungskonzept des Gebäudes als auch zum konkreten Standort.
Damit rückt die eigentliche „Marktlogik“ hinter Serviced Apartments stärker in den Vordergrund als reine Kapazitätserweiterung. Im Betreiber- und Vermietungskontext gilt das Segment typischerweise als attraktiv, weil es je nach Ausgestaltung zwischen klassischem Hotel und längerfristiger Wohnung vermittelt. In Berlin wird diese Funktion für drei Nachfragegruppen beschrieben: primär Geschäftsreisende, außerdem Leisure-Gäste mit dem Wunsch nach mehr Raumangebot sowie Personen, die mittlere bis lange Aufenthalte planen. Genau hier entsteht der Mehrwert des Formats: Wer über Tage oder Wochen in einer Stadt bleibt, braucht im Alltag andere Komfortdimensionen als bei einem reinen Kurzaufenthalt – von Arbeitsmöglichkeiten im Zimmer bis zu einer zumindest teilweise wohnungsähnlichen Infrastruktur.
Die Integration durch Midstad ergänzt die vorhandene Handelsnutzung bewusst um ein Hospitality-Angebot. Damit wird aus dem Standort in der Schloßstraße, einer zentralen Einkaufsstraße im Berliner Südwesten, ein Ort mit mehreren Funktionen in einem Haus. Für Investoren und Projektentwickler ist das vor allem dann spannend, wenn sich dadurch die Asset-Story verbessern lässt: Die Immobilie kann nicht nur über Miete aus dem Einzelhandel funktionieren, sondern erhält eine zusätzliche Einnahmenschiene über den Betrieb der Apartments. Für die Gäste bedeutet das wiederum, dass sie im täglichen Ablauf weniger logistische Reibung haben – gerade wenn sie nicht nur für Meetings, sondern auch für Konsum, Fitness oder Erholung ein passendes Umfeld suchen.
Interessant ist außerdem, wie der Betreiber die Lage gegenüber unterschiedlichen Aufenthaltsprofilen positioniert. Die zentrale Lage in der Schloßstraße wird im Projektkontext als klarer Standortvorteil genannt; ergänzt wird das durch die Anbindung an die städtische Infrastruktur. Strategisch passt das zu einem Segment, das zunehmend auch „hybrid“ nachgefragt wird: Konzerne schicken nicht nur klassische Consultants, sondern auch Projektteams, die für die Dauer von Releases, Vertragsverhandlungen oder Implementierungen in einer Stadt bleiben. Daneben existiert die Leisure-Nachfrage, die zwar Freizeit will, aber dennoch Platz und Alltagstauglichkeit erwartet. Wenn das Gebäude wie beschrieben sowohl Handels- als auch Wellnessangebote im direkten Umfeld integriert, kann Brera Serviced Apartments für diese Zielgruppen schneller zum „Standardquartier“ werden als ein rein isoliertes Hotelkonzept.
Aus Techniksicht und aus Betreiberperspektive ist bei Serviced Apartments zudem entscheidend, wie Betrieb und Raumkonzept zusammenpassen: Der Innenhof als Orientierungspunkt, die Etagenlogik für die Apartments und die durchgehende Mischnutzung stellen Anforderungen an Hausmanagement, Übergaben und Prozessabläufe. Solche Details entscheiden im Alltag oft darüber, ob ein Konzept als „durchdacht“ wahrgenommen wird oder ob es im Betrieb Reibungsverluste gibt. Für den Markt in Berlin ist das Expansionsthema deshalb mehr als ein neues Haus in der Schloßstraße: Es zeigt, dass Betreiber nach urbanen Lagen suchen, in denen sich Service, Wohnlichkeit und Frequenzträger so kombinieren lassen, dass sowohl kurze als auch längere Aufenthalte ohne Brüche funktionieren. Wie gut das am Ende in Nachfrage und Auslastung ankommt, wird sich ab dem operativen Start zeigen – die Weichenstellung ist jedoch klar auf städtische, alltagsnahe Nutzung ausgelegt.
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