AUSTRIA / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Studie aus Österreich untersucht, ob die aerobe Leistungsfähigkeit die Stressreaktion im Körper verändert. Teilnehmende mit höherer Ausdauer zeigten während experimenteller Stressphasen niedrigere Herzfrequenzen. Die Effekte traten sowohl bei einem sozial induzierten Stress-Test als auch bei einer Kombination aus sozialem und physischem Stressor auf. Für Unternehmen und Kliniken ist damit vor allem eines relevant: Fitness kann die kardiovaskuläre Belastung in akuten Stresssituationen messbar dämpfen.

Stress ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein messbarer körperlicher Zustand: Wenn eine Person eine Herausforderung, eine Forderung oder eine Bedrohung wahrnimmt, steigt die innere Alarmbereitschaft. Dazu gehören typischerweise ein schnellerer Puls, eine veränderte Atmung und eine höhere Verfügbarkeit von Energie, um körperliche Leistung für Kampf oder Flucht vorzubereiten. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Untersuchung aus Österreich an und fragt, ob die aerobe Leistungsfähigkeit die psychophysiologische Reaktion auf akuten Stress mitprägt.
Der zentrale Steuermechanismus verläuft dabei über zwei Systeme. Einerseits treibt das sympathische Nervensystem die Ausschüttung von Adrenalin an; andererseits regelt die sogenannte hypothalamisch-hypophysär-nebenierenrindenbezogene Achse (HPA-Achse) die Freisetzung von Cortisol. In der kurzen Frist ist diese Antwort sinnvoll, weil sie den Körper auf erhöhte Anforderungen vorbereitet. Entscheidend wird es jedoch, wenn Stress wiederholt auftritt, lange anhält oder als chronisch erlebt wird: Dann steigt das Risiko für Schlafprobleme, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, eine geschwächte Immunabwehr sowie für kardiovaskuläre und psychische Belastungen bis hin zu Angst und Depression.
Die Autorinnen und Autoren um Peter Raidl und Kolleginnen und Kollegen wollten prüfen, ob Fitness im Sinne einer besseren Anpassungsfähigkeit genau bei akuten Stressimpulsen wirkt. Dabei differenzierten sie nicht nur allgemein „Stress ja oder nein“, sondern arbeiteten mit zwei Laborparadigmen, die unterschiedliche Anteile abbilden: einen vor allem sozialen Stressor und einen kombinierten Stressor, in dem auch eine physische Komponente vorkommt. In ihrem Studiendesign operationalisierten sie Fitness über eine aerobe Kenngröße – mit einem stufenweise steigenden Belastungstest – sowie ergänzend über Angaben zur körperlichen Aktivität.
Insgesamt nahmen 59 gesunde Erwachsene teil, im Durchschnitt 27 Jahre alt; davon waren 28 Frauen. Die Probandinnen und Probanden hielten vor den Testtagen sehr strikt ein Kontrolldesign ein: regelmäßiger Schlafrhythmus, Verzicht auf anstrengende Reisen über mehrere Zeitzonen sowie Vermeidung von intensiver Bewegung, Nahrungsergänzungsmitteln, Alkohol und anderen Drogen. Zusätzlich mussten sie 18 Stunden vor jedem experimentellen Tag auf Koffein und Nikotin verzichten und im letzten Zeitfenster vor dem Test auf Kaloriengetränke, Kaugummi sowie das Zähneputzen verzichten. Solche Faktoren sind für Stressforschung relevant, weil sie Puls, Wachheit und subjektive Belastung direkt beeinflussen können.
Jede Person durchlief zwei Stressereignisse an zwei Tagen, die mindestens einen Monat auseinanderlagen. Für den sozialen Anteil verwendeten die Forschenden den Trier Social Stress Test (TSST): Erst folgte ein fünfminütiges „Mock“-Vorstellungsgespräch, dann eine fünfminütige Kopfrechenaufgabe vor einem Komitee. Die Komiteemitglieder – ein Mann und eine Frau – traten formal auf und mussten dabei neutral bleiben; auch das Interview wurde durch eine Person des jeweils anderen Geschlechts geführt, um den Stress weiter zu erhöhen. Der körperbetonte Teil wurde über den Maastricht Acute Stress Test (MAST) abgebildet: Hier kombinierten die Forschenden TSST-Elemente mit wiederholtem Eintauchen der dominanten Hand in eiskaltes Wasser, jeweils 60 bis 90 Sekunden, abwechselnd mit der Rechenaufgabe. Während der Protokolle trugen alle Teilnehmenden einen Herzratenmonitor.
Zur Erfassung der Stressdimensionen sammelten die Forschenden Speichelproben zu mehreren Zeitpunkten: zu Beginn, während die Teilnehmenden bereits auf die Stressor-Phase warteten, und anschließend nach jedem Stressprotokoll. Zusätzlich nutzten sie für mehrere Messzeitpunkte standardisierte Fragebögen, darunter DASS-21 zur Erhebung von depressiven, Angst- und Stresssymptomen. Vor und nach jedem Stressdurchlauf wurde außerdem Angst erhoben, und während der Speichelentnahmen wurde jeweils die aktuelle Stresswahrnehmung erfragt. Für die aerobe Leistungsfähigkeit absolvierten die Teilnehmenden zudem den stufenweisen Belastungstest, in dem die maximale Sauerstoffaufnahme als zentrale Kenngröße erhoben wurde; weil die ursprüngliche zweiwöchige Aktivitätsaufzeichnung zu niedrige Rücklaufquoten hatte, stützten sich die Autorinnen und Autoren ersatzweise auf einen Fragebogen zur körperlichen Aktivität (IPAQ).
Die Ergebnisse fallen dabei vergleichsweise klar aus, wenn es um die Herzfrequenz geht: Teilnehmende mit besserer aerober Fitness (höhere Peak-Oxygen-Consumption) zeigten während beider Stress-induzierenden Situationen tendenziell niedrigere Herzfrequenzen. Interessant ist vor allem, dass dieser Zusammenhang sich nicht zwischen dem TSST- und dem MAST-Setting unterschied: Die aerobe Leistungsfähigkeit wirkte demnach nicht spezifisch nur in einer Stresskategorie, sondern zeigte einen generalisierten kardiovaskulären Vorteil in akuten Belastungssituationen. Andere untersuchte Endpunkte fanden dagegen keinen messbaren Zusammenhang mit der aeroben Fitness. Die Studie legt damit nahe, dass die „Basis“ an Ausdauer die körperliche Last im Stresskontext dämpfen kann – ohne dass die Art des Stressors den Effekt deutlich umformt.
Wissenschaftlich ordnet die Arbeit damit die Beziehung zwischen körperlicher Fitness und Stressreaktion enger ein, bleibt aber auch methodisch begrenzt: Die Stressoren waren akut und im Labor kontrolliert, wodurch sich die Übertragbarkeit auf schwere oder chronische reale Belastungen noch nicht automatisch ergibt. Genau hier liegt der nächste Entwicklungsschritt: Wenn reale Lebensereignisse dauerhaft wirken, könnten andere Mechanismen stärker dominieren als die in der Akutphase messbare Herzfrequenz. Für die Praxis folgt daraus dennoch eine handfeste Implikation: Programme zur Förderung der Ausdauer dürfen als Hebel verstanden werden, der zumindest die unmittelbare kardiovaskuläre Beanspruchung in Stressmomenten messbar beeinflussen kann. Die Studie ist unter dem DOI Psychophysiology veröffentlicht.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Bessere Ausdauer senkt den Puls bei akutem Stress" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Bessere Ausdauer senkt den Puls bei akutem Stress" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Bessere Ausdauer senkt den Puls bei akutem Stress« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!