CHRISTCHURCH / LONDON (IT BOLTWISE) – Die 25th Infantry Division treibt ihre Transformation „in Contact“ mit sichtbaren Veränderungen in mehreren Brigaden voran. Der nächste Schritt liegt laut Kommando bei der 25th Combat Aviation Brigade, inklusive der geplanten Verlagerung eines Drohnen-Systems von Alaska nach Hawaii. Im Fokus stehen längere Reichweiten für Aufgaben mit HIMARS, mehr Flexibilität bei neuen Technologien sowie eine stärkere digitale Steuerung über Next-Generation Command and Control. Ergänzend baut die Einheit ihre Fähigkeit zur Ersatzteilherstellung mit einem mobilen 3D-Druck-„Forge“-Ansatz entlang der Versorgungslinien aus.

Die 25th Infantry Division der U.S. Army führt ihren Umbau nicht als abstraktes Modernisierungsprojekt, sondern als fortlaufenden Test- und Lernprozess aus. Maj. Gen. James Bartholomees, der die Division kommandiert, beschreibt dabei im Gespräch aus den Philippinen heraus vor allem den Takt: Einheiten werden umgestellt, neue Fähigkeiten wandern in die Brigaden, und erst der reale Betrieb zeigt, ob ein System in den vorgesehenen Umgebungen wirklich funktioniert. Seine Kernaussage lautet: Vier von fünf Brigaden hätten sich bereits spürbar verändert, weil die Division als „Transformation in Contact“-Einheit ein Konzept lebt, bei dem operative Erfahrungen schneller in technische Entscheidungen zurückfließen.
Aus technologischer Sicht zieht sich ein roter Faden durch die nächsten Schritte: längere Reichweiten, mehr Unbemannter-Bereich und eine neu gedachte Rolle von Artillerie. Bartholomees verknüpft das direkt mit dem Einsatzbild rund um HIMARS. Die Division war laut seinen Angaben die erste U.S.-Infanteriedivision, die HIMARS erhielt, und genau dieser Schritt habe den größten Durchbruch für die Division Artillery gebracht. Damit verschiebt sich der Maßstab im Feuerunterstützungs- und Aufklärungsverbund: Gegenüber den zuvor dominierenden gezogenen Systemen wie M777 und M119 kann HIMARS die Reichweite der Formation deutlich erhöhen, und diese Reichweite wiederum verlangt nach passenden Aufklärungsketten und nach Drohnen, die die Daten früh genug liefern.
Die geplante Transformation in der 25th Combat Aviation Brigade setzt deshalb nicht nur an einem einzelnen Gerät an, sondern an der Integration eines unbemannten Systems in die Divisionstaktik. Bartholomees nannte als Beispiel die „Gray Eagle“-Komponente, die von Alaska nach Hawaii verlagert werden soll. Über den zeitlichen Verlauf sagt er dabei mehr voraus als nur einen Standortwechsel: Sobald die Army festlegt, welche größeren unbemannten Luftsysteme sie künftig in der Klasse weiter nutzt, sollen diese ebenfalls in der Combat Aviation Brigade landen. Praktisch bedeutet das, dass sich die Brigade als „Träger“ für längere Reichweite und die dazugehörigen Sensoren und Effektoren versteht – mit dem Ziel, Unterstützung für die Distanzen zu liefern, die die Division mit ihren modernen Waffen nun erreichen kann.
Konkreter wird die Vorgehensweise dort, wo die Division die Umstellung unter realen Bedingungen validiert. Im Kontext der philippinischen Übungen Balikatan und Salaknib zwischen April und Juni habe die Einheit in Luzon-Strait-nahem Raum mehrere HIMARS-Infiltrationen getestet. Solche Übungen dienen im Kern dazu, Taktik und Technik zusammenzubringen: Man kann ein Funk- oder Führungsmodell in der Theorie durchspielen, aber die Antwort auf die Frage, ob ein System im Zusammenspiel zuverlässig arbeitet, entsteht laut Bartholomees erst beim Betrieb in den betreffenden Umgebungen. Gerade für eine weit von der Heimat stationierte Einheit ist dieser „Learning-by-doing“-Charakter zentral, weil Transport, Logistik und Funkreichweiten im Einsatzraum stärker variieren als in dauerhaften Trainingsanlagen.
Neben Drohnen und Reichweiten setzt Bartholomees auch stark auf flexiblere Technologiezyklen. Er spricht davon, die maximale Beweglichkeit für „neue Technologien, Drohnen, Counter-Drones, elektronische Kampfführung, softwaregestützte Technologien“ zu erreichen – und weniger an einem starren „Programm of Record“ zu hängen, das bei Verfügbarkeit bereits veraltet sein kann. Genau deshalb erwähnt er zudem die Entwicklung von Kommunikationssystemen und eine größere Demokratisierung elektronischer-warfare-Fähigkeiten über mehrere Einheiten hinweg. Besonders markant ist sein Hinweis auf Next-Generation Command and Control: Die Division sei eine von nur zwei Einheiten, die an dieser nächsten Stufe arbeiten. Dabei geht es um kleinere Formfaktoren und stärker softwarebasierte Komponenten, also um eine Führungsarchitektur, die sich schneller austauschen und besser an neue Sensorik- und Effektorketten anpassen lässt.
Damit die Umstellung auch in der Fläche funktioniert, adressiert die Division parallel das Thema „Mobile Lethality“ und Versorgung. Bartholomees lobt das Infantry Squad Vehicle, weil es seine Soldaten „mehr tödlich, leichter und mobiler“ machen soll. In seiner Darstellung war das ein Hebel, der den Fuhrpark reduziert hat: Zwei Infanteriebrigaden seien durch höhere Mobilität in die Lage versetzt worden, weniger „Ballast“ mitzunehmen. Gleichzeitig bleibt die Kehrseite klar: Mehr Technologie im Frontbereich verschärft den Bedarf an Ersatzteilen und Instandhaltung. Hier kommt die expeditionäre Fähigkeit Forge ins Spiel, die Soldaten laut Bartholomees erlaubt, ausgewählte Ersatzteile per 3D-Druck herzustellen. Der Nutzen wird nicht als reine Spielerei formuliert, sondern als Verdichtung der Sustainment-Linien: Fähigkeit wird nach vorn gebracht, Teile werden vor Ort gefertigt, und damit reduziert sich die Abhängigkeit von langen Nachschubwegen.
Für Entscheider in Unternehmen und Organisationen mit militärischer oder dualer Technologieperspektive lässt sich daraus vor allem eine strategische Lehre ziehen: Transformation ist bei Bartholomees kein einmaliges Projekt, sondern ein Managementproblem aus Entwicklungs- und Betriebsdisziplin. Er betont, die Einheit transformiere „wörtlich die ganze Zeit“, aber sie müsse zugleich steuern, wie sie es tue, und diszipliniert bleiben. Das ist auch deshalb relevant, weil viele moderne Systeme – von Software-Updates über Sensorik bis hin zu Drohnen- und Counter-Drohnen-Funktionen – nur dann Wert liefern, wenn sie in Prozesse, Ausbildungen und Instandhaltung eingebettet sind. Für die 25th Infantry Division bedeutet das aktuell ein Bündel aus HIMARS-getriebener Reichweitenlogik, unbemannter Luftunterstützung, fortschreitender Elektronik-Kampffähigkeit, Next-Generation Command and Control sowie einer pragmatischen Ergänzung der Versorgung durch additive Fertigung.
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