LONDON (IT BOLTWISE) – Die US-Regulierungsbehörde FCC hat am 28. Juli neue aus dem Ausland produzierte mobile Roboter und vernetzte Netz-Wechselrichter auf die „Covered List“ gesetzt. Damit erhalten neue Modelle künftig in der Regel keine Ausrüstungsgenehmigung mehr, die für Import, Vertrieb und Verkauf in den USA nötig ist. Für bereits autorisierte Geräte gilt die Maßnahme nicht, und Updates für Security und Kompatibilität laufen weiter. Gleichzeitig existiert ein Weg über Conditional Approval: Software- und Firmware-Änderungen, die Schwachstellen schließen und Betriebssystem-Kompatibilität verbessern, können befristet bis mindestens 1. Januar 2029 zugelassen werden.

FCC sperrt neue aus dem Ausland produzierte Roboter und Netz-Wechselrichter wegen Cyberrisiken
FCC sperrt neue aus dem Ausland produzierte Roboter und Netz-Wechselrichter wegen Cyberrisiken (Foto: IT BOLTWISE)
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Am 28. Juli hat die US-Funkbehörde FCC zwei neue Gerätekategorien unter ihre „Covered List“ gestellt: aus dem Ausland produzierte mobile Roboter und networked power inverters (netzgekoppelte Wechselrichter). Praktisch bedeutet das für Hersteller und Distributoren vor allem eines: Neue Modelle können für Import, Vermarktung und Verkauf in den USA typischerweise keine Ausrüstungsgenehmigung mehr bekommen, die auf FCC-Regeln zur Equipment Authorization basiert. Bereits zuvor autorisierte Modelle bleiben davon unberührt, und wer die Geräte schon besitzt, soll laut FCC-Logik nicht betroffen sein. Auch Bundesbeschaffungen und -einsätze werden durch die neue Listung nicht pauschal gestoppt.

Technisch ist die Maßnahme weniger „Brand-Verbot“ als vielmehr eine Definition über Funktion und Schnittstellen. Die FCC knüpft „foreign-produced“ an die Buy-American-Regel unter 48 CFR 25.101(a: Maßgeblich ist, ob ein Artikel als „domestic end product“ qualifiziert. Beim Roboterdel umfasst die Abgrenzung ein mechanisches mobiles Gerät mit Bodenvortrieb, Hindernisvermeidung oder Navigation; es soll zudem auf Distanz zum Menschen arbeiten können – etwa über Kommandos oder Sensordaten. Gewichtstechnisch liegt die Grenze bei mehr als 4,4 lbs inklusive Dock- oder Ground-Station, und das Gerät muss Umweltsensorik tragen sowie wired oder wireless Communications mit mindestens 200 kbps in beide Richtungen unterstützen.

Damit wird der kritische Teil der Cyber-Exponierung direkt im Pflichtenheft des Definitionsrahmens verankert: Das System muss die Software (lokal oder remote) verwenden, um Bewegung, Wahrnehmung, Datenerfassung oder ein Command-and-Control auf Distanz zu steuern. Diese Softwareanforderung umfasst ausdrücklich Firmware und auch KI- oder Machine-Learning-Modellgewichte. Für die Praxis heißt das: Selbst wenn ein Hersteller die Funkparameter erfüllt, rückt die Frage nach Angriffsflächen in der „intelligenten“ Schicht in den Fokus – also dort, wo Modelle in Entscheidungen einfließen und Fernzugriff in Bewegung und Datenflüsse übersetzt werden. Bei den Wechselrichtern greift die Definition über Funktion: Systeme, die Gleichstrom in Wechselstrom (oder umgekehrt) umwandeln, und die Komponenten für Remote-Kommunikation, Kontrolle, Sensorik, Datenerfassung oder Monitoring besitzen.

Die Begründung der FCC bleibt dabei präventiv angelegt und verweist auf mehrere publizierte Sicherheitsbefunde. Bei mobilen Robotern nennt die Behörde unter anderem einen frühen-2026 Bericht, in dem ein Forschender offenbar Zugang zu Kamera-Feeds, Mikrofon-Audio und Floor-Plan-Maps von Tausenden Haushaltsrobotern beschreiben konnte. Außerdem wird die Arbeit „UniPwn“ erwähnt, die vier Bluetooth Low Energy (BLE)-bezogene CVEs dokumentierte; dort wird auch CVE-2025-35027 genannt. In der Folge-Chain ist laut Darstellung Root-Command-Ausführung auf Unitree-Einheiten (Go2, B2, G1, H1) möglich gewesen, inklusive potenzieller Ausbreitung in der Nähe über BLE. Zusätzlich wird CVE-2025-2894 genannt, das mit dem korrekten API-Key laut Quelle vollständige Fernsteuerung von Unitree Go1 Quadrupeds über den CloudSail-Dienst ermöglichen konnte.

Bei Wechselrichtern argumentiert die FCC, dass Remote-Zugriffe zum Abschalten von Geräten, zum Abfließen von Daten, zur Unterstützung von Überwachung oder zur Mitwirkung an Cyberangriffen gegen kritische Infrastruktur genutzt werden könnten. Ein konkretes, beobachtetes Ausmaß wird dabei jedoch nicht als bereits stattgefundene Kampagne behauptet; vielmehr steht die Präventionslogik im Vordergrund. Als technischen Kontext verweist die FCC auf Forschung mit dem Titel SUN: DOWN, die Berichten zufolge 46 Schwachstellen in Produkten von Sungrow, SMA und Growatt aufgezeigt und mögliche Manipulation einer ganzen Geräteflotte sowie grid-instability skizziert habe. Dazu kommen Verweise auf Supply-Chain- und Remote-Connectivity-Risiken in Arbeiten des Idaho National Laboratory sowie auf das Thema potenziell schneller Grid-Collapse im Worst-Case, wobei die Quelle außerdem einen Fall schildert, in dem ein ausländischer Hersteller Wechselrichter nach einem Streit mit einem US-Distributor offenbar remote deaktiviert haben soll – die Firma bleibt in der Darstellung allerdings ungenannt.

Wichtig für den Markt sind die Ausnahmen und der Genehmigungsprozess. Direkt am selben Tag hat die FCC über ihre Office of Engineering and Technology eine Waiver erteilt, die bis mindestens 1. Januar 2029 gilt – allerdings für Software- und Firmware-Änderungen, die Schwachstellen patchen und Kompatibilität mit unterschiedlichen Betriebssystemen erleichtern. Parallel können Hersteller über die FCC Conditional Approval beantragen. Laut Quelle darf das Department of War (DoW) robotische Geräte genehmigen, während für Wechselrichter das DoW oder das Department of Homeland Security (DHS) zuständig sein kann; Einsendeschluss für die Anträge ist der 1. Januar 2028. Zudem nennt die FCC eigene Regelmechanismen, die Covered Equipment aus bestimmten Zertifizierungswegen für Class I und Class II permissive changes herausnehmen.

Der übergeordnete Kontext passt in eine längere Reihe „category-wide“ Covered List-Entscheidungen: Vor dieser Maßnahme folgten nach Angaben der Quelle bereits Aktionen gegen foreign-produced drones (Dezember 2025) sowie gegen consumer routers (März 2026). Für Unternehmen heißt das: Die technische Compliance wandert stärker in Richtung End-to-End-Security- und Aktualisierungsfähigkeit über die komplette Gerätelebensdauer – inklusive Firmware-Release-Logik, Modellaktualisierung und sauberer Schnittstellendefinitionen für Remote Control. Für Entscheider in der Entwicklung und Beschaffung wird außerdem sichtbar, dass die Dokumentation „was im Gerät steckt“ künftig stärker zählt als der reine Komponentenlieferant: Sobald KI- oder Machine-Learning-Gewichte Teil der Fernsteuerungs- oder Steuerungslogik sind, fällt das Risiko- und Prüfprofil unter die FCC-Definitionen. Gleichzeitig bleibt die praktische Umsetzung über Waiver und Conditional Approval ein Zeitfenster für Produktteams, um Sicherheitsfixes kontrolliert in Betriebssystem-Ökosysteme zu integrieren – ohne dass bereits autorisierte Hardware im Alltag sofort ersetzt werden muss.


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