LONDON (IT BOLTWISE) – Samsungs Galaxy Z Fold 8 Ultra bringt hellere Displays, mehr Akkukapazität und spürbar bessere Ladegeschwindigkeit. Gleichzeitig bleibt das Design sehr nah am Vorgänger, sodass das „Ultra“-Label eher nach Feinschliff als nach einem großen Sprung wirkt. Für Multi-Tasking gewinnt das größere vertikale Display-Layout. Wer dagegen viel Video und Serien schaut, stößt wegen des nahezu quadratischen Formats schneller an Grenzen.

Das Galaxy-Z-Fold-Programm bekommt 2026 ein neues Rollenbild: Samsung teilt die Reihe erstmals stärker in zwei Lagers, statt beide Geräte im gleichen Fahrwasser zu lassen. Mit dem Galaxy Z Fold 8 Ultra setzt der Hersteller vor allem auf Premium-Details, während das Basis-Modell stärker als „praktisch alles sofort“ positioniert wird. Genau daraus entsteht das Kernproblem des Ultra: Viele Verbesserungen sind real, aber sie verändern das Nutzungsgefühl nicht so grundlegend, dass der Schritt vom Vorgänger zwingend nach „Ultra“ klingt. Wer letztes Jahr bereits ein Fold-Modell nutzte, erkennt die Handschrift sofort wieder – und das ist nicht automatisch schlecht, aber eben auch kein echter Neubeginn.
Bei Abmessungen und Haptik bleibt das Ultra auffällig konservativ. Geschlossen misst es weiterhin 8,9 mm Dicke und bleibt mit 7,58 Unzen Gewicht ebenfalls im gleichen Bereich wie sein Vorgänger. Auch die IP48-Einstufung für Staub- und Wasserschutz wird nicht neu erfunden. Samsung spart allerdings ein winziges Maß innerhalb des Designs: Beim aufgeklappten Zustand kommt das Ultra auf 4,1 mm statt 4,2 mm. In der Praxis ist das eher ein schönes Technikergebnis als ein sichtbar anderer Alltagseindruck, doch Samsung kann damit intern den Anspruch „dünnste Klappkonstruktion“ für sich verbuchen. Was sich dagegen deutlich anfühlt, sind kleinere Geometrieanpassungen wie die abgeschrägten Kanten, die das Aufklappen spürbar erleichtern.
Der Display-Teil zeigt ebenfalls den Mix aus Evolution und gezielter Aufwertung. Auf der Vorderseite steckt ein 6,5-Zoll-Cover-Screen, im Inneren ein 8-Zoll-AMOLED-Panel. Die Auflösung der Hauptanzeige steigt dabei von 1.968 × 2.184 auf 2.256 × 2.504 Pixel. Gleichzeitig bleibt die Bildwiederholrate bei 120 Hz, und die Spitze der Helligkeit klettert auf 3.000 nits nach zuvor 2.600 nits. Samsung ergänzt zusätzlich eine entspiegelnde bzw. anti-reflective Beschichtung für das Innen-Display, was besonders bei indirektem oder starkem Umgebungslicht im Alltag den sichtbaren Mehrwert liefert. Daneben arbeitet Samsung unter der flexiblen Anzeige mit einer zusätzlichen Titanlegierungs-Schicht, die dem Aufbau mehr Steifigkeit geben soll und zugleich die sichtbare Falte reduzieren möchte. Wichtig bleibt: Eine Einkerbung verläuft weiterhin mittig über das Innenpanel, wirkt aber so abgeschwächt, dass sie für viele Nutzer eher eine technische Randnotiz als ein Hauptthema sein dürfte.
In Sachen Performance bleibt Samsung konsequent bei einer High-End-Strategie. Das Ultra setzt auf einen Snapdragon Elite Gen 5 for Galaxy, kombiniert mit bis zu 16 GB RAM und 1 TB Speicher. In der täglichen Bedienung spielt das laut Testbemerkungen alles aus, inklusive Multi-Tasking mit zwei Apps nebeneinander und selbst anspruchsvolleren Spielen. Entscheidend ist dabei weniger die theoretische Spitzenleistung als die Frage, ob das System in realen Workflows störungsfrei bleibt: Tabs, Kalender, Messenger, Dokumente und Medien sollen parallel so reagieren, wie man es von einem Premium-Gerät erwartet. Interessant ist außerdem der Vergleich zur Basisvariante: Das günstigere Fold 8 nutzt offenbar denselben Prozessor und damit identische Leistungsfähigkeit. Der Ultra ist damit nicht „schneller“, sondern in erster Linie „besser passend“, wenn man wirklich dauerhaft nebeneinander arbeitet und den zusätzlichen Platz ausnutzen will.
Genau hier kommt der Formfaktor ins Spiel. Wer stark multi-tasket, bekommt beim Ultra durch die größere vertikale Höhe mehr „Lesefläche“ und damit mehr Ruhe im Interface: Scrollen und Lesen funktionieren, ohne dass Menüs oder UI-Elemente ständig in den Vordergrund drängen. Allerdings hat das fast quadratische Innenformat einen Trade-off, sobald man Videos und Serien fokussiert. Dann wird der Bildschirm durch Letterboxing oben und unten optisch deutlich „unterteilt“, wodurch sich das Klangerlebnis zwar nicht verschlechtert, aber das visuelle Erlebnis im Kinoformat weniger stringent anfühlt. Das ist ein klassisches Dilemma faltbarer Displays: Man gewinnt beim Arbeiten oft mehr als man beim Medienkonsum verliert, aber die Gewichtung kann je nach Nutzerprofil stark variieren.
Bei den Kameras setzt das Ultra wieder klarer auf Premium-Komponenten. Während das Basisgerät die Rolle der Standard-Lösung übernimmt, bleibt das Ultra bei einem vollständigen Set an Rückkameras, inklusive 200-Megapixel-Hauptsensor, 10-MP-Tele und einem neuen 50-MP-Ultraweitwinkel. Für Fotobegeisterte ist vor allem die echte 3x-optische Zoom-Option relevant, weil sie den Sprung gegenüber digitaler Bildaufbereitung spürbarer macht. Die Bildqualität wird in unterschiedlichsten Lichtbedingungen als sehr stark beschrieben: Sowohl bei guten Lichtverhältnissen als auch in dunkleren Szenen liefert das Ultra verlässliche Ergebnisse. Feintuning bleibt dennoch: In einem direkten Vergleich werden Pixel-Fotos als mitunter einen Tick detaillierter und näher am realen Eindruck bewertet. Der neue Ultraweitwinkel soll außerdem Landschaften und große Motive schärfer wirken lassen, was aber besonders beim Pixel-peepen gegenüber dem Vorjahresmodell auffällt.
Am stärksten punktet das Ultra beim Akku und beim Laden. Samsung erhöht die Kapazität laut Test von 4.400 mAh auf 5.000 mAh und führt dafür eine neue Silicon-Carbon-Zelle ein. Im beschriebenen Video-Test erreicht das Gerät im Betrieb mit dem kleineren Außendisplay 32 Stunden und 11 Minuten – deutlich über 26:22 beim Fold 7 und über 28:14 beim Basis-Fold 8. Für viele Entscheider ist das die Art von Kennzahl, die man nicht nur im Datenblatt, sondern im Berufsalltag spürt: mehr Zeit zwischen den Ladezyklen und weniger „Power-Management“-Denken. Beim Laden legt Samsung ebenfalls nach: Kabelgebunden bis 45 Watt und kabellos bis 25 Watt. Gleichzeitig bleibt ein Wermutstropfen: Samsung integriert keinen eingebauten magnetischen Ring. Wer also MagSafe-artige Ladepads oder bestimmte Zubehörlösungen nutzen will, benötigt eine passende Hülle.
Am Ende bleibt die Bewertung zweigeteilt. Das Galaxy Z Fold 8 Ultra ist eine hochwertige Verfeinerung, insbesondere für Nutzer, die wirklich häufig nebeneinander arbeiten, lesen und Dokumente in mehreren Fenstern bearbeiten. Der Preis startet jedoch bei 2.100 US-Dollar, während das Basis-Modell bei 1.900 US-Dollar liegt. Für viele Kunden wird die Frage daher nicht lauten „Kann das Ultra mehr?“, sondern „Muss ich das Ultra wirklich wählen?“. Wenn das Einsatzprofil stark auf Multi-Tasking mit hoher Bildschirmnutzung ausgerichtet ist und man zusätzlich die Telezoom-Stärke sowie die Kamera-Varianz wertschätzt, ist der Aufpreis eher nachvollziehbar. Wer dagegen vor allem Filme konsumiert und an einem einheitlicheren Bildformat interessiert ist, findet in der regulären Fold-8-Variante vermutlich schneller die bessere Balance aus Preis und Alltag.
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