LONDON (IT BOLTWISE) – Der ASUS NUC 16 Pro bringt mit Intels Panther-Lake-Generation eine spürbar höhere Rechenleistung in das NUC-Umfeld, setzt dabei aber nicht auf reine Lautlosigkeit. Im Test zeigt sich: Im Leerlauf schaltet das System die Lüfter ab, unter CPU-Last steigt die Lautstärke jedoch deutlich an. Zusätzlich macht das breitere Gehäuse die SSD-Kühlung besser adressierbar, während der Ausbau für mehrere Varianten und Preisstufen sorgt. Unterm Strich überzeugt das Gesamtpaket vor allem wegen Anschlüssen, Support und Service – der Preis bleibt dabei der Hauptkritikpunkt.

ASUS NUC 16 Pro im Test: Panther Lake, mehr Anschlüsse – aber auch mehr Lautstärke
ASUS NUC 16 Pro im Test: Panther Lake, mehr Anschlüsse – aber auch mehr Lautstärke (Foto: IT BOLTWISE)
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ASUS positioniert den NUC 16 Pro als konsequente Weiterentwicklung des sehr guten NUC 15 Pro, bringt allerdings mit Intel Panther Lake auch technische Erwartungen mit: mehr Performance, zugleich aber ein Kühlsystem, das im kompakten Gehäuse nicht automatisch leise sein muss. Im Test fällt zunächst auf, wie stark sich die Produktidee an die Grenzen eines Mini-Computers schiebt. Das System ist flott genug, um moderne Workloads und anspruchsvolle Alltagsaufgaben zu bedienen, gleichzeitig zeigt sich aber, dass die hohen Leistungsfreigaben in der Praxis hörbar werden können. Genau hier entscheidet sich, ob der NUC eher ein „Office mit Reserven“-Gerät ist oder eher ein kompromissfähiger Allrounder für die Schreibtischumgebung.

Beim Marktstart gab es laut Quelle eine zeitliche Verschiebung: Der NUC 16 Pro wurde zwar bereits zur CES 2026 gezeigt, in Deutschland kam er dann aber erst im Sommer in den Handel. Als Grund wird die Aufhebung eines von Nokia erwirkt erwirkten Verkaufsverbots gegenüber ASUS und Acer genannt. Für Käufer bedeutet das vor allem eins: Wenn man sich ohnehin auf eine konkrete NUC-Variante festgelegt hat, hängt der reale Erwerb teils am regulatorischen und juristischen Zeitplan. Gleichzeitig ist die Auswahl wieder groß – von Barebones mit verlöteter CPU bis hin zum voll ausgestatteten Mini-PC mit viel verlötetem LPDDR5X und großer SSD, wodurch die Preisspanne „mehrere Tausend Euro“ abdecken kann.

Technisch verändert ASUS vor allem das Chassis, und zwar im praktischen Sinne: Statt eines quadratischen 4×4-Zoll-Formats gibt es nun 5×4 Zoll. Neu ist zudem, dass der NUC 16 Pro ab Werk mit einem zweiten LAN-Anschluss kommt und Platz für zwei M.2-2280-SSDs eingeplant ist. Auch die Videoausgabe ist im Paket festgelegt: Beim Kauf wählt man zwischen zwei HDMI-Ports oder zwei DisplayPorts, nachträglich lässt sich das nicht umstellen. Die COM-Schnittstelle entfällt hingegen; wer darauf angewiesen ist, muss in der NUC-Landschaft auf andere Produkte ausweichen. Positiv fällt außerdem auf, dass der zweite Lüfter nicht – wie oft fälschlich behauptet – für den RAM zuständig sein kann, weil der RAM bei den LPDDR5X-basierten Varianten nicht an dieser Stelle verbaut ist.

Der zweite Lüfter dient vielmehr der SSD-Kühlung, und das ist in der Gen5-Ära besonders relevant. Im Doppelpack auf kleinstem Raum können M.2-SSDs auch heute noch zu Wärmekandidaten werden; bei zu hohen Temperaturen droht Drosselung, was die Leistung in längeren Lasten ausbremst. ASUS adressiert genau dieses Problem, sodass der NUC auch schnellste PCIe-Gen5-SSDs nutzen kann, ohne dass man zwingend auf externe Kühlung hoffen muss. Mechanisch kommt der Zugriff laut Test zudem ohne Werkzeug aus: Mit einer Lasche lässt sich die Bodenplatte öffnen. Damit wird die ansonsten typische Mini-PC-Logik „Wenig Platz, viel Abhängigkeit von Kühlpfaden“ in Richtung Servicefreundlichkeit verschoben.

Die Lautstärke zeigt im Test dann den Unterschied zwischen „kann schnell“ und „ist im Alltag gut“: Im Leerlauf unter Windows 11 schaltet das System die Lüfter komplett ab, was sich sowohl über die Anzeige von 0 U/min als auch durch den faktischen Hörtest bestätigen lässt. Im Standardmodus bleibt der NUC zwar nicht völlig stumm, aber er ist deutlich besser kontrolliert als in der höchsten Leistungsstufe. Sobald die Kühlung die hohen Leistungsanforderungen abfangen muss, steigen die Lüfterdrehzahlen spürbar an; im Leistungsprofil wird es je nach Sensibilität „mitunter unerträglich“. Dazu passt das Verbrauchsbild: Im Leerlauf braucht das System unter Windows 11 und einem 4K-Bildschirm laut Quelle kaum „knapp drei Watt“, während unter CPU-Volllast in allen drei Profilen bis zu 75 Watt möglich sind.

Leistung und Portfolio hängen dabei eng an der Prozessorfamilie und an der Konfiguration. Der Testfokus liegt auf einer Mini-PC-Variante mit HDMI, die laut Quelle mit einem Intel Core Ultra X7 358H (X-Modell) und 96 GByte RAM arbeitet – es gibt aber noch mehr Spielraum innerhalb der Konfigurationen. Interessant ist die Einordnung über 3DMark: Der NUC 16 Pro liefert demnach im 3DMark-Umfeld „200 Prozent“ der Leistung eines NUC 15 Pro, je nach Anwendung fällt der Vorsprung anschließend allerdings ab. Für die Produktplanung ist zudem der Hinweis wichtig, dass nicht nur CPU und RAM die Optionen bestimmen, sondern auch die Displayports/HDMI-Wahl sowie die Frage, ob ein fertiger Mini-PC oder ein nacktes Kit/Mainboard geliefert wird. Beim RAM spielt der Kostenfaktor eine große Rolle: 64 GByte sind bereits „massiv“ im Preis, während die SSD-Kapazität in der getesteten Oberklasse noch nicht das Maximum ausreizt – das wären laut Quelle 16 TByte über zwei M.2-Lösungen.

Beim Ausbau ans Betriebssystem und an die Praxisfreundlichkeit geht ASUS ebenfalls in die Offensive. Laut Test wird das Gerät als Mini-PC-Variante direkt ab Werk ausgeliefert, wodurch Installation und Inbetriebnahme auf „Kabel einstecken und loslegen“ hinauslaufen. Das vorinstallierte Windows 11 ist bereits halbwegs aktuell; MyASUS und Intel-Software holen nach der Ersteinrichtung die neuesten Treiber einschließlich BIOS-Updates. Über die MyASUS-App lassen sich zudem Leistungsprofile steuern, darunter ein Flüsterprofil mit dauerhaft abgesenkter TDP. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass die Software nicht „generisch bugfrei“ wirkt, was am Beispiel der Lüftersteuerung und der Reaktionsdarstellung des Tools sichtbar wird. In der gesamten Service-Story setzt ASUS außerdem auf 24/7-Support, drei Jahre Garantie und optional erweiterbare Laufzeiten – ein Punkt, der im Kontext der genannten China-„Bestenlisten“ besonders auffällig ist, weil dort oft Support- und Garantieabwicklungen als Schwachstellen im Raum stehen.

Am Ende bleibt das Spannungsfeld: Der ASUS NUC 16 Pro ist ein extrem flotter Mini-PC mit modernem Anschluss-Set, sehr gutem Gesamtpaket und im Alltag überzeugenden Details wie dem Lüfter-Stop im Leerlauf. Die Kehrseite liegt in der Lautstärke unter Volllast: Mit bis zu 75/80 Watt sind die Kühlerdrehzahlen in der Praxis ein Faktor, der nicht wegdiskutiert werden kann. Die Chance für eine bessere „Schreibtisch-Ästhetik“ sehen die Quelle vor allem in den kleineren Varianten mit Intel Panther Lake bei maximal 45 statt 65 Watt TDP, weil dort die Kühlaufgabe rechnerisch weniger brutal ausfällt. Preislich bleibt der NUC allerdings anspruchsvoll: Als Barebone startet der Test zufolge bei 514 Euro, während der Aufpreis für DDR5-SODIMM und SSD natürlich hinzukommt. Wer im Handel zur Konfiguration greift, sollte zudem auf die Spezifikationsstände achten, weil bei X-CPUs typischerweise bereits RAM verbaut ist – und weil die große Grafikeinheit nur mit verlötetem LPDDR5X verfügbar sein soll. Unterm Strich ist genau dieses Zusammenspiel aus Paket, Support und technischer Architektur der Grund, weshalb der NUC 16 Pro trotz Lautstärke und Preis weiterhin als empfehlenswert eingeordnet wird.


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