GÖTTINGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Forschende aus Göttingen zeigen, dass sich Molekülorbitale als dreidimensionales Bild rekonstruieren lassen, ohne auf große Synchrotron-Anlagen angewiesen zu sein. Die Methode kombiniert Photoelektronenspektroskopie mit leistungsfähigen Rechenalgorithmen, die aus weniger Messdaten eine 3D-Tomografie erzeugen. Als Lichtquelle dient eine im Labormaßstab passende Röntgenquelle mit ultrakurzen Pulsen. In Aussicht steht damit perspektivisch eine stroboskopische Videografie von Orbitalveränderungen im Femtosekundenbereich.

Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht
Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Elektronen lassen sich in der Quantenmechanik nicht auf einen einzigen Ort festnageln. Genau deshalb rückt eine andere Größe in den Mittelpunkt: die Wellenfunktion. Sie beschreibt nicht nur, wo ein Teilchen zu finden wäre, sondern enthält die relevanten Informationen darüber, wie es mit seiner Umgebung wechselwirkt. Für Moleküle bedeutet das konkret: Die sogenannten Molekülorbitale bestimmen, wie Licht absorbiert wird und wie chemische Reaktionen ablaufen. Dass diese Orbitale nun als vollständiges 3D-Bild sichtbar gemacht werden können, ist deshalb mehr als eine bildgebende Spielerei – es ist ein direkter Zugriff auf die „Landkarte“ quantenmechanischer Wahrscheinlichkeiten im Maßstab weniger Nanometer.

Im Kern nutzen die Forschenden Photoelektronenspektroskopie als experimentellen Hebel. Dabei löst Licht Elektronen aus dem Material; aus dem Impuls der herausgelösten Elektronen lässt sich wiederum auf die zugrunde liegende Wellenfunktion schließen. Diese Rückrechnung ist jedoch nicht trivial, denn sie muss die komplexe Phaseninformation der Quantenbeschreibung rekonstruieren. Das Forschungsteam arbeitet dafür mit hochpräzisen Messdaten und setzt auf leistungsfähige Computeralgorithmen, die aus den Impulsverteilungen das Orbital dreidimensional rekonstruieren. Laut den Angaben gelingt die Darstellung mit einer Auflösung, die feiner ist als der Abstand zweier Kohlenstoffatome – und genau diese Kombination aus Messgenauigkeit und Rekonstruktionsfähigkeit entscheidet, ob eine „echte“ 3D-Tomografie oder nur eine stark vereinfachte Projektion herauskommt.

Besonders bemerkenswert ist der Weg dahin: Bisher waren derartige Aufnahmen typischerweise an großen Beschleunigeranlagen möglich, sogenannten Synchrotronen – und selbst dort war der Aufwand erheblich. Das Göttinger Team positioniert das Ergebnis dagegen auf einem Labortisch. Der entscheidende technische Baustein dafür ist eine Röntgenlichtquelle im Labormaßstab, die ultrakurze Pulse weicher Röntgenstrahlung erzeugt. In der Studie wird die Rekonstruktion zusätzlich durch „zwei neue Konzepte“ adressiert: Erstens liefere ein von Grund auf neu entwickelter Algorithmus zuverlässige 3D-Bilder aus deutlich weniger Messdaten, so die beteiligten Forschenden. Zweitens stützt das Experiment die Tomografie mit der passenden Lichtquelle und deren Pulsstruktur ab. Prof. Dr. Stefan Mathias beschreibt die zentrale Einschränkung des Messbaren dabei so: „Die Wellenfunktion ist eine fundamentale Grösse der Quantenmechanik, lässt sich aber nicht direkt messen.“

Aus KI- bzw. Informatik-Sicht steckt in dieser Art von Tomografie ein klassisches Spannungsfeld: Physik liefert Messgrößen, Informatik macht daraus ein Zustandsbild. Bei der Orbitalrekonstruktion geht es dabei nicht um eine einzelne „Vorhersage“, sondern um Inversion – also darum, wie man aus beobachteten Signaturen auf die hinterlegte Wellenfunktion schließt. Der neue Algorithmus ist damit ein Mosaikstein über mehrere Ebenen hinweg: Er muss mit der Zahl verfügbarer Messdaten effizient umgehen, darf die physikalische Struktur der Rekonstruktion nicht „glattbügeln“ und muss mit realen experimentellen Unschärfen stabil arbeiten. Dass das Team dafür weniger Messdaten benötigt, wirkt im Betrieb wie ein Hebel für Geschwindigkeit: Wenn ein Experiment weniger Zeit pro Messreihe beansprucht, steigt die Chance, systematisch verschiedene Bedingungen zu testen – von Molekülorientierung über Anregungsparameter bis hin zu verschiedenen Probenzuständen.

Die wissenschaftliche Tragweite wird im Materialkontext besonders klar: Molekülorbitale verknüpfen Struktur mit Funktion. Wer sie räumlich auflösen kann, hat eine Grundlage, um zu verstehen, wie ein Molekül auf optische, elektronische oder chemische Reize reagiert. Die Forschenden gehen dabei einen Schritt weiter und sprechen konkret über Dynamik: Dr. Wiebke Bennecke stellt die Vision einer zeitaufgelösten Aufnahme in den Vordergrund und sagt: „Damit könnte stroboskopische Videografie Wirklichkeit werden: Wir würden nicht nur die Form von Wellenfunktionen sehen, sondern auch, wie sie sich verändert – mit einer Zeitauflösung von Femtosekunden, also Billiardstel Sekunden.“ Femtosekunden-„Schnelligkeit“ ist dabei nicht nur ein Marketingbegriff, sondern der Unterschied zwischen dem Blick auf ein Zwischenbild und dem direkten Verfolgen von Quantendynamik.

Auch aus Marktsicht – genauer: aus Sicht der Forschungsinfrastruktur – verändert der Ansatz das Spielfeld. Synchrotron-Zeit ist knapp, und der Zugang ist für viele Teams nicht dauerhaft planbar. Ein Labortisch-System senkt die Eintrittshürde und kann damit die Verteilung von Experimentiermöglichkeiten verändern: Weniger Abhängigkeit von großen Anlagen bedeutet mehr Wiederholbarkeit, schnellere Iterationen und potenziell mehr Messserien, aus denen sich robuste Modellparameter ableiten lassen. Die DOI-Referenz zur Veröffentlichung lautet „Bennecke, W. et al. ‘Table-top three-dimensional photoemission orbital tomography with a femtosecond extreme ultraviolet light source.’ Nature Communications (2026)“ mit https: //doi.org/10.1038/s41467-026-74308-1. Für die nächsten Monate und Jahre wird entscheidend sein, wie gut die Tomografie-Qualität über verschiedene Molekülklassen hinweg reproduzierbar bleibt und wie stark die Rekonstruktionsroutine sich an unterschiedliche Probeneigenschaften anpassen lässt. Genau hier trifft Experiment auf Algorithmik: Wenn beide Seiten zusammenspielen, kann aus der Orbitalaufnahme eine wiederholbare Werkbank werden – nicht nur eine einmalige Momentaufnahme.

Für Entwicklerinnen und Entwickler im KI-Umfeld ist das Ergebnis außerdem ein Signal, wie „klassische“ Quantenmessung und datengetriebene Rekonstruktion zusammenwirken können. Selbst ohne ein KI-System im Sinne eines Chatbots zeigt sich ein Trend: Modelle und Inversionsalgorithmen übernehmen Aufgaben, die früher vor allem über sehr lange Messzeiten oder über aufwendige Hardwarekomplexität gelöst wurden. Der nächste logische Schritt wäre, die Rekonstruktion weiter zu beschleunigen und die Robustheit gegenüber Messrauschen zu erhöhen, ohne die physikalische Konsistenz zu verlieren. Dr. Matthijs Jansen hebt die Kopplung der Ansätze ausdrücklich hervor und sagt: „Es ist die Kombination beider Methoden, die diese Ergebnisse so beeindruckend macht.“ Entscheidend ist also nicht nur das Bild, sondern die reproduzierbare Kette aus Messung, Inversion und Lichtquellen-Engineering.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
1.501 Bewertungen
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
  • NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht".
Stichwörter AI Algorithmus Artificial Intelligence Extreme Ultraviolet Femtosekunden Göttingen KI Künstliche Intelligenz Molekülorbital Photoelektronenspektroskopie Quantenmechanik Röntgenlicht Tomografie Wellenfunktion
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

US-Importverbot für autonome Roboter: Folgen für Saugroboter & Rasenmäher


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Wellenfunktion im Labor: 3D-Orbital-Tomografie mit Röntgenlicht« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    1.040 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs