LONDON (IT BOLTWISE) – NACENTECH hat auf einem Workshop zu neuen Strategien für Startups und Spin-offs die Lücke zwischen Politik und Unternehmenszugang als zentrales Innovationshindernis herausgestellt. Dr. Nguyen Dac Binh Minh, stellvertretender Direktor am Nationalen Innovationsinstitut NACENTECH, betont die Rolle von Forschungsinstituten und Universitäten bei der Gründung technologieorientierter Startups. Der Workshop fokussierte darauf, wie Förder- und Ressourcenprogramme je Entwicklungsphase passgenau identifiziert und in der Praxis genutzt werden. Außerdem standen der Austausch mit Regulierungsbehörden sowie konkrete Wege zur Kommerzialisierung von Technologien im Mittelpunkt.

In vielen Innovationsökosystemen scheitert die Übersetzung von Forschung in marktfähige Produkte nicht an der Wissenschaft selbst, sondern an der Kette dazwischen. Genau diesen Engpass hat NACENTECH in einem Workshop zur Frage beleuchtet, wie Startups und Ausgründungen (Spin-offs) schneller zu passenden Programmen und Ressourcen kommen. Im Kern ging es um die anhaltende Lücke zwischen politischen Vorgaben und dem tatsächlichen Zugang durch Unternehmen – ein Problem, das laut den Workshop-Argumenten als eines der größten Hindernisse für Innovation beschrieben wurde.
Dr. Nguyen Dac Binh Minh, stellvertretender Direktor von NACENTECH, stellte dabei die Rolle von Forschungsinstituten und Universitäten als Startpunkt technologieorientierter Gründungen heraus. Solche Einrichtungen liefern nicht nur Technologien und Know-how, sondern erzeugen auch die Ausgangsbasis für die spätere Umwandlung in produktionsreife Lösungen. Entscheidend sei, dass die Ergebnisse aus Labor und Lehre in Produktion und Alltag gelangen – also dort, wo aus Forschungsdaten belastbare Prozesse, Produkteigenschaften und belastbare Geschäftsmodelle werden. Für das Markt-Scaling bedeutet das: Transferarbeit endet nicht mit einer Erfindung, sondern beginnt mit dem Aufbau von Umsetzungskompetenzen bis hin zur Vermarktung.
Damit Startups diesen Schritt überhaupt schaffen, reicht nach Darstellung aus dem Workshop nicht das Vorhandensein unterstützender Richtlinien. Stattdessen wurde betont, wie wichtig es ist, für jede Entwicklungsphase die richtigen Programme zu identifizieren, damit Ressourcen nicht nur existieren, sondern auch effektiv genutzt werden. Der Workshop brachte hierzu Updates zu Förderrichtlinien, technologischen Innovationen und Instrumenten zur Unternehmensförderung in den Mittelpunkt, knüpfte aber zugleich an den praktischen Alltag der Gründenden an. Gerade in frühen Phasen ist der Bedarf oft anders als in späteren: Während Prototypen und Machbarkeitsnachweise andere Unterstützung erfordern, verlangen Wachstumsphasen häufig nach Zulieferketten-Integration, Skalierungskapital, Marktvalidierung und deutlich mehr regulatorischer Klarheit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem direkten Austausch zwischen Startups beziehungsweise Spin-offs und Regulierungsbehörden. Dabei ging es nicht um abstrakte Forderungen, sondern um Hindernisse beim Zugang zu Fördermitteln, um Wege zur Mobilisierung von Ressourcen und um konkrete Schritte, wie Technologien kommerzialisiert werden können. Aus technischer Sicht ist diese Schnittstelle häufig der Flaschenhals: Selbst wenn ein Produkt technisch funktioniert, können fehlende oder unklare Anforderungen an Prozesse, Prüfungen, Nachweise oder Marktfreigaben den Weg zum ersten Kunden verzögern. Die Diskussionen deuteten darauf hin, dass ein besserer Mechanismus für Zusammenarbeit und klare Leitplanken helfen kann, solche Zeitverluste systematisch zu reduzieren.
Dass NACENTECH in diesem Kontext eine verbindende Rolle zwischen Managementagenturen, Forschungsinstituten, Universitäten und Unternehmen spielt, wurde als kontinuierliche Aufgabe beschrieben. Die Arbeit zielt damit auf mehr als Koordination: Sie soll die Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen aktiv voranbringen und ein funktionierendes Innovationsökosystem entwickeln, in dem der Transfer nicht als Einzelfall endet. Für Entscheidungsträger in Unternehmen und für die Gründerteams selbst bedeutet das vor allem eines: Der Weg von der Idee zur Anwendung wird planbarer, wenn Förderlogik, Programmzugang und regulatorische Praxis aneinander ausgerichtet werden. Und auch für die KI-Entwicklung gilt das prinzipiell: Ohne klare Ressourcenpfade, Daten- und Umsetzungsprozesse sowie nachvollziehbare Freigabemechanismen bleiben selbst gute Modelle oder Prototypen länger in der Entwicklungsphase hängen, als es nötig wäre.
Rückblickend zeigt sich, dass solche Transferprobleme in vielen Ländern wiederkehren: Förderprogramme existieren häufig parallel zu Zuständigkeiten in unterschiedlichen Behörden, während Startups an mehreren Stellen zugleich nachweisen müssen, dass sie technisch und wirtschaftlich tragfähig sind. Workshops wie dieser wirken deshalb wie eine Art „Übersetzer“ zwischen Welten – zwischen wissenschaftlicher Logik und Unternehmenspraxis. Wenn es gelingt, Mechanismen und Richtlinien so aufzubauen, dass der Zugang zu Ressourcen je Entwicklungsstufe stimmt, können aus Forschungsergebnissen schneller Produkte werden. Für den Markt entsteht dadurch ein realer Vorteil: mehr Gründungen, die tatsächlich liefern, und weniger Zeit, die in unklaren Zugangswegen verloren geht.
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