LANDSBERG AM LECH / LONDON (IT BOLTWISE) – RATIONAL meldet für das erste Halbjahr 2026 ein organisches Wachstum von 8 Prozent und bestätigt damit die laufende Prognose für das Jahr. Im zweiten Quartal erreicht der Konzern 324 Millionen Euro Umsatz, im Halbjahr 641,5 Millionen Euro. Die EBIT-Marge liegt im zweiten Quartal bei 29,0 Prozent und wird im Bericht explizit mit Zollerstattungen in Höhe von rund 14 Millionen Euro begründet. Entscheidend für den Ausblick ist zudem ein spürbar gestiegener Auftragseingang und ein höherer Auftragsbestand.

RATIONAL startet mit klarer Botschaft ins zweite Halbjahr: Das Unternehmen schafft im ersten Halbjahr 2026 ein organisches Wachstum von 8 Prozent und bleibt damit trotz „außergewöhnlich hoher“ politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf Erfolgskurs. Während viele Technologie- und Konsumgütermärkte derzeit eher mit Nachfrageschwankungen kämpfen, beschreibt der Hersteller gewerblicher Kochsysteme seine Entwicklung vor allem als Ergebnis von Kontinuität in der Vertriebsarbeit und der konsequenten Weiterentwicklung der Produktplattformen. Für die Zahlen bedeutet das: Währungseffekte spielen laut Mitteilung nur eine untergeordnete Rolle, währungsbereinigt liegt der Konzernumsatz sogar rund 8 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Im zweiten Quartal erwirtschaftet RATIONAL 324 Millionen Euro Umsatz und liegt damit 4 Prozent über dem Vorjahreswert von 310,9 Millionen Euro. Nach sechs Monaten steigt der Konzernumsatz auf 641,5 Millionen Euro (Vj. 606,2 Millionen Euro), wobei das Berichtsthema „Wachstum ohne großen Währungseinfluss“ besonders wichtig ist: Es deutet darauf hin, dass die Nachfrage in den Kernregionen tragfähig bleibt. Technisch betrachtet steckt hinter solchen Wachstumsraten meist eine Kombination aus Auslastungsgrad bei Bestandskunden, der Geschwindigkeit von Ersatz- und Umbauzyklen sowie der Fähigkeit, neue Produktgenerationen in bestehende Betriebsprozesse einzupassen. Genau diese Logik spiegelt sich auch in den Produktgruppen wider: iVario wächst im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 79,4 Millionen Euro, iCombi legt um 5 Prozent auf 562,2 Millionen Euro zu.
Regional betrachtet kommt der Schub vor allem aus Europa. In Europa (außerhalb Deutschlands) steigt der Umsatz um 9 Prozent, getragen von Märkten wie Skandinavien, Österreich, Spanien und Frankreich. Der Heimatmarkt Deutschland wächst ebenfalls um 9 Prozent. Nordamerika meldet trotz schwachen US-Dollars ein leichtes Umsatzplus von 1 Prozent; währungsbereinigt entspricht das knapp über 10 Prozent Wachstum. Demgegenüber bleibt Asien mit einem Umsatzrückgang von 2 Prozent herausfordernd, währungsbereinigt steigen die Erlöse dort jedoch um 4 Prozent. Als maßgeblicher Treiber wird der chinesische Markt genannt, während Japan als größter Einzelmarkt der Region „weiterhin gut entwickelt“ berichtet wird.
Auch auf der Ergebnisseite liefert das Unternehmen eine differenzierte Erklärung, warum die Profitabilität im zweiten Quartal besonders hoch ausfällt. Die Umsatzkosten steigen im ersten Halbjahr nur unterproportional um 4 Prozent auf 258,1 Millionen Euro, die Rohertragsmarge erreicht 59,8 Prozent (Vj. 59,0 Prozent). Als Grund nennt die Mitteilung eine Erstattung von US-IEEPA-Zöllen in Höhe von rund 14 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026. Diese Sonderkomponente hebt die Marge: Im Text heißt es, ohne diesen Effekt wären die Umsatzkosten aufgrund höherer Zölle und Logistikkosten überproportional zum Umsatz gestiegen. Entsprechend steigt das EBIT im ersten Halbjahr um rund 11 Prozent auf 169,9 Millionen Euro (Vj. 153,4 Millionen Euro); die EBIT-Marge liegt bei 26,5 Prozent nach 25,3 Prozent im Vorjahr. Für die Einordnung ist bemerkenswert, dass der CFO auch eine „ohne Zollerstattungen“-Perspektive liefert: Dann läge die EBIT-Marge bei 24,3 Prozent – also weiterhin im Rahmen der Erwartungen.
Operativ setzt RATIONAL parallel auf Skalierung der Organisation. Ende Juni 2026 beschäftigt die Gruppe 2.913 Mitarbeiter weltweit, davon 1.581 in Deutschland. Innerhalb der letzten 12 Monate wurden rund 120 neue Mitarbeiter eingestellt, während zugleich in die Stärkung der Vertriebsorganisation investiert wird. Besonders hervorgehoben wird die Steigerung der kundennahen Vertriebsfunktionen um 8 Prozent. Solche Maßnahmen sind häufig mehr als „nur Personalwachstum“: Sie verbessern typischerweise die Projektierungs- und Angebotsgeschwindigkeit, erhöhen die Qualität bei Service- und Support-Prozessen und verkürzen damit die Zeit bis zur technischen Freigabe beim Kunden. In der Praxis kann das genau die Grundlage sein, damit sich ein hoher Auftragseingang schneller in höhere Umsätze übersetzt.
Für den Ausblick bestätigt das Unternehmen den Wachstumskurs für das zweite Halbjahr. Mit dem erfolgreichen ersten Halbjahr und einer Belebung der Nachfrage zum Ende des zweiten Quartals nennt RATIONAL eine solide Basis aus hohem Auftragseingang und gestiegenem Auftragsbestand. Damit setzt sich die Erwartung fort, nachhaltiges Wachstum im zweiten Halbjahr zu erreichen. Gleichzeitig wird die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 konkretisiert: Die EBIT-Marge soll in der Bandbreite von 25 Prozent bis 26 Prozent liegen. Die Zollrückerstattung wirkt sich nach Unternehmensangaben in diesem Jahr positiv auf die Ergebnisentwicklung aus und schafft zusätzlichen Spielraum, um Belastungen aus höheren Material-, Logistik- und Zollkosten abzufedern. Für die Marktbeobachtung ist das vor allem deshalb relevant, weil in einem Umfeld mit variierenden Handels- und Logistikkonditionen die Planbarkeit für Unternehmen schnell zum Wettbewerbsfaktor wird.
Insgesamt zeichnet die Meldung ein Bild, in dem Umsatzwachstum, Produktmix und Ergebnislogik eng miteinander verzahnt sind. Der Mix aus iVario-Impuls und iCombi-Stabilität liefert strukturelle Nachfrage, während die Gewinnentwicklung sowohl durch operative Kostenkontrolle als auch durch einen klar adressierten Sondereffekt getrieben wird. Für Entscheider in der Gastronomie- und Systemtechnikbranche heißt das: RATIONAL schafft es, die eigene Produkt- und Servicewirkung in mehreren Regionen aufrechtzuerhalten, statt sich auf einzelne Märkte oder kurzfristige Währungsbewegungen zu stützen. Der nächste Prüfstein ist, ob der Auftragseingang und der Auftragsbestand die zweite Jahreshälfte so tragen, wie es die aktuellen Erwartungen vorsehen.
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