INTERNATIONAL SPACE STATION / LONDON (IT BOLTWISE) – Die NASA-Astronautin Jessica Meir und Astronaut Anil Menon verlassen die Quest-Airlock der Internationalen Raumstation, um den 3B-Power-Kanal für spätere Arbeiten vorzubereiten. Der Aufwand dient der künftigen Installation der International Space Station Roll-Out Solar Arrays (IROSA). Für Meir ist es der sechste Spacewalk ihrer Laufbahn. Damit rückt ein zentraler Schritt für die nächste Phase der Stromversorgung der Raumstation in greifbare Nähe.

Mit dem heutigen Außenbordeinsatz verschiebt sich der Fokus der Internationalen Raumstation von der reinen Montageplanung hin zur konkreten Vorbereitungsarbeit an der Strom-Infrastruktur. Jessica Meir und Anil Menon steigen aus der Quest-Airlock der ISS aus, um den sogenannten 3B-Power-Kanal für spätere Einbauten vorzubereiten. Solche Vorbereitungen wirken im Alltag unspektakulär, sind aber die Voraussetzung dafür, dass Folgekomponenten später mechanisch, elektrisch und prozedural genau dort „anschließen“, wo die Mission sie vorsieht.
Technisch betrachtet geht es bei einem Power-Kanal um mehr als nur Kabel. In der Praxis muss ein Pfad für Energie so vorbereitet werden, dass spätere Roll-Out-Solararrays nicht nur physisch angebracht, sondern auch sicher in die Stromverteilung integriert werden können. Der Einsatz adressiert damit Schnittstellenfragen zwischen Außenmontage und interner Stationsarchitektur: von der mechanischen Anbindung über die Lage im Raum bis hin zu der Frage, wie die Verbindung für die spätere Installation hergestellt und überwacht werden kann. Genau diese Kette aus Vorbereitung und anschließender Integration macht Außenarbeiten so zeitkritisch.
Für Meir ist es dabei bereits ihr sechster Spacewalk. Das ist ein Hinweis darauf, dass das Team nicht bei jedem neuen Außenprojekt „bei null“ startet, sondern auf erprobte Abläufe, Schulungen und Erfahrungswerte aus früheren Einsätzen zurückgreift. Gleichzeitig bleibt jeder Spacewalk ein eigenes Manöver: Werkzeuge, Haltepunkte, Kabelwege und die Reihenfolge der Handgriffe müssen zu den jeweiligen Stationskomponenten passen. Dass die Mission den Fokus auf die Vorbereitung des 3B-Power-Kanals legt, deutet zudem darauf hin, dass die nachfolgende Installation der International Space Station Roll-Out Solar Arrays (IROSA) zeitlich in eine nächste, streng getaktete Phase überführt wird.
Auch die Missionsplanung profitiert von dieser Art von Arbeitsteilung. Der heutige Einsatz koppelt zwei Ziele: Erstens schaffen die Astronauten die technische Grundlage im Bereich der Stromverteilung, zweitens werden dabei die Bedingungen für eine spätere Erweiterung der Energieerzeugung vorbereitet. IROSA steht dabei im Mittelpunkt, weil Roll-Out-Solararrays langfristig den Strombedarf einer Raumstation mit ihren wachsenden Anforderungen abdecken sollen. Das zeigt sich daran, dass die Mission nicht nur zusätzliche Energiequellen „ankündigt“, sondern mit dem 3B-Power-Kanal einen konkreten Baustein vorzieht, der die Installation überhaupt erst reibungslos ermöglicht.
Für Betreiber und Technikteams an Bodenstationen bedeutet das: Je besser die Vorbereitung dokumentiert und verifiziert ist, desto weniger Überraschungen gibt es später bei der Inbetriebnahme. Außenarbeiten liefern dabei nicht nur sichtbare Fortschritte, sondern auch Daten über Passungen, Zugriffswege und die praktische Umsetzbarkeit geplanter Montagepfade. In der Summe wirkt sich das auf die gesamte Projektpipeline aus, weil jede spätere Schrittfolge – von der Montage bis zur Integration in die Energieregler – von der Qualität der Vorarbeit am richtigen Ort abhängt. Selbst für KI-gestützte Planungs- und Assistenzsysteme gilt letztlich: Modelle können helfen, aber sie ersetzen nicht die physische Vorbereitung.
Wer den Spacewalk live verfolgt, bekommt dabei einen Einblick in die „unsichtbaren“ Schritte, die im Hintergrund großer Raumfahrtprojekte ablaufen. Der Einsatz von Meir und Menon ist als Bestandteil der Vorbereitung für IROSA beschrieben, sodass die heutige Arbeit als Startpunkt für die nächste Installationsrunde verstanden werden kann. Damit rückt ein technischer Hebel in den Vordergrund, der die Raumstation langfristig mit Stromversorgungskapazität unterstützt – und genau diese Verbindung aus Vorbereitung, Sicherheit und Folgeintegration macht solche Außenmissionen für die gesamte ISS-Entwicklungsstory entscheidend.
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