HOUSTON / LONDON (IT BOLTWISE) – NASA-Astronautinnen und -Astronauten haben bei einem 6,5-stündigen Weltraumausstieg die letzte Trägerstruktur für die Installation des siebten und achten ISS Roll Out Solar Arrays (iROSA) vorbereitet. Jessica Meir und Anil Menon arbeiteten im Bereich des 3B-Power-Kanals der Internationalen Raumstation. Damit schaffen sie die Basis für einen weiteren Schritt in Richtung erweiterter Energiekapazität am Stationsverbund. Der nächste Montageabschnitt hängt jetzt davon ab, wie die iROSA-Systeme im Anschluss in Position gebracht und geprüft werden.

Am 6. August 2026 haben zwei NASA-Astronauten einen entscheidenden Zwischenstand auf der Internationalen Raumstation (ISS) geschaffen: Bei einem Weltraumausstieg von 6,5 Stunden montierten Jessica Meir und Anil Menon eine finale Support-Struktur. Diese Arbeiten sind nicht „nur“ Handarbeit im freien Raum, sondern bilden die mechanische Voraussetzung dafür, dass im nächsten Schritt das siebte und achte ISS Roll Out Solar Array (iROSA) installiert werden kann. Die Wahl des Zeitfensters und die saubere Reihenfolge der Montage sind dabei in der Raumfahrt besonders relevant, weil sie direkt beeinflussen, wie viel Vorbereitungs- und Testzeit nach dem EVA-Schritt zur Verfügung steht.
Technisch betrachtet ging es an einem konkreten Arbeitsort an der Station: dem 3B-Power-Kanal. Solche Power-Kanäle sind für die ISS wie klar definierte „Versorgungsadern“ gedacht, über die Energie von den Solar-Arrays in die Systeme der Raumstation eingespeist und weiter verteilt wird. Wenn ein Team im Außenbereich eine Support-Struktur „für die Installation“ vorbereitet, bedeutet das in der Praxis, dass Befestigungspunkte, Ausrichtung und Montagefähigkeit für die nachfolgenden iROSA-Komponenten hergestellt werden müssen. Ohne diese Vorleistung steigt das Risiko, dass sich die Roll-out-Installation im Anschluss verzögert oder dass zusätzliche Anpassungen im Außenbereich erforderlich werden.
Die iROSA-Strategie steht dabei in einer längeren Entwicklungslinie der ISS-Stromarchitektur: Während frühere Solarflügel eher als feste, ausklappbare Module realisiert wurden, setzen Roll-out-Konzepte auf eine kompaktere Verstauung und das kontrollierte Ausrollen im Orbit. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn sowohl Masse als auch Volumen bei Start und Transport begrenzt sind. Auch für den Betrieb zählt die Auslegung: Ein weiterer Satz Solararrays kann die verfügbare elektrische Leistung erhöhen, was wiederum die Planung für Nutzlasten, Laborbetrieb und fortlaufende Systeme an der Station beeinflusst. Die aktuelle EVA ist damit ein operativer Baustein in einem größeren Muster aus schrittweiser Erweiterung und Umrüstung.
Markt- und Betriebsrelevanz entfaltet der Schritt vor allem durch den engen Takt, in dem ISS-Teams Montage, Überprüfung und anschließende Betriebsanpassungen aufeinander abstimmen. Zwar betrifft die Aktion direkt die Raumstation, aber indirekt zeigt sie auch, wie „robotiknah“ und prozessgetrieben Raumfahrtwartung inzwischen organisiert ist: Montagepunkte werden so vorbereitet, dass die nachfolgenden Schritte möglichst planbar bleiben. Für Betreiber und Dienstleister in der Raumfahrtwelt ist das eine praktische Referenz dafür, wie Wartungsarbeiten im Außenbereich zunehmend als Engineering-Prozess mit klaren Schnittstellen betrachtet werden. Das betrifft nicht nur Hardware, sondern auch die Planung von Arbeitsabläufen, Training und der Ausrüstung, die während eines EVA-Fensters zuverlässig funktionieren muss.
Ein weiterer Aspekt: Der Einsatz im Außenbereich bindet zeitliche Ressourcen der Besatzung. Ein „fertig vorbereiteter“ Zustand für das siebte und achte iROSA reduziert daher die Wahrscheinlichkeit, dass spätere Termine noch einmal in dasselbe Vorbereitungsstadium zurückfallen müssen. Für die ISS ist das besonders wertvoll, weil nach solchen Außenarbeiten meist noch Prüf- und Aktivierungsphasen folgen, in denen Systeme beobachtet und abgeglichen werden müssen. In diesem Kontext ist auch der Arbeitsort 3B als Navigations- und Zuordnungsanker wichtig: Er macht klar, dass die Vorbereitung an einer definierten Stromstrecke geschieht und nicht als allgemeine Außenwartung. Wer die Station betreibt, kann damit die kommenden Montage- und Testschritte gezielter in den Betriebsplan einweben.
Auch wenn die Meldung selbst keine weiteren technischen Messwerte nennt, lässt sich aus der Struktur der Aufgabe ableiten, warum solche EVA-Schritte für künftige Erweiterungen relevant bleiben: Die ISS-Architektur muss jedes Jahr mehr Strombedarf, Nutzlasten und Betriebsanforderungen bedienen, ohne dass die Anlagen aus dem Gleichgewicht geraten. Roll-out-Solararrays sind dabei ein wiederkehrendes Element, das zwar mechanisch installiert wird, aber schließlich auch in ein Gesamtsystem aus Energieverteilung, Steuerung und thermischem Verhalten eingebunden ist. Für KI-gestützte Assistenzsysteme in der Raumfahrt – etwa bei der Planung von Arbeitsabläufen oder der Unterstützung bei Inspektionsdaten – sind solche klaren, reproduzierbaren Montagepunkte ebenfalls eine Grundlage, weil sie sich leichter mit Datenflüssen und Prüfprotokollen verknüpfen lassen. Entscheidend bleibt jedoch: Die nächste Phase entscheidet sich an der Umsetzung der iROSA-Installation, nachdem die Support-Struktur jetzt vorbereitet ist.
Damit hat die Mission einen konkreten Meilenstein erreicht: Meir und Menon haben im Rahmen des 6,5-stündigen Weltraumausstiegs die Basis für zwei weitere iROSA-Module geschaffen. Der weitere Verlauf wird davon abhängen, wie die Installation nach dem EVA-Schritt durchgeführt und anschließend verifiziert wird. Für die ISS bedeutet das, dass ein weiterer Schritt in Richtung kontinuierlicher Stromausbau gemacht ist, während die Station ihre Betriebsfähigkeit für die nächsten Nutzlastzyklen absichert. In der Raumfahrt zählt schließlich jeder „saubere Abschluss“ einer Teilaufgabe, weil daraus der verlässlichste Fahrplan für alles Folgende entsteht.
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